Kunst & Kultur

gute aussichten – junge deutsche fotografie 2018/2019

„gute aussichten – junge deutsche fotografie/ new german photography, laut dem Magazin Der Spiegel „der renommierteste Wettbewerb für junge Fotografen“, wurde 2004 von der Kunsthistorikerin Josefine Raab und dem Publizisten Stefan Becht gegründet.

Jedes Jahr werden Lehrende bzw. die Professor*innen aller deutschen Hochschulen und Akademien, die einen Studiengang Fotografie anbieten, dazu eingeladen, maximal fünf ihrer Abschlussarbeiten für den Wettbewerb einzureichen. Eine namhaft besetzte Jury kürt aus den Einsendungen die besten Portfolios, die anschließend national und international in verschiedenen Ausstellungen, Aktionen und Medien der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Zu den Wettbewerben werden jeweils ca. 100 Beiträge aus insgesamt ca. 35 Institutionen deutschlandweit übermittelt.

Die Aktivitäten von „gute aussichten“ werden auch vermittelt durch den jeweiligen umfangreichen Jahreskatalog in deutscher und englischer Sprache, Sondereditionen von Originalen, das Spezialheft „gute aussichten“, die Partnerschaften mit zahlreichen Medien und Förderung durch Institutionen und Sponsoren, durch den umfangreichen Internetauftritt: https://www.guteaussichten.org

Im 15ten Jahr seines Bestehens bietet gute aussichten 2018/2019 eine enorme inhaltliche, ästhetische und mediale Bandbreite – ein großes Spektrum vielfältiger Ideen, fotografischer Strategien und formaler wie medialer Umsetzungen.

Die ausgestellten Werke spiegeln die Wahrnehmungen junger Menschen in ihrer von Datenkommunikation geprägten Erfahrungswelt der Moderne. Verknüpft mit allgemeinen Fragen zum Leben in heutigen Industriegesellschaften, reflektieren sie auch das Medium ihrer Botschaften, die Geschichte der Fotografie.

„gute aussichten“ richtet sich an eine junge Generation und berichtet auch von ihr, indem nicht selten brennende Themen der heutigen Heranwachsenden reflektiert werden. Aus dieser Vermittlungsfunktion bezieht das Projekt einen Teil seiner Anziehungskraft und seiner Popularität nicht nur für und unter jungen Leuten.

Summa summarum präsentiert gute aussichten – junge deutsche fotografie 2018/2019 229 Motive, darunter 39 unikate Belichtungen, 7 Fotogramme, 3 Siebdrucke und 2 Risografien, sowie 4 Videos, 2 Künstlermagazine, 1 Kurzfilm, 1 Buch und 1 Diaprojektion.

„gute aussichten“ feiert am 7. Dezember 2018 in den Technischen Sammlungen Dresden die Premiere des Jahrganges 2018/2019.

Lorraine Hellwig verfasste ein vielleicht nicht wirklich zorniges, aber doch ein genervtes wie ennervierendes MANIFESTO für die Generation Y, deren Verfassung sie als „eigenes Gefängnis im rasenden Stillstand der Zeit“ klassifiziert.

Laila Kaletta begab sich augenzwinkernd auf die Suche nach dem ewigen Leben, was sie als selbsternannte Unsterblichkeitsforscherin nach Japan zu der winzigen Qualle Turritopsis dornhii, und zu einem ihrer größten Fans, „Mr. Immortal Jellyfish“, führte.

Mit Patrick Knuchel, Benjamin Kummer und Robert ter Horst befinden sich gleich drei „Bildforscher“ im Kreis der diesjährigen Preisträger/Innen, die ihrem Medium überraschende Schöpfungen entlocken: Knuchel, der eine Brücke schlägt zwischen Siebdruck und Fotografie, Kummer, der im Geist der fotografischen Abstraktion mit Kegel, Kugel und Würfel in der Dunkelkammer zu Werke geht und Robert ter Horst, der mithilfe von mathematischen Algorithmen herkömmliche Bildverfahren auf den Kopf stellt.

Geleitet von dem Wunsch, das Alte mittels künstlerischer Transformation hinter sich zu lassen, behandeln Sina Niemeyer und Steve Luxembourg Traumata und Ängste, die vom persönlich Erlebten in eine gesellschaftliche Dimension diffundieren.

Malte Sänger konfrontiert die unerbittliche Logik einer mathematisch-technischen Präzision mit der existenziellen Situation von Menschen auf der Flucht, deren Sein für uns als Betrachter lediglich in einem geposteten Bild kurz aufblitzt.

Anna Tiessen schließlich marschiert ohne Umschweife in die holsteinische Provinz, um einen Bilderschatz zu heben, der von jugendlichem Sturm und Drang berichtet und von dem Wunsch, einen Platz in einer Gemeinschaft zu erobern.

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