Forschung und Entwicklung

Innovationsfonds-Projekt zur Versorgung von älteren Patienten im Freistaat Sachsen gestartet

Das WIG2 Institut analysiert und prognostiziert die Versorgungssituation für ältere Menschen im Freistaat Sachsen. Ziel des Forschungsprojekts ist es, eine zielgerichtete Versorgungsplanung zu ermöglichen und Handlungsempfehlungen für eine Verbesserung der aktuellen und zukünftigen Gesundheitsversorgung zu liefern. Das Projekt wird in Kooperation mit der Krankenkasse AOK PLUS durchgeführt und aus Mitteln des Innovationsfonds gefördert.

Bis zum Jahr 2060 wird sich die prognostizierte Lebenserwartung für Männer auf 85 Jahre, für Frauen sogar auf 89 Jahre erhöhen (Statistisches Bundesamt). Diese Alterung der Gesellschaft wirkt sich sowohl auf die Anzahl der Neuerkrankungen, als auch die Häufigkeit von typischen „Alterserkrankungen“ wie Krebs, Diabetes und Demenz aus. Ältere Patienten weisen zudem häufig mehrere, parallele und zunehmend chronische Erkrankungen auf, womit große Einschränkungen in der Lebensqualität und zugleich hohe Kosten für das Gesundheitssystem einhergehen. Damit ist bundesweit ein weiterhin wachsender Bedarf an Prävention, Gesundheitsförderung, Pflege- und Versorgungsangeboten speziell für ältere Patienten prognostizierbar. Die gesellschaftlichen Herausforderungen sind folglich vielfältig und bedürfen einer vorausschauenden Planung. Grundvoraussetzung hierfür ist allerdings eine verlässliche Abbildung der aktuellen Versorgungssituation für ältere Menschen.

Es existiert bislang keine einheitliche Übersicht über die geriatrischen Versorgungsstrukturen als Fundament für eine gezielte, regionale Versorgungsplanung. Im Rahmen eines durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) geförderten Projekts soll der Versorgungsbedarf für den Freistaat Sachsen nun analysiert und prognostiziert werden. Hierfür wird mithilfe eines statistischen Modells auf Basis von Routinedaten der gesetzlichen Krankenversicherung abgebildet, wie hoch der Bedarf an medizinischen und pflegerischen Gesundheitsleistungen durch geriatrische Patienten ist. Anschließend erfolgt ein Abgleich mit den tatsächlich vorhandenen, regionalen Versorgungsstrukturen. Die quantitativen Analysen werden zudem durch Experteninterviews und Befragungen von Angehörigen qualitativ ergänzt.

Das Forschungsvorhaben „RemugVplan – Regionale multisektorale Versorgungsplanung“ des Leipziger WIG2 Instituts in Kooperation mit der AOK PLUS hat im Rahmen der letztjährigen Antragsrunde für den Innovationsfonds eine Förderung über insgesamt 22 Monate und im Umfang von insgesamt ca. 400 Tsd. Euro erhalten.

Die Informationen zum geförderten Projekt sind online auf den Seiten des G-BA und Innovationsfonds abrufbar: https://innovationsfonds.g-ba.de/projekte/versorgungsforschung/remugvplan-regionale-multisektorale-geriatrische-versorgungsplanung.245

Über den Innovationsfonds:

Zum Zwecke der qualitativen Weiterentwicklung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung hat die Bundesregierung im Rahmen des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes den Innovationsfonds mit einer jährlichen Fördersumme von 300 Mio. Euro aufgelegt. Die Mittel werden von den gesetzlichen Krankenkassen und aus dem Gesundheitsfonds getragen. Die Festlegung von Schwerpunkten und Kriterien sowie die Bewertung und Entscheidung von Anträgen obliegt dem beim G-BA eingerichteten Innovationsausschuss.

Über den Kooperationspartner AOK PLUS

Die AOK PLUS ist die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen. Sie entstand durch Fusion der AOK Sachsen und der AOK Thüringen am 01. Januar 2008. Aktuell versichert die AOK PLUS rund 3,3 Millionen Menschen in beiden Bundesländern und überregional. Damit liegt ihr Marktanteil in der Gesetzlichen Krankenversicherung bei 57%. Das jährliche Haushaltsvolumen der AOK PLUS beträgt rund 11 Milliarden Euro. 96% davon sind Ausgaben zur Sicherstellung der Versorgung der Versicherten.

Über die WIG2 GmbH

WIG2 ist ein unabhängiges und wissenschaftliches Forschungsinstitut mit dem Ziel, Transparenz bei der Ausgestaltung und Finanzierung des Gesundheitssystems zu schaffen. Auf der Grundlage von aktuellen wissenschaftlichen Methoden und fachlicher Expertise leisten wir einen Beitrag dafür, dass die knappen zur Verfügung stehenden Mittel nutzenstiftend und effizient verteilt werden, sodass die Gesundheitsversorgung stetig verbessert wird. Unter diesen Maßgaben forschen 28 Mitarbeiter in Leipzig und Berlin zu gesundheitsökonomischen und versorgungstechnischen Fragestellungen, beraten Akteure der Gesundheitswirtschaft und führen Fachveranstaltungen durch.

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