Sport

Joachim Streich – der Inbegriff für Tore und Rekorde – kommt nach Dessau

Der DDR-Rekordspieler – in allen Belangen – kommt am Donnerstag, den 24. Juni 2021 um 19 Uhr ins Radisson Blu Hotel nach Dessau und wird im Legendentalk bei „Anhalt Sport trifft Legenden“ zu Gast sein. Es liegt sieben Monate zurück. Am 14. Oktober 2020 mitten in der Pandemie konnte Anhalt Sport e.V. als Gastgeber einen Weltstar des Sports Boris Becker im Golfpark begrüßen. Es war eine legendäre Veranstaltung und Boris Becker war großartig. Ein Abend, den von den 400 anwesenden Gästen keiner vergessen wird. Nach den vielen Legenden in den letzten drei Jahren – aus den Bereichen des Fußballs, Boxens, Leichtathletik, Wintersport ist jetzt wieder „König Fußball“ an der Reihe. Wieder mit einem absoluten Volltreffer und Kracher.

1,73 Meter reichten ihm, um der größte Fußballer der DDR zu werden. Joachim Streich war der Inbegriff für Tore. Funktionäre und Medien rieben sich an ihm. Er blieb sowohl in den Momenten des Triumphs als auch bei beißender Kritik immer er selbst: nahbar, pragmatisch und mit einem nützlichen Fundus an Gelassenheit ausgestattet. Streich war schon als Spieler einer, der sich immer mit den Umständen arrangieren konnte. Georg Buschner, von 1970 bis 1981 DDR-Auswahltrainer über Streich: "Er ist mit jeder Situation zurechtgekommen. Er war ein richtiger Leck-mich-am-Arsch-Typ", und das war anerkennend gemeint.

Streich, der Junge aus Wismar, hat einfach immer aus allem das Beste gemacht. Er wurde nicht wie andere zu einem Klub delegiert, er hat kurzerhand selbst den Weg von der TSG Wismar zum FC Hansa Rostock angetreten, mit 16. 1975 – längst Nationalspieler – ging es zum DDR-Meister 1. FC Magdeburg. "Ich hab‘ den Wechsel nie bereut", sagt Streich, und das darf als Untertreibung durchgehen. Drei FDGB-Pokalsiege fuhr Streich ein und schlug mit den Blau-Weißen im Europacup Schlachten, gegen Schalke, PSV Eindhoven, Borussia Mönchengladbach oder FC Arsenal. Im September 1983 kam der Zirkus in die Stadt: der FC Barcelona, mit den Virtuosen Diego Maradona und Bernd Schuster auf dem Rasen, 1:5.

Ein anderes Spiel würde er gern nochmal spielen, November 1979, EM-Qualifikation, DDR gegen den Vizeweltmeister Niederlande, 92.000 Zuschauer im Leipziger Zentralstadion. 2:0 nach 33 Minuten – da war das Endrunden-Ticket praktisch griffbereit. Und dann ging’s dahin, zwei Rote Karten, 2:3 am Ende, es war vorbei, aber tut immer noch weh. Streich war 1974 bei der einzigen WM-Teilnahme der DDR erster und letzter Torschütze der Ostdeutschen, gegen Australien und Argentinien.

Sein deutsch-deutsches Duell bestritt er schon 1972, bei Olympia in München, wo er das Attentat der Terroristen auf die israelischen Sportler vom Balkon gegenüber erlebte. Die DDR gewann am Ende Bronze und in der Zwischenrunde gegen die von Jupp Derwall trainierte Olympia-Auswahl der BRD, in der Uli Hoeneß, Ottmar Hitzfeld standen, mit 3:2. Streich traf natürlich, er traf im Grunde immer. Er bündelte Raffinesse und Robustheit, und sein Instinkt ließ ihn nie im Stich. 55 Tore in 102 Länderspielen, beides DDR-Rekordzahlen, auch seine 229 DDR-Oberliga-Tore (in 378 Spielen) blieben unübertroffen.

Der gelernte Schaltanlagenmonteur schaltete auf dem Rasen schneller als die meisten anderen, er war im Hauptberuf Fußballer und nebenher Genießer, die Zigarette ließ er sich auch als Spieler nie ausreden. Streich war wegen seiner Schussstärke und Schlitzohrigkeit im Ausland gefürchtet, daheim drängte ihm mancher Journalist eine Debatte über angeblich fehlende Laufmeter auf. Streich hat dann – auch vor laufenden Kameras, und das hieß etwas – mit dem Verweis auf die von ihm erzielten Tore gekontert. Seine Zahlen sind Monumente, die bleiben, seine lakonische Art hat er sich bewahrt. "Ich", sagt Joachim Streich, "hatte eine wunderbare Zeit im Fußball." Und der Fußball viele ganz wunderbare Momente durch ihn. Diese wird er am Donnerstag, den 24. Juni um 19 Uhr bei „Anhalt Sport trifft Legenden“ in Dessau erzählen.

Tickets gibt es zeitnah online bei www.ticketmaster.de. Diese kosten 10€ zzgl. VVK-Gebühr. Die Besucher müssen einen aktuellen negativen Corona-Schnelltest nachweisen, der nicht älter als 24 Stunden sein darf. Für bereits Geimpfte sowie Genesene ist dies nicht notwendig. Hier reicht eine Bestätigung darüber aus, die am Einlass vorzulegen ist. Um eine lückenlose Kontaktnachverfolgung gewährleisten zu können, ist es notwendig, die Luca-App auf seinem Smartphone zu verwenden oder unser Teilnahmeformular ausgefüllt mitzubringen und am Einlass abzugeben. Es gelten weiter umfangreiche Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen inklusive das Tragen einer medizinischen Maske in der Lobby. Auf dem Sitzplatz ist das Tragen der Maske nicht notwendig. Speisen und Getränke wird es geben.

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Quelle: kicker.de/Anhalt Sport e.V.

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