Fahrzeugbau / Automotive

Warum der Schiffbau standardisierte Lösungen braucht

Die Corona-Pandemie hat die Maritime Wirtschaft, insbesondere die Kreuzfahrtbranche, in unruhiges Fahrwasser gebracht. Andererseits profitiert gerade die Zuliefererindustrie vom globalen Auftragsboom. Vor allem im Bereich der Arbeits- und Frachtschiffe geht es – getrieben durch den Auftragszuwachs bei Tankern und Container-Schiffen – volle Kraft voraus. Beide Entwicklungen sorgen für Effizienzdruck. Ebenso wie die Anforderungen, die etwa der Klimaschutz oder die Digitalisierung an die Branche richten. Welche Antworten gibt es darauf? Modularisierung und Standardisierung schlagen die Branchen-Experten auf dem 12. Rittal Branchentag (28.08.2022) Schiff und See in Hamburg vor. Im Fokus stehen dabei Datendurchgängigkeit von der Planung über Engineering und Fertigung bis hin zum Betrieb. Eine Rückschau.

Es ist viel los auf Hoher See. Corona, Lieferkettenprobleme, Ukraine-Krieg, Fachkräftemangel: Die Globalisierung, das ging aus dem Vortrag von Hauke Schlegel, Geschäftsführer VDMA Marine Equipment and Systems hervor, steht durch das Weltgeschehen mächtig unter Druck. Lieferketten reißen, der Brexit schafft Handelsbarrieren mitten in Europa, Konflikte zwischen China und den USA multipliziert zahlreiche Herausforderungen und weltweit kommt es zu zunehmenden Handelshemmnissen im Maschinenbau. Das wirkt sich auch auf den Schiffbau aus. Gleiches gilt für aktuelle Megatrends: Der Bedarf nach größeren, komplexeren Schiffen trifft auf weltweit steigende Datenvolumina und die Anforderungen nach grünen, sicheren Technologien. Vor allem die maritime Energiewende verlangt schnell nach neuen Lösungen. 

Maritime Märkte unter Effizienzdruck. Und jetzt?

Hierzu, da waren sich Schlegel und die Rittal-Branchenexperten einig, braucht es Standardisierung, Modularisierung und Digitalisierung entlang der Schiffbau-Wertschöpfungskette.

„Digitalisierung, Dekarbonisierung, Lieferengpässe, Fachkräftemangel“, das sind massive Aufgaben, die die Schifffahrt zu bewältigen hat, sagt Hendrik Lehmann, Vertical Market Manager Maritim bei Rittal, der gemeinsam mit Karsten Wehlauer, Key Account Manager Maritim, durch den Branchentag führte. Deshalb brauche es die enge Zusammenarbeit der Stakeholder: von den Reedereien, über die Werften bis hin zu System-Lieferanten und Zulieferern. Um eine höhere Effizienz entlang der Schiffbau-Wertschöpfungskette zu erreichen, müssen die jeweiligen Ökosysteme ineinandergreifen, so die Botschaft.

Daten und Standardisierung sind entscheidend

Wie Eplan und Rittal diesen Ansatz unterstützen, präsentierte Nico Dang Xuan von Eplan. „Jeder hat seine unterschiedlichen Dokumentationen, aber alle arbeiten, teilweise über Jahre, zusammen an dem einen Projekt: dem Schiff.“ Ein großer Datenpool, der – finden Eplan und Rittal – zum Zwecke eines effizienten Datenaustausches verbunden werden sollte. Das gelte nicht nur im Bereich der physischen Lösungen an Bord, sondern im besonderen Maße auch für die Datendurchgängigkeit. „Es gilt schon im Bereich des Engineering bzw. in der Designphase auf übergreifende Software-Lösungen zu setzen, welche die Zusammenarbeit aller beteiligten Stakeholder im gesamten Prozess effizienter gestalten können.“ 

Mit „Rittal ePocket“, der digitalen Schaltplantasche, bieten Eplan und Rittal einen Datencontainer, der für ständig aktuelle Daten von Steuerungs- und Schaltanlagen sorgt. Über einen QR-Code am Schaltschrank lässt sich über die gesamte Lebensdauer auf die komplette Maschinen- und Anlagendokumentation inklusive dem jederzeit aktuellen Digitalen Zwilling in der Eplan Cloud zugreifen. Mitarbeiter in Service und Instandhaltung können so direkt an der Anlage per Smartphone oder Tablet auf die aktuellen Schaltpläne zugreifen. Das sichert im Fall der Instandsetzung eine schnelle Auffindbarkeit und zugleich schnelle Fehlerbehebung. Im Hafen und auf hoher See.

Wie wichtig Vernetzung und Datendurchgängigkeit sind, dass zeigte Dr. Kristine Bauer vom Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung. Die Expertin veranschaulichte, wie etwa Daten getriebene Virtual- oder Augmented-Reality-Technologien zur Effizienzsteigerung beitragen können. Ob Fernwartung in Echtzeit oder der Soll-Ist-Abgleich – „Wir sprechen bei AR und VR über die gesamte Prozesskette. Es gibt im maritimen Sektor überall Anwendungen, wo diese Technologien Abläufe schneller und smarter machen können.“ 

Immer smarter, darauf wies im Anschluss Stefan Peters von R+S Stolze hin, sollen auch die Kreuzfahrtschiffe werden. Licht einstellen, Kabine temperieren, Restaurant reservieren: Gäste stellen immer höhere Ansprüche an ihre Kabinen auf dem Kreuzfahrtschiff. Das produziert, darauf nahm auch Vanessa Böhmann von der Meyer Werft Bezug: Unmengen von Daten. Was herausfordernd bei der Integration von Standards für IT-Systeme werden kann, kann auf der anderen Seite auch Chancen bereithalten: „Wenn die Kabinen so smart sind, dass sie sich selbst steuern, tracken können, wann der Gast an Bord ist und wann nicht, dementsprechend Licht und Klimaanlage runterfahren kann und in dieser Zeit keine Energie verbraucht, ist das ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Schifffahrt“, so Peters.

Smarte Stromversorgung an Land und auf See

Dekarbonisierung und Digitalisierung, das waren auch Leitthemen, denen sich Raphael Görner, Leiter der globalen Business Unit Energy & Power Solutions bei Rittal, widmete. „Wir elektrifizieren uns überall, verdoppeln unseren Strombedarf. Wir brauchen deshalb Versorgungssicherheit bei gleichzeitiger Klima- und Umweltverträglichkeit, aber auch Wirtschaftlichkeit.“ Am Beispiel des bauartgeprüften und DNV klassifizierten Schalt- und Energieverteilanlagensystems VX25 Ri4Power zeigte er, wie Stromversorgung auf hoher See sicher funktioniert. „Und die brauchen wir auf dem Schiff selbst genauso wie an Land.“

Alle in einem Boot

Der Schlüssel auf die Zukunftsfrage(n), da waren sich alle Experten bei der abschließenden Paneldiskussion einig, heißt: Datendurchgängigkeit vom Engineering bis zum 3D-Aufbau und eine möglichst schnelle Standardisierung, um die Digitalisierung und die Dekarbonisierung im Schiffbau voranzubringen.

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