Olympia und Rückenschmerzen – Warum so viele Sportler leiden
Wer die Olympischen Spiele in Mailand und Cortina im Fernsehen verfolgt, hört fast im Minutentakt von Sportlerinnen und Sportlern, die große Probleme mit ihrem Rücken haben. Obwohl austrainiert und mit entsprechender Muskulatur ausgestattet, kommen viele nur mit Schmerztabletten durch die Wettkämpfe. „In vielen Disziplinen kommt es zu hohen Fliehkräften, harten Landungen, starken Vibrationen und extremen Rotationskräften“, sagt Dr. Reinhard Schneiderhan. Leiter des gleichnamigen Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) in München-Taufkirchen. „Das kann dann selbst die stärkste Muskulatur rund um die Wirbelsäule oft nicht mehr kompensieren.
Zu den rückenanfälligsten Sportarten zählen die alpinen Skiwettbewerbe. Insbesondere beim Slalom, aber auch in den anderen Wettbewerben wirken hohe Geschwindigkeiten, plötzliche Richtungswechsel und Stöße durch Unebenheiten oder Sprünge wie eine Dauerbelastung auf Rücken und Rumpfmuskulatur. Stürze mit unkontrollierten Drehbewegungen können neben dem gefürchteten Kreuzbandriss auch zu schmerzhaften Blockaden oder im Extremfall zu Wirbelverletzungen führen. „Für Olympiasportler ist es selbstverständlich, aber auch Freizeitskifahrer sollten sich akribisch auf die Wintersaison vorbereiten und möglichst das ganze Jahr die gesamte Rumpfmuskulatur, heute auch als Core-Muskulatur bekannt, regelmäßig trainieren“, rät Dr. Schneiderhan.
Noch belastender für den Rücken kann Snowboarden sein. Egal, ob Halfpipe, Slopestyle oder Boardercross, hier kommt es immer wieder zu harten Landungen, seitliche Belastungen und starken Rotationen. Das kann zu akuten Prellungen führen, aber auch langfristig einseitige Muskelspannungen und Fehlhaltungen fördern. „Ähnliche Mechanismen gelten für die Ski Freestyle-Disziplinen“, sagt Dr. Schneiderhan. „Sprünge, Rotationen und Landungen, teils auf Buckeln oder nach Tricks, erzeugen wiederholte Kompressions- und Torsionskräfte, die zu Mikroverletzungen führen können.“
Besonders intensiv ist die Belastung im Eiskanal: Beim Bobsport wirken hohe G-Kräfte und starke Vibrationen insbesondere auf die Hals-, aber auch die Lendenwirbelsäule. Die Sportlerinnen und Sportler müssen bei Geschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern Rumpf und Nacken konstant stabilisieren. Das sind Verspannungen vorprogrammiert. Gleichzeitig können die wiederholten Erschütterungen langfristig zu Verschleiß an Bandscheiben und Gelenkstrukturen beitragen. „Manche Bobbahnen bieten Fahrten für Touristen an“, sagt Dr. Schneiderhan. „Diese sollte man aber möglichst nur dann buchen, wenn die Rumpf- und Nackenmuskulatur ausreichend stark ist.“
Ein Sonderfall ist das Rennrodeln: Bei hohen Geschwindigkeiten und engen Kurven werden Halswirbelsäule und Nackenmuskulatur extrem beansprucht. Der Kopf muss gegen die wirkenden Kräfte stabilisiert werden, ruckartige Lenkbewegungen und Vibrationen erhöhen die Belastung zusätzlich. Möglich sind akute Probleme wie Schleudertrauma-ähnliche Beschwerden – und langfristig auch Verschleißerscheinungen im Bereich der Halswirbelsäule. Es braucht langes und regelmäßiges Training, ehe man einigermaßen gefahrlos auf dem Rodelschlitten die Bahn runterrasen kann.
Beim Eiskunstlauf ist die Belastung für den Rücken deutlich höher als beim normalen Eislaufen: Während klassisches Schlittschuhlaufen durch die gleichmäßigen, gleitenden Bewegungen in der Regel sehr gelenkschonend ist, wird es im Eiskunstlauf vor allem dann problematisch, wenn Sprünge, schnelle Drehungen und Überstreckungen hinzukommen. „Diese Elemente erzeugen hohe Stoß- und Rotationskräfte, die Bandscheiben und kleine Wirbelgelenke reizen können“, sagt Dr. Schneiderhan. „Normales Schlittschuhlaufen hingegen ist sehr empfehlenswert, vorausgesetzt man steht sicher auf den Kufen.“
Fazit: Fast alle Wintersportdisziplinen sind eine Herausforderung für den Körper, auch im Freizeitbereich. Neben schlimmen Verletzungen sind es oft wiederholte Erschütterungen, Rotationen und hohe Stabilisationsanforderungen, die den Rücken zur dauerhaften Problemzone machen können. „Doch wer sich rechtzeitig muskulär vorbereitet, am besten das ganze Jahr über, trainiert, auf gute Technik sowie dosierte Belastungssteigerung achtet, kann das Risiko für Rückenschmerzen deutlich reduzieren“, sagt Dr. Schneiderhan.
Über die MVZ Praxisklinik Dr. Schneiderhan & Kollegen:
1993 ließ sich Dr. Reinhard Schneiderhan als Orthopäde nieder. Seit 1996 ist die MVZ Praxisklinik Dr. Schneiderhan & Kollegen als interdisziplinäres Kompetenzzentrum für Wirbelsäulenschmerzmedizin auf die Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen spezialisiert. In den zwei medizinischen Versorgungszentren am Standort München/Taufkirchen arbeiten insgesamt 14 Ärzte aus den Fachbereichen Orthopädie und Schmerztherapie, Neurochirurgie, Neurologie, Diagnostische Radiologie, Allgemeinmedizin sowie Physikalische und Rehabilitative Medizin fachübergreifend in einem Team zusammen. Für den Patienten wird ein individuell passendes Konzept für die bestmögliche Behandlung entwickelt nach dem Grundsatz: „So viel wie nötig, so wenig und schonend wie möglich.“ Bei vielen minimalinvasiven Behandlungen ist die MVZ Praxisklinik Dr. Schneiderhan & Kollegen Vorreiter in Europa und zählt mit über 40.000 durchgeführten minimalinvasiven Eingriffen an der Wirbelsäule mit zu den erfahrensten Spezialisten in Europa.
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