Zeitmangel in der Pflege: „Warum auf Reformen warten, wenn wir mit kleinen Umstellungen schon jetzt viel verbessern können?“
Das Thema ist völlig zu Recht hoch aufgehängt, aber selbst die größte Reform keine Lösung für jede einzelne Herausforderung bieten. Eine Reform kann Rahmenbedingungen setzen, aber konkrete Verbesserungen entstehen erst aus der praktischen Umsetzung in den Einrichtungen. Denn dort findet man die praktische Expertise. Und es zeigt sich immer wieder, dass man für Verbesserungen nicht unbedingt immer eine große Reform braucht. Gerade kleine Verbesserungen, die aber einen deutlichen Effekt auf den Alltag in den Einrichtungen haben, kommen meist aus den Einrichtungen selbst. Denn die Menschen, die dort arbeiten, wissen meist am besten, wie man mit relativ wenig Aufwand und kostenneutral spürbare Verbesserungen für die Versorgung der Bewohner und die Arbeitsbedingen erreichen kann.
Finden Sie nicht, dass sich das, in Anbetracht der Milliardendefizite der Pflegekassen heute und der kommenden gewaltigen Herausforderungen durch den demografischen Wandel, nur nach einem Tropfen auf dem heißen Stein anhört?
Die Herausforderungen sind tatsächlich gewaltig – und das schon heute. Wir müssen den Menschen, die in den Pflegeeinrichtungen arbeiten, dankbar sein, dass sie das System noch am Laufen halten. Sie alle verdienen eine angemessene Bezahlung – und zusätzlich unseren größten Respekt. Weiter verschärft wird die Situation dadurch, dass die Anzahl der Pflegebedürftigen in der ambulanten und stationären Pflege weiter rapide ansteigen wird. Mit einem Abflachen der Kurve ist erst ab 2040 zu rechnen. Gleichzeitig haben wir zu wenige Pflegekräfte, von denen übrigens in den kommenden Jahre viele in Rente gehen werden. Dieser Personalmangel lässt sich auch durch die Anwerbung von Kräften im Ausland nicht einfach beheben. Unter dem Personalmangel leidet natürlich die Qualität der Pflege, denn pro Bewohner steht immer weniger Zeit zur Verfügung. Wenn aufgrund von Zeitmangel weniger und niederqualitativer dokumentiert wird, besteht auch die Gefahr, bei einer Prüfung durch den Medizinischen Dienst eine schlechte Bewertung zu erhalten. Die Zeit ist also der Punkt, an dem man ansetzen muss. Und das beginnt nicht mit einer Reform, sondern mit kleinen Verbesserungen im Pflegealltag.
Dann nennen Sie doch bitte ein konkretes Beispiel, wie mit wenig Aufwand viel erreichen ließe.
Ich denke, ein sehr gutes Beispiel sind unsere Inkontinenzprodukte. Wir haben unsere Produkte auf das Ziel hin entwickelt, mit nur drei Produkten pro Tag auszukommen. Das ist deutlich weniger als bei vergleichbaren Inkontinenzprodukten. Das setzt eine höhere Qualität voraus und daher können wir unsere Produkte natürlich nicht zu Niedrigstpreisen anbieten. Aber: Der Verbrauch ist geringer, weniger Wechsel bedeuten auch eine große Zeitersparnis. Unsere Produkte nehmen Flüssigkeit sehr schnell auf sorgen so für sofortige Trockenheit. Das spart die sehr zeitaufwändigen Reinigungen, weil weniger ausläuft und reduziert auch Folgeprobleme wie IADs und Intertrigo. Es rechnet sich also mehrfach: Von den Kosten her, von der Versorgungsqualität und vor allem bleibt damit mehr Zeit für die Bewohner. Da ist dann auch mal wieder ein Schwätzchen drin, anstatt zum nächsten Zimmer zu hetzen.
Das wäre schön. Aber besteht nicht die Gefahr, dass dieser Zeitgewinn von der Bürokratie und Dokumentationspflichten wieder aufgefressen wird?
Sie hatten ja bereits das Thema Digitalisierung erwähnt. Über unsere Software Attincare lässt sich die Bestellung weitgehend automatisieren, damit lassen sich Versorgungspläne erstellen und sie ermöglicht auch die Auswertung. Die Software ist auch als Mobile-App für das Pflegepersonal erhältlich. Damit lässt sich die sonst so zeitfressende Dokumentation der Inkontinenzprodukte ganz nebenbei digital erledigen. Wichtig bei unseren digitalen Lösungen ist uns, dass diese so einfach und intuitiv konzipiert sind, dass sie sich auch gut in den Alltag in Pflegeeinrichtungen integrieren lassen. Denn nur was wirklich funktioniert, ermöglicht einen Gewinn an Zeit und Qualität. Wir bieten zum Beispiel Schulungen zu unseren Produkten, in denen sich Zertifizierungen erwerben lassen, als E-Learning an. Das ist einfacher für das Pflegepersonal und zeitlich flexibler als Präsenzveranstaltungen vor Ort. Das nur für sich betrachtet ist nur ein kleiner Beitrag, um den notwendigen Veränderungsprozess in der Pflege praxisnah und niederschwellig zu gestalten. Aber es zeigt dem Pflegepersonal auch, dass es selbst etwas bewegen kann – und legt damit die Basis für kontinuierliche und praxistaugliche Verbesserung.
Attends mit Sitz in Schwalbach bei Frankfurt am Main ist seit mehr als 45 Jahren einer der führenden Entwickler und Hersteller hochwertiger Produkte für Menschen mit Blasenschwäche und Inkontinenz sowie anerkannter Leistungserbringer der Krankenkassen.
Attends gehört zu dem internationalen Konzern Attindas Hygiene Partners, einem führenden Anbieter von absorbierenden Hygienelösungen. Mit weltweit über 2.000 Mitarbeitenden setzt Attends sich für die Gesundheit, die Würde und das Wohlbefinden seiner Kunden ein. Der Hersteller entwickelt, produziert und vermarktet Hygieneprodukte, welche die Lebensqualität von Menschen verbessern und engagiert sich in der Aufklärung zu dem Thema.
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