Maßnahme der Fortbildungsakademie der Wirtschaft gGmbH für Langzeitarbeitslose
Fünf Frauen und Männer arbeiten fleißig an ihren Werkbänken. Sonst sind sie sechs Leute, doch einer von ihnen ist gerade im Urlaub. Die Arbeitsschritte sehen sicher aus, die Handgriffe sitzen. Es ist ein eingespieltes Team.
Sie sind Teil des Projekts „Upcycling – Mehrwerte schaffen“, einer Maßnahme der Fortbildungsakademie der Wirtschaft gGmbH (faw), die vom Jobcenter gefördert wird. Damit gehören sie zu knapp 2.000 Menschen, die sich Stand Januar 2026 im Land Brandenburg in sogenannten „Beschäftigung schaffende Maßnahmen“ befinden (Quelle: Arbeitsmarktbericht der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg Januar 2026).
„Ziel ist es, die persönliche Entwicklung der Teilnehmenden zu fördern und ihnen Stabilität zu geben“, erklärt Jürgen Thomas. Der Handwerksmeister ist seit drei Jahren beim faw und Anleiter der Maßnahme. „Am Anfang finden wir gemeinsam Ideen, was sie machen können. Zum Bespiel entstehen aus alter Kleidung Beutel für die Tafel. Nadin bastelt wunderschöne Postkarten. Die Empfänger sind immer gemeinnützig.“
Zusammenarbeit mit dem KiEZ Hölzerner See
Zu den Empfängern gehört auch das KiEZ Hölzerner See. Das Kinder- und Jugenderholungszentrum aus Heidesee, das unter anderem Ferienlager und Schulfahrten anbietet, setzt nun schon seit zwei Jahren auf die faw. Während der Maßnahme haben Teilnehmende mittlerweile mehr als 120 Bänke saniert, die man sonst entsorgt hätte.
„Es ist ein großartiges Projekt, das wir sehr gerne unterstützen und hoffentlich noch lange unterstützen können“, so der Geschäftsführer des KiEZes David Hoffmeister. „Die Teilnehmenden leisten wirklich hervorragende Arbeit. Als KiEZ spielt die soziale Verantwortung für uns eine große Rolle. Das Projekt ist daher auch eine Herzensangelegenheit.“
Heute bauen die Teilnehmenden Nistkästen. Diese sollen dann an Kitas gehen.
„Die Leute haben teilweise noch nie eine Säge in der Hand gehabt. Und ich bringe sie dazu, nach einem halben Jahr voller Selbstbewusstsein danach zu greifen“, erklärt Jürgen Thomas stolz.
Man sieht den Teilnehmenden an, dass sie Spaß haben. Sie lachen gemeinsam, kennen sich gut. Seit fast sechs Monaten sind sie nun 35 Stunden die Woche zusammen. Was sie vereint: Sie sind seit längerer Zeit arbeitslos.
Hinter jedem Langzeitarbeitslosen steht eine Geschichte
„Die Maßnahme war eine Empfehlung vom Jobcenter“, erklärt Marina B.
Die 27-Jährige ist alleinerziehende Mutter, im Berufsvorbereitungsjahr ist sie damals mit 18 Jahren schwanger geworden. Dann war sie im Mutterschutz, hat sich um ihr Kind gekümmert. Zwischendurch war sie in einer Firma für Gartenlandschaftsbau als Helferin angestellt, doch die Aufträge nahmen ab.
Die Maßnahme hat sie darin bestärkt, dass sie gerne im handwerklichen Bereich arbeiten würde. Jürgen Thomas möchte sie dabei unterstützen, eine Ausbildung in dem Bereich zu finden. Zunächst wurde die Maßnahme für weitere sechs Monate verlängert, sie bleibt Teil der Gruppe und kann ihre Fähigkeiten weiter ausbauen.
Eine besonders schöne Nachricht: Am 02.03.2026 könnte Heino K. in einem neuen Job in Alt-Mariendorf als LKW-Fahrer starten. Damit kehrt er nach mehreren Jahren der Arbeitssuche in seinen gelernten Beruf als Berufskraftfahrer zurück.
Nur an einer Stelle hakt es: Er braucht ein Auto, um seine Arbeitsstelle zu erreichen.
„Bei mir fährt der letzte Bus um 20 Uhr, ich fange aber um 1 Uhr an. Ohne geht es nicht.“
Vor dem gleichen Problem steht auch Dirk Z. Er ist gelernter Verkäufer für Baustoffhandel, zuletzt hat er im Lager eines riesigen Onlineversandhändlers gearbeitet. Dann kam Corona und er wurde krank.
„Ich bewerbe mich immer weiter“, sagt der 48-Jährige. „Aber ohne Auto ist es schwierig zur Arbeit zu kommen.“
Zuhause habe er es nicht mehr ausgehalten, er hat kaum Kontakte. In der Maßnahme kommt er wieder unter Menschen.
„Ich würde es auf jeden Fall empfehlen. Man lernt etwas Neues und sie unterstützen auch bei privaten Problemen.“
Auch die anderen Teilnehmenden haben nur Positives zu berichten.
Gerda F. ist nun schon seit einem Jahr bei der Maßnahme dabei. Nach ihrer Ausbildung war sie in einem Ferienunternehmen und in einem großen Veranstaltungssaal in der Reinigung tätig. Sie hat zwei Töchter, eine von ihnen war pflegebedürftig und auch ihre Mutter brauchte Betreuung.
„Danach war es schwer, Fuß zu fassen“, erinnert sie sich.
Die Maßnahme gefällt ihr gut, besonders auch, weil sie etwas Sinnvolles macht. „Ich finde, mit Holz zu arbeiten – zum Beispiel Abschleifen und Lackieren – gut. Man lernt dazu, auch für das private Leben.“
Die letzte im Team ist Nadin H. Die 49-Jährige hat 1999 eine Ausbildung im Gartenbau gemacht mit der Fachrichtung Zierpflanzen. Danach hat sie auf einem Friedhof gearbeitet, zwei Jahre war sie bei der Tafel. Auch eine Weiterbildung zur Bürokraft hat sie absolviert.
In der Maßnahme kann sie ihre Kreativität fördern. Stolz zeigt sie Bilder von Postkarten, die sie erstellt hat. Wunderschöne Weihnachtskränze, die unter anderen an das KiEZ Hölzerner See gingen und dort Kinderaugen zum Strahlen brachten.
„Ich finde die Sozialbindung toll“, verrät sie. „Nach der ersten Maßnahme bin ich in ein Loch gefallen.“ Das wird dieses Mal nicht passieren, denn bei ihr wurde die Maßnahme für weitere sechs Monate verlängert.
Eine Maßnahme, die Hoffnung bringt
Jürgen Thomas freut sich über das großartige Feedback. Ihm sind die Menschen in der Maßnahme wichtig, er ist mit Herz und Seele dabei.
Sein größter Wunsch: „Es wäre schön, wenn ich einem von ihnen in ein paar Jahren über den Weg laufen würde und derjenige sagt: ‚Die Maßnahme war wirklich toll und hat mir echt was gebracht.‘“
Vielleicht geht dieser Wunsch in Erfüllung, wenn Heino K. doch ein Auto findet. Das Jobcenter gibt ihm dafür finanzielle Unterstützung, doch die sind an Vorgaben gekoppelt. So muss das Auto zwei Jahre Garantie haben.
„Das ist bei Gebrauchtwagen sehr schwierig“, berichtet Heino K. Doch er gibt nicht auf und Jürgen Thomas unterstützt, so gut er kann.
„Wir möchten den Leuten ja helfen, Fuß zu fassen“, sagt er. „Das wäre doch unglaublich, wenn es daran scheitert.“
Der Einsatz von Jürgen Thomas ist sicherlich auch einer der Gründe, warum die Teilnehmenden mit der Maßnahme weitermachen möchten und nur gutes Feedback haben. Man spürt die Positivität im Raum, die Herzlichkeit. Die Teilnehmenden gehen einer Beschäftigung mit Sinn nach, haben wieder soziale Kontakte und finden so zurück zu Stabilität und Selbstbewusstsein.
Schon allein dadurch kann man die Maßnahme als vollen Erfolg sehen.
Wilkommen im Abenteuer- und Wasserparadies in Brandenburg!
Der g. Kinder- und Jugenderholung Dubrow-Dahmetal e.V. ist Trägerverein des KiEZ Hölzerner See, einem Kinder- und Jugenderholungszentrums in Brandenburg.
Seit 1994 finden Schulklassen, Kitagruppen, Vereine und Familien auf dem Gelände Unterkünfte und Freizeitaktivitäten, die ihren Aufenthalt unvergesslich machen. Eines der Hauptthemen des KiEZes ist die Umweltbildung im Bereich "Wasser". Dazu gibt es eine Wasserwelt, die sich aus drei Bausteinen zusammensetzt: das Wasserwerk, das Haus des Wassers und den Wasserwald.
Kinder und Jugendliche lernen hier die Bedeutung von "Wasser" für das Ökosystem kennen und können spannende Experimente im Wasserlabor durchführen. Sport-Fans haben zudem die Möglichkeit, sich Kanus, SUPs und ein Tretboot auszuleihen und damit den Hölzernen See zu erkunden.
Jedes Jahr bietet das KiEZ auch eigene Ferienlager in den Oster-, Sommer- und Herbstferien. Jedes Feriencamp hat ein eigenes Thema und unterschiedliche Highlights.
g. Kinder- und Jugenderholung Dubrow-Dahmetal e.V.
Weg zum Frauensee 1
15754 Heidesee OT Gräbendorf
Telefon: +49 (33768) 989-10
Telefax: +49 (33768) 989-20
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