Halswirbelbruch bei Jonathan Klinsmann
„Bei einem Halswirbelbruch handelt es sich nicht um eine gewöhnliche Knochenverletzung, sondern um einen potenziellen Notfall“, sagt Dr. Reinhard Schneiderhan, Leiter der Praxisklinik Dr. Schneiderhan & Kollegen in München-Taufkirchen. „Im Bereich der Halswirbelsäule verlaufen Rückenmark, Nervenbahnen und wichtige Strukturen, die für Bewegung, Gefühl, Atmung und viele weitere Körperfunktionen entscheidend sind. Verletzungen in diesem Bereich können deshalb weit über starke Schmerzen hinausgehen und im schlimmsten Fall neurologische Ausfälle verursachen.“
Zur Erklärung: Bei einem Halswirbelbruch kommt es zu einem Bruch eines oder mehrerer der sieben Halswirbel. Ursache ist meist ein starkes Trauma, etwa durch einen heftigen Aufprall, einen Sturz, einen Verkehrsunfall oder, wie im Fall von Jonathan Klinsmann, einen Zusammenprall im Sport. Entscheidend ist dabei nicht nur, welcher Wirbel betroffen ist, sondern auch, wie stabil oder instabil die Fraktur ist und ob zusätzlich Bänder, Bandscheiben oder das Rückenmark verletzt wurden. Genau davon hängt ab, wie gefährlich die Verletzung ist und welche Behandlung erforderlich wird.
Den Berichten zufolge ist bei Jonathan Klinsmann der erste Halswirbel betroffen. Das ist medizinisch besonders relevant, weil es sich dabei um den Atlas und damit den obersten Halswirbel direkt unter dem Schädel handelt. Er trägt den Kopf und zusammen mit dem darunter liegenden Wirbel ist er für die Beweglichkeit des Halses enorm wichtig. Eine Fraktur an dieser Stelle ist eine Verletzung an einer anatomisch besonders sensiblen Schlüsselstelle.
Die möglichen Folgen reichen von heftigen Nackenschmerzen, Bewegungseinschränkungen und Muskelverspannungen bis hin zu Taubheitsgefühlen, Kribbeln, Lähmungen oder Störungen von Blasen- und Darmfunktion. Wird das Rückenmark geschädigt, kann es, je nach Höhe und Schwere der Verletzung, sogar zu einer Tetraplegie kommen, also zu Lähmungen an Armen und Beinen. Bei hohen Halswirbelverletzungen können zudem die Atmung und andere lebenswichtige Funktionen beeinträchtigt werden. „Glücklicherweise führt aber nicht jede Halswirbelfraktur zu schweren Dauerschäden“, sagt Dr. Schneiderhan. „Aber jede Fraktur in diesem Bereich muss so behandelt werden, als könnte sie instabil sein, bis das Gegenteil sicher nachgewiesen ist.“
Umso wichtiger sind die richtigen Sofortmaßnahmen. Besteht der Verdacht auf einen Halswirbelbruch, dürfen Betroffene nach Möglichkeit nicht bewegt werden. Der Kopf-Hals-Bereich muss stabilisiert und der Rettungsdienst sofort alarmiert werden. Bei Jonathan Klinsmann haben die Ersthelfer richtig reagiert. Auf Fernsehbildern und Fotos ist bei seinem Abtransport zu sehen, dass Hals- und Kopfbereich stabilisiert wurden. „Bis zum sicheren Ausschluss einer schweren Verletzung muss die betroffene Person konsequent ruhiggestellt werden“, sagt Dr. Schneiderhan. „Anschließend folgen die neurologische Untersuchung sowie die Bildgebung, meist vor allem per CT, gegeben falls ergänzt durch MRT, wenn der Verdacht auf Verletzungen von Rückenmark, Bändern oder Weichteilen besteht.“
Die Therapie richtet sich dann nach Art und Stabilität der Fraktur. Bei so genannten stabilen Verletzungen reichen meist konservative Maßnahmen aus. Dazu gehört die konsequente Ruhigstellung durch eine Halskrause oder andere Fixationssysteme sowie engmaschigen Kontrollen und später physiotherapeutischer Begleitung. Bei instabilen Frakturen oder Verletzungen mit neurologischen Auffälligkeiten ist ein operativer Eingriff nötig“, sagt Dr. Schneiderhan. „Das Ziel ist immer, die Stabilität wiederherzustellen und Folgeschäden zu verhindern.“
Der Heilungsverlauf ist individuell sehr unterschiedlich. Er hängt unter anderem davon ab, welcher Halswirbel betroffen ist, ob die Fraktur stabil oder instabil war, ob eine Operation nötig wurde und ob neurologische Strukturen verletzt wurden. Knochenheilung und funktionelle Erholung brauchen in der Regel Wochen bis Monate. Bei unkomplizierten Verläufen kann die Fraktur unter konsequenter Ruhigstellung ausheilen, bei komplizierteren Verletzungen schließt sich oft eine längere Rehabilitation an. „Geduld ist hier ein entscheidender Teil der Therapie“, betont Dr. Schneiderhan. „Eine zu frühe Belastung kann den Heilungsprozess gefährden.“
1993 ließ sich Dr. Reinhard Schneiderhan als Orthopäde nieder. Seit 1996 ist die MVZ Praxisklinik Dr. Schneiderhan & Kollegen als interdisziplinäres Kompetenzzentrum für Wirbelsäulenschmerzmedizin auf die Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen spezialisiert. In den zwei medizinischen Versorgungszentren am Standort München/Taufkirchen arbeiten insgesamt 14 Ärzte aus den Fachbereichen Orthopädie und Schmerztherapie, Neurochirurgie, Neurologie, Diagnostische Radiologie, Allgemeinmedizin sowie Physikalische und Rehabilitative Medizin fachübergreifend in einem Team zusammen. Für den Patienten wird ein individuell passendes Konzept für die bestmögliche Behandlung entwickelt nach dem Grundsatz: „So viel wie nötig, so wenig und schonend wie möglich.“ Bei vielen minimalinvasiven Behandlungen ist die MVZ Praxisklinik Dr. Schneiderhan & Kollegen Vorreiter in Europa und zählt mit über 40.000 durchgeführten minimalinvasiven Eingriffen an der Wirbelsäule mit zu den erfahrensten Spezialisten in Europa.
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