Schlafstörungen nehmen zu: RKI-Panel weist für 2024 bei 35,3 Prozent der Erwachsenen in Deutschland Ein- oder Durchschlafprobleme aus
Ein Drittel berichtet über Probleme beim Durchschlafen
Nächtliches Aufwachen ist die häufigste Beschwerde. Laut RKI berichten 33 Prozent der Erwachsenen von Durchschlafproblemen und 17 Prozent von Problemen beim Einschlafen. Bei 13 Prozent treten beide Beschwerden gemeinsam auf. Insgesamt weist die Auswertung für die Altersgruppe von 18 bis 79 Jahren einen Anteil von 35,3 Prozent aus.
Der Abstand zur Erhebung von 2008 bis 2011 beträgt fünf Prozentpunkte
Die Werte lassen sich mit einer älteren Untersuchung vergleichen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts lag der Anteil in der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland aus den Jahren 2008 bis 2011 noch bei 30,3 Prozent. Für die aktuelle Auswertung wurden mehr als 14.000 Frauen und mehr als 12.000 Männer einbezogen. Als mögliche Erklärungen nennen die Autorinnen und Autoren eine gestiegene Mediennutzung, besonders über das Smartphone, sowie mehrere gesellschaftliche Krisen.
„Fünf Prozentpunkte in gut zehn Jahren klingen unspektakulär, betreffen aber Millionen Menschen. Wer schlecht schläft, sollte zuerst die eigenen Abendgewohnheiten prüfen, bevor er zu Präparaten greift“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Fehltage im Beruf erreichen in Westfalen-Lippe einen Höchststand
Neben der Verbreitung wächst auch die Zahl der Ausfalltage im Beruf. Laut einer Analyse der AOK NordWest (Allgemeine Ortskrankenkasse) vom 10. März 2026 verursachten nichtorganische Schlafstörungen bei den dort versicherten Beschäftigten in Westfalen-Lippe im Jahr 2025 insgesamt 163.566 Fehltage. Die zentralen Werte der Auswertung im Überblick:
- 566 Fehltage im Jahr 2025 in Westfalen-Lippe, ein Höchststand nach jahrelangem Anstieg
- 681 Fehltage im Jahr 2024, woraus sich ein Zuwachs von 18,8 Prozent ergibt
- 665 Fehltage im Jahr 2020 und damit mehr als eine Vervierfachung binnen fünf Jahren
- 128 Versicherte, die im Jahr 2025 deswegen in ärztlicher Behandlung waren
Als auslösende Faktoren nennt die Analyse Stress, Termindruck, Sorgen und Schichtarbeit. Auch eine intensive abendliche Nutzung von Fernseher, Computer oder Smartphone kann den Schlaf-Wach-Rhythmus verschieben. Schlaf- und Beruhigungsmittel empfiehlt die Kasse nur in Ausnahmefällen und nach Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt.
Was sich an Licht und Umgebung ändern lässt
Beim Licht am Abend setzt der praktikabelste Hebel an. Eine Übersicht zu Brillen mit Blaulichtfilter für den Abend fasst zusammen, wie sich Bildschirmlicht vor dem Zubettgehen dämpfen lässt. Feste Zubettgehzeiten, eine kühle Schlafumgebung und vollständige Dunkelheit gelten seit Langem als Grundlage.
Für den August 2026 heißt das vor allem eines: Die Datenlage ist deutlich belastbarer als in den Jahren zuvor. Ob die Zunahme anhält, zeigt erst eine weitere Erhebungswelle des RKI-Panels.
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