Gartenmöbel verlieren im ersten Halbjahr 2026 7,0 Prozent Umsatz, während das Segment mit Klimageräten um 29,0 Prozent zulegt
Vier Zahlen aus der Halbjahresbilanz ordnen die Saison 2026 ein
Der Gesamtumsatz sagt für sich genommen wenig über den Garten aus. Laut der Halbjahresbilanz verzeichneten die Märkte in Deutschland allein im Juni 2026 ein Umsatzplus von 5,8 Prozent. Das zweite Quartal kam auf 6,46 Milliarden Euro, das erste auf 4,53 Milliarden Euro.
Der Verband führt den Juni-Anstieg auf die frühen Hitzeperioden zurück. Gekauft wurden demnach vor allem Klimageräte, Ventilatoren und Bewässerungstechnik. Laut derselben Mitteilung legte das Segment Technik, Büro und Unterhaltung im ersten Halbjahr um 29,0 Prozent zu; in ihm führen die meisten Unternehmen ihre Klimageräte. Freizeit- und Saisonwaren mit Pools und Strandzubehör kamen auf ein Plus von 6,9 Prozent.
Möbel für draußen konkurrieren im Budget mit Kühlgeräten
Die Verschiebung geht zulasten der langlebigen Anschaffungen. Ein Ventilator kostet wenig und wirkt sofort, eine Loungegruppe kostet viel und hält Jahre – bei anhaltender Kaufzurückhaltung fällt die Entscheidung zugunsten der kleinen Lösung. Die Sortimentsübersicht des Verbands führt beide Bewegungen nebeneinander auf.
„Eine Hitzewelle verkauft Ventilatoren, keine Sitzgruppen. Wenn die Terrasse im Hochsommer zu heiß zum Sitzen ist, verschiebt sich das Budget von der Ausstattung zur Abkühlung“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Gartenmöbel stehen an zweiter Stelle der Verlustliste
Drei Sortimente führen die Verlustliste der Bau- und Gartenfachmärkte in Deutschland an. Der Verband nennt für den Zeitraum Januar bis Juni 2026 jeweils die Veränderung gegenüber dem Vorjahreszeitraum:
- Fliesen: 8,3 Prozent weniger Umsatz
- Gartenmöbel: 7,0 Prozent weniger Umsatz
- Eisenwaren und Sicherungstechnik: 6,8 Prozent weniger Umsatz
Der Rückgang beschränkt sich nicht auf Deutschland. Nach Angaben des Verbands verloren dieselben Warengruppen auch in den Nachbarländern: In Österreich lag das Minus bei Möbeln für den Außenbereich bei 6,0 Prozent, in der Schweiz bei 11,9 Prozent. Datengrundlage aller drei Länderwerte ist der Total-Store-Report der GfK mit Stand August 2026.
Wer im Herbst einlagert, entscheidet über die nächste Saison
Mit dem Ende der Saison beginnt der Teil, der über die Lebensdauer entscheidet. Geflecht, Holz und Textilbezüge altern nicht im Sommer, sondern über den Winter: durch stehende Nässe, Frost und Laub, das auf der Sitzfläche liegen bleibt. Wie sich Auflagen und Kissen platzsparend unterbringen lassen, zeigt eine Betrachtung von Loungemöbeln mit integriertem Stauraum.
Die nächsten Branchenzahlen folgen im Quartalsrhythmus. Ob der Rückgang bei den Möbeln für den Außenbereich ein Saisoneffekt war oder eine dauerhafte Verschiebung, zeigt erst die nächste Zwischenbilanz des Verbands.
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