TEMPEST-Systeme warten, ohne die Zertifizierung zu gefährden – Warum Wechselrahmen unverzichtbar sind
- Die Gehäuseversiegelung bleibt unangetastet.
- Defekte oder veraltete Laufwerke lassen sich einfacher austauschen.
- Ausfallzeiten und Wartungsaufwand können reduziert werden.
- Eine erneute Prüfung nach jedem Laufwerkswechsel kann vermieden werden, sofern die konkrete Zertifizierung dies zulässt.
TEMPEST-Systeme wartungsfreundlich machen – ohne erneute Zertifizierung
TEMPEST-Systeme schützen vertrauliche Informationen vor dem Auslesen über elektromagnetische Abstrahlung (EMSEC). Nach erfolgreicher TEMPEST-Zertifizierung werden diese Systeme in der Regel versiegelt. Das bedeutet: Das Gehäuse darf anschließend nicht mehr geöffnet werden, ohne die Zertifizierung zu gefährden oder eine erneute Prüfung erforderlich zu machen.
Genau hier entsteht in der Praxis ein Problem. SSDs oder Festplatten müssen regelmäßig ausgetauscht, erweitert oder für Backup- und Transportzwecke entnommen werden. Professionelle Wechselrahmen ermöglichen genau diese Wartungsarbeiten, ohne das versiegelte Gehäuse zu öffnen.
Dadurch bleiben TEMPEST-zertifizierte Systeme wartungsfreundlich, reduzieren Ausfallzeiten und können hohe Kosten für eine erneute Zertifizierung vermeiden.
Wichtiger Hinweis: Die konkreten Anforderungen hängen vom jeweiligen TEMPEST- beziehungsweise EMSEC-Zertifizierungsverfahren, der Systemkonstruktion und den Vorgaben der zuständigen Prüfstelle ab. Der Einsatz eines Wechselrahmens sollte deshalb bereits in der Planungs- und Zertifizierungsphase abgestimmt werden.
Warum sind TEMPEST-Systeme besonders wartungsintensiv?
TEMPEST-Systeme kommen überall dort zum Einsatz, wo höchste Sicherheitsanforderungen gelten. Dazu gehören unter anderem:
Typische Einsatzbereiche
- Behörden
- Militär
- Nachrichtendienste
- Betreiber kritischer Infrastrukturen
- Forschungseinrichtungen
- Unternehmen mit geheimhaltungsbedürftigen Daten
Folgen einer Gehäuseöffnung
Nach der Zertifizierung schützt eine Gehäuseversiegelung die Integrität des Systems. Wird das Gehäuse beispielsweise zum Austausch einer SSD geöffnet, kann die Zertifizierung nicht mehr unverändert gelten.
System und Abschirmung müssen dann gegebenenfalls erneut überprüft oder zertifiziert werden.
Die Lösung: Wechselrahmen bereits vor der TEMPEST-Zertifizierung integrieren
Aus diesem Grund setzen viele Systemintegratoren bereits während der Systemintegration auf professionelle Wechselrahmen. Diese werden vor der TEMPEST-Zertifizierung installiert und anschließend gemeinsam mit dem Gesamtsystem zertifiziert.
Der entscheidende Vorteil:
Die eigentliche Gehäuseversiegelung bleibt dauerhaft unangetastet, während sich SSDs oder andere Speichermedien von außen wechseln lassen.
Dadurch können beispielsweise:
- defekte SSDs ersetzt werden,
- Speicherkapazitäten erweitert werden,
- Datenträger für Backups entnommen werden,
- Laufwerke sicher transportiert werden,
ohne dass das eigentliche TEMPEST-Gehäuse geöffnet werden muss. Gerade bei sicherheitskritischen IT-Systemen spart dieses Konzept langfristig Zeit, Kosten und Wartungsaufwand.
TEMPEST-Systeme einfach nachrüsten
Nicht nur speziell entwickelte TEMPEST-Rechner profitieren von Wechselrahmen. Auch vorkonfigurierte Office-Computer und Workstations großer Hersteller wie Dell, HP oder Lenovo werden häufig für den Einsatz in Hochsicherheitsumgebungen angepasst.
Da die werkseitig verbauten SSDs meist fest im Gehäuse montiert sind, wäre ein späterer Austausch nur durch Öffnen des Gehäuses möglich.
Deshalb werden vor der TEMPEST-Zertifizierung häufig passende Wechselrahmen nachgerüstet. So bleiben zukünftige Laufwerkswechsel möglich, ohne die Gehäuseversiegelung zu beschädigen.
Vor allem Unternehmen, Behörden und Systemhäuser profitieren von dieser Vorgehensweise, wenn bestehende Hardware für EMSEC- oder TEMPEST-Anwendungen vorbereitet wird.
Welche Wechselrahmen eignen sich für TEMPEST-Systeme?
Je nach Gehäuse und Einsatzbereich kommen unterschiedliche Lösungen infrage. Entscheidend sind unter anderem der vorhandene Einbauschacht, die verwendete Schnittstelle, die Anzahl der benötigten Laufwerke und die Anforderungen der jeweiligen Sicherheitsarchitektur.
MB833MK-B V2
Ermöglicht den komfortablen Austausch einer PCIe 4.0 M.2 NVMe SSD über die Gehäusefront. Das integrierte Schloss schützt das Laufwerk vor unbefugtem Zugriff und physischem Diebstahl.
MB601M2K-1B
Bietet einen frontseitigen Zugriff auf eine PCIe 4.0 M.2 NVMe SSD und verfügt ebenfalls über ein integriertes Schloss für zusätzlichen physischen Schutz.
MB834MK-B V2
Wenn zwei wechselbare M.2 NVMe SSDs auf kleinem Raum benötigt werden, ermöglicht dieses Modell den Zugriff auf beide Laufwerke über die Front des Systems.
MB840M2P-B
Ermöglicht den SSD-Wechsel über einen freien PCIe-Steckplatz und ist besonders interessant, wenn keine freien klassischen Geräteschächte zur Verfügung stehen.
MB840M5P-B
Bietet eine weitere Möglichkeit für den frontseitigen Zugriff auf wechselbare NVMe-Speicher über einen freien PCIe-Steckplatz, ohne das Gehäuse öffnen zu müssen.
SATA- und SAS-Wechselrahmen
Neben M.2 NVMe Lösungen umfasst das ICY DOCK Portfolio selbstverständlich auch Wechselrahmen für SATA- und SAS-Laufwerke. Dadurch lassen sich sowohl moderne als auch bestehende Plattformen flexibel für den Einsatz in TEMPEST-Umgebungen ausstatten.
Planungshinweis: Vor der Integration sollte geprüft werden, ob der jeweilige Wechselrahmen mechanisch, elektrisch und sicherheitstechnisch für das konkrete TEMPEST-System geeignet ist. Auch Anforderungen an Verriegelung, Abschirmung, Erdung, Luftführung und Zugriffskontrolle müssen berücksichtigt werden.
Fazit
TEMPEST-zertifizierte Systeme stellen besondere Anforderungen an Wartung und Service. Da bereits das Öffnen des Gehäuses eine erneute Prüfung erforderlich machen kann, sollte die spätere Wartbarkeit bereits bei der Systemplanung berücksichtigt werden.
Professionelle Wechselrahmen ermöglichen den Austausch von SSDs oder Festplatten direkt über die Gehäusefront beziehungsweise einen PCIe-Zugang. Die eigentliche Gehäuseversiegelung bleibt dabei unangetastet.
Für Systemintegratoren, OEMs, Behörden und Betreiber kritischer Infrastrukturen bedeutet dies weniger Wartungsaufwand, geringere Kosten und eine höhere Verfügbarkeit ihrer TEMPEST-Systeme.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)Was ist ein TEMPEST-System?
Ein TEMPEST-System ist ein speziell abgeschirmter Computer oder eine Workstation, der beziehungsweise die elektromagnetische Abstrahlungen minimiert. Dadurch soll verhindert werden, dass vertrauliche Informationen aus der Entfernung ausgelesen werden können.
Warum darf ein TEMPEST-System nicht geöffnet werden?
Nach der Zertifizierung wird das Gehäuse häufig versiegelt. Ein Öffnen kann die Zertifizierung beeinträchtigen und eine erneute Prüfung erforderlich machen.
Wie lassen sich SSDs trotzdem austauschen?
Durch den Einbau eines Wechselrahmens vor der TEMPEST-Zertifizierung können SSDs später von außen gewechselt werden, ohne das Gehäuse zu öffnen.
Für welche Systeme eignen sich Wechselrahmen?
Wechselrahmen eignen sich sowohl für speziell entwickelte TEMPEST-Systeme als auch für nachgerüstete Office-Computer und Workstations von Dell, HP, Lenovo oder anderen Herstellern.
Welche Vorteile bieten Hot-Swap-Wechselrahmen?
Hot-Swap-Wechselrahmen können Wartungszeiten reduzieren und den Austausch von Datenträgern vereinfachen. Ob ein tatsächlicher Hot-Swap-Betrieb im jeweiligen TEMPEST-System zulässig ist, muss anhand der Systemarchitektur, der verwendeten Hardware und der Zertifizierungsvorgaben geprüft werden.
Planen Sie ein wartungsfreundliches TEMPEST-System?
Integrieren Sie geeignete Wechselrahmen bereits während der Systemplanung und stimmen Sie die Lösung frühzeitig mit Ihrem Systemintegrations- und Zertifizierungsteam ab.
Cremax Europe GmbH
Weidenweg 21H
47059 Duisburg
Telefon: +49 (203) 93151940
Telefax: +49 (203) 93151962
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