Wohnungseinbruch in Hessen: 6.777 Fälle im Jahr 2025, ein Plus von 15,5 Prozent – 43 Prozent der Taten blieben im Versuch stecken
Was die Sommerkampagne der hessischen Polizei zwischen Juni und August 2026 ergeben hat
Die Kampagne lief vom 29. Juni bis zum 7. August 2026 und setzte auf Kontrolle und Beratung zugleich. Nach Angaben des Hessischen Landeskriminalamts führten die Polizeipräsidien in diesen Wochen landesweit 470 Einsätze mit rund 1.440 Einsatzkräften durch. Dazu kamen 6.047 Personen- und Fahrzeugkontrollen, 122 Durchsuchungen, 22 Sicherstellungen und 28 Platzverweise.
Ein Schwerpunkt lag laut dem Landeskriminalamt auf den Bundesautobahnen und überregionalen Reisewegen. Bei Kontrollen von An- und Verkaufsgeschäften stellten die Beamten unter anderem eine hochwertige Uhr sicher, die einem Wohnungseinbruch zugeordnet werden konnte, dazu Elektronik, Schmuck und Fahrräder.
Die Beratung erreichte Hunderte Haushalte. Nach Angaben des Landeskriminalamts führten die Fachberaterinnen und Fachberater der kriminalpolizeilichen Prävention 63 Präventionsstreifen und 56 individuelle Beratungen durch; hinzu kamen sieben Informationsstände und fünf Vorträge. Insgesamt zählte die Polizei 782 Bürgergespräche zum Thema Einbruch.
Warum fast jede zweite Tat am Widerstand von Tür und Fenster endet
Der Versuchsanteil ist der Wert, der den Nutzen von Sicherungstechnik beschreibt. Laut dem Hessischen Landeskriminalamt blieben 43 Prozent der 6.777 im Jahr 2025 registrierten Fälle im Versuchsstadium – die Täter kamen also nicht in die Wohnung. Im Zehnjahresvergleich hat sich die Zahl der erfassten Wohnungseinbrüche in Hessen nach Angaben des Landeskriminalamts beinahe halbiert: Im Jahr 2015 waren es 11.595 Fälle.
Andere Länder melden dieselbe Richtung. Laut dem Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz, das seine Kriminalstatistik für 2025 am 9. März 2026 vorgestellt hat, stieg die Zahl der Fälle dort auf 2.936, ein Plus von 310 gegenüber dem Vorjahr. Vor zehn Jahren wurden in Rheinland-Pfalz nach derselben Mitteilung noch mehr als doppelt so viele Fälle registriert.
„Ein Einbruch, der im Versuch endet, ist ein Erfolg der Tür und des Fensters, nicht der Kamera. Elektronik meldet, was passiert – die Mechanik entscheidet, ob es passiert. Wer nur eines von beidem kauft, sollte mit dem Rahmen anfangen“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Ein Öffnungsmelder am Fenster ergänzt den mechanischen Schutz um eine Meldung an das Smartphone oder die Zentrale. Welche Bauarten es gibt und worin sie sich unterscheiden, zeigt ein Vergleich von Öffnungsmeldern für Fenster und Türen.
Wie die Polizei seit 2012 mit Herstellern und Versicherern für Einbruchschutz wirbt
Die Beratung der Polizei ist produktneutral und kostenfrei. Nach Angaben der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes wurde die bundesweite Öffentlichkeitskampagne K-EINBRUCH im Jahr 2012 gemeinsam mit Partnern aus der Versicherungswirtschaft, den Industrieverbänden und Errichterfirmen gestartet. Die Kampagne führt die gestiegene Zahl der Einbruchsversuche auf verbesserte Sicherungsmaßnahmen im privaten Bereich zurück.
Die hessische Polizei nutzt für ihre Einsätze inzwischen Analyse- und Geoinformationssysteme. Laut dem Landeskriminalamt rufen die Einsatzkräfte über eigene Anwendungen aktuelle Erkenntnisse zu Wohnungseinbrüchen ab, erkennen Tatserien und steuern Maßnahmen auf Schwerpunkträume. Das Landeskriminalamt nennt außerdem Hinweise aus der Bevölkerung als wichtigen Baustein, um verdächtige Personen früh zu erkennen.
Welche Termine und Angebote im Oktober 2026 anstehen
Der Oktober ist der Monat, in dem die Polizei das Thema bundesweit auf die Straße bringt. Der Tag des Einbruchschutzes findet nach Angaben der Kampagne K-EINBRUCH jährlich am Tag der Zeitumstellung statt, wenn die mitteleuropäische Sommerzeit endet; im Jahr 2026 ist das der 25. Oktober.
Das Landeskriminalamt Hessen und die Kampagne nennen vier Anlaufstellen und Termine:
- Der Tag des Einbruchschutzes am 25. Oktober 2026 steht unter dem Motto „Eine Stunde mehr für mehr Sicherheit“.
- Die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen der Länder beraten kostenfrei zu Türen, Fenstern, Rollläden und Alarmanlagen.
- Die Kampagne K-EINBRUCH bietet auf ihrer Internetseite ein interaktives Haus mit Sicherungstipps und eine Suche nach Beratungsstellen und Fachbetrieben.
- In Hessen setzt die Polizei nach Angaben des Landeskriminalamts die Präventionsstreifen und individuellen Beratungen aus der Sommerkampagne fort.
Nach Angaben des Landeskriminalamts wurde in Hessen bereits ab dem Jahr 2022 eine Zunahme der zuvor sehr geringen Fallzahlen festgestellt – mit dem Ende der Pandemiemaßnahmen, mehr Tatgelegenheiten und einer größeren Zahl reisender Täter.
Wann die Zahlen für das Jahr 2026 vorliegen
Die Fallzahlen des Jahres 2026 erscheinen mit den Kriminalstatistiken der Länder im Frühjahr 2027; Rheinland-Pfalz hatte seine Statistik für 2025 am 9. März 2026 vorgestellt. Bis dahin bleibt die Bilanz des Hessischen Landeskriminalamts vom 20. August 2026 der jüngste Stand. Laut dieser Bilanz gab es 6.777 Fälle im Jahr 2025, 43 Prozent davon im Versuch, und eine Kampagne mit 6.047 Kontrollen im Sommer 2026.
Für die Wochen bis zum 25. Oktober 2026 gilt die Logik der Versuchsquote: Je länger Tür und Fenster standhalten, desto wahrscheinlicher endet eine Tat als Versuch. Die Meldung an das Smartphone ist die zweite Stufe.
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