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Herzinfarkt-Verdacht: Jede Minute zählt! Keine Scheu vor dem Notruf 112
Kardiologen warnen: Bei Verdacht auf Herzinfarkt oder andere Herznotfälle wie Herzstillstand niemals zögern, sondern sofort den Notruf 112 absetzen. Besondere Aufmerksamkeit für Herzereignisse auch nach überstandener Covid-19-Infektion geboten. Der Herzinfarkt ist weiterhin eine der häufigsten Todesursachen. Dabei müsste dank der notfallmedizinischen und kardiologischen Infrastruktur hierzulande niemand mehr am Herzinfarkt sterben. Dennoch: Bundesweit starben im Jahr 2020 über 44.500 Menschen am Herzinfarkt. Rund 30 Prozent der Herzinfarktpatienten versterben außerhalb der Klinik, auch weil sie zu spät oder gar nicht den Notarzt (112) alarmieren. „Bei Herzinfarkt-Verdacht zögern immer noch viele Betroffene davor, den lebensrettenden Notruf 112 abzusetzen, häufig aus Scheu vor dem Rettungswagen vor der eigenen Haustür oder weil sie die Symptome…
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Vierte Corona-Welle: Herzpatienten sollten sich unbedingt gegen Covid-19 impfen oder boostern lassen
Angesichts sehr hoher SARS-CoV-2-Infektionszahlen und überlasteter Intensivstationen in den Kliniken appelliert die Deutsche Herzstiftung an ungeimpfte Herz-Kreislauf-Patienten wie auch an Gesunde, sich dringend gegen Covid-19 impfen zu lassen. Wer bereits zweifach gegen Covid-19 geimpft ist, sollte bei nachlassender Immunität seinen Schutz vor Covid-19 durch eine dritte Impfung („Booster“) unbedingt auffrischen. Auf ein Nachlassen der Immunität sechs bis zwölf Monate nach der Zweitimpfung deutet die Studienlage hin, so dass eine Auffrischung sinnvoll ist. „Eine Impfung gegen Covid-19 und die Booster-Impfung sind unser effektivstes Mittel, mit dem jeder sowohl zu seinem individuellen Schutz als auch zur Eindämmung der Pandemie beitragen kann“, betont der Kardiologe und Vorstandsvorsitzende der Deutschen Herzstiftung Prof. Dr. med.…
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STIKO-Empfehlung zu Covid-19-Impfung: Kann ein mRNA-Wirkstoff das Herz schädigen?
Dass es im zeitlichen Zusammenhang einer Coronaimpfung mit den mRNA-Impfstoffen Comirnaty (Biontech) oder Spikevax (Moderna) sehr selten zu Entzündungen am Herzmuskel (Myokarditis), teilweise auch am Herzbeutel (Perikarditis), kommen kann, die in der Regel mild verlaufen, ist bekannt. Laut Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) vom Oktober 2021 (1) treten die Fälle in Übereinstimmung mit anderen, internationalen Daten (vor allem aus Israel und den USA) überwiegend bei männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 29 Jahren auf – meist innerhalb von 14 Tagen und häufiger nach der zweiten Dosis einer mRNA-Covid-19-Impfung. „Diese sehr seltenen und in der Regel mild verlaufenden Fälle einer Myokarditis oder Perikarditis – wir sprechen hier von knapp fünf Fällen bezogen…
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Todesursachenstatistik 2020: Herz-Kreislauf-Erkrankungen erneut häufigste Todesursache in Deutschland
Auch im Jahr 2020 sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit rund 338.000 Gestorbenen die häufigste Todesursache in Deutschland. Das ist das Ergebnis der aktuellen Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes. „Angesichts der anhaltend hohen Erkrankungshäufigkeit und Sterblichkeit durch Herzkrankheiten in Deutschland bedarf es dringend einer nationalen Strategie für eine bessere medizinische Versorgung und mehr innovative Forschung auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, betont Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, die sich mit den wichtigsten zehn herzmedizinischen Fachgesellschaften, Krankenkassen, Verbänden und Patientenorganisationen im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen zum Aktionsbündnis BEHERZT HANDELN zusammengeschlossen hat. Das Aktionsbündnis macht sich für eine bessere medizinische Versorgung von Millionen Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland und für mehr Investitionen in die…
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Gerinnungshemmer bei EMAH und Stent-Effektivität: August Wilhelm und Lieselotte Becht-Forschungspreis vergeben
Risiken durch eine Gerinnungshemmung mit Neuen Oralen Antikoagulanzien (NOAK) bei Erwachsenen mit angeborenem Herzfehler (EMAH) und erneute Einengungen von Herzkranzgefäßen nach einer Stentimplantation sind Gegenstand von zwei Forschungsarbeiten, die mit demrenommierten August Wilhelm und Lieselotte Becht-Forschungspreis der Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF) in Höhe von insgesamt 15.000 Euro ausgezeichnet wurden. Der Preis geht in diesem Jahr zu gleichen Teilen an Dr. med. Eva Freisinger von der Klinik für Kardiologie I: Koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz und Angiologie am Universitätsklinikum Münster und an Privatdozent Dr. med. Thorsten Kessler von der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen am Deutschen Herzzentrum München (DHM). „Beide Forschungsarbeiten haben das Ziel, das Komplikationsrisiko medikamentöser beziehungsweise interventioneller Therapien bei Patienten…
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Experten-Interview „Bluthochdruck – Herz und Gefäße schützen“
Der Münchner Kardiologe Professor Heribert Schunkert ist einer der renommiertesten Bluthochdruckexperten und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Wir haben den Direktor der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen am Deutschen Herzzentrum München nach den Ursachen von Bluthochdruck gefragt – und was man tun kann, um ihn zu vermeiden. Bluthochdruck hat eine fatale Eigenschaft: Er ruiniert den Organismus in aller Stille. Wie macht sich hoher Blutdruck bemerkbar? Prof. Dr. Schunkert: Wenn sich hoher Blutdruck bemerkbar macht, ist es zu spät. Dann ist der Körper schon geschädigt. Bemerkbar macht sich hoher Blutdruck durch Herzschwäche, koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Schlaganfall, Nieren- und Augenschäden. Gibt es Vorzeichen, die vor der gefährlichen Entwicklung warnen, etwa Kopfschmerzen, Schwindel…
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Frauenherzen unter Druck
Wechseljahre, „die Pille“, Schwangerschaft: Es gibt biologische Unterschiede zwischen Frauen und Männern im Entstehen und in der Therapie des Bluthochdrucks. Wird das in der medizinischen Versorgung genug berücksichtigt? Über 20 Millionen Erwachsene in Deutschland haben Bluthochdruck. Doch der ist nicht allein Männersache. So leiden fast 55 Prozent der Seniorinnen in Deutschland an hohem Blutdruck; das ist mehr als die Hälfte der 60- bis 69-jährigen Frauen (1). Das Problem: Sie werden oft schlechter behandelt als Männer. So sind ihre Blutdruckwerte nicht optimal eingestellt. Nicht immer erhalten sie die in den Leitlinien empfohlenen Medikamente. Eine große Gefahr. „Denn ein nicht ausreichend behandelter Bluthochdruck ist eines der gefährlichsten Risiken für Schlaganfall, Herzinfarkt und…
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Berufsrisiko Bluthochdruck: Arbeit treibt Blutdruck in die Höhe
Ob Stress, Lärm oder Konkurrenzdruck: Ungünstige Arbeitsbedingungen, beeinflussen den Blutdruck und können Hypertonie (Bluthochdruck) auslösen. Dies wiederum erhöht langfristig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Umgekehrt kann ein bestehender Bluthochdruck für bestimmte Berufsgruppen gefährlich werden. Am besten untersucht sind diese Zusammenhänge bei Schichtarbeitern: „Studien haben bei Nachtschichtarbeitern eine deutlich gesteigerte Rate an Herzerkrankungen ermittelt”, bestätigt Prof. Dr. med. Gerd Bönner vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Insbesondere bei längeren Nachtschichtphasen werde das vegetative Nervensystem, und damit auch der Blutdruck, negativ beeinflusst. Weitere Informationen über den Zusammenhang zwischen Arbeitsbedingungen und Blutdruck sowie Tipps, wie Arbeitnehmer und Arbeitgeber das Risiko reduzieren können, gibt die Deutsche Herzstiftung anlässlich der bundesweiten Herzwochen unter dem Motto „Herz…
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Wie Bewegung zum Blutdruck-Medikament wird
Regelmäßige Bewegung gilt als das ideale Mittel, um den Blutdruck zu senken und das Herz-Kreislauf-System gesund zu halten. Bei leichtem Bluthochdruck unter 160 mmHg systolisch wird eine Änderung des Lebensstils häufig sogar als einzige Maßnahme verordnet, wenn keine weiteren Risikofaktoren vorliegen. „Bewegung ist das ideale ,Medikament‘ für das Herz-Kreislauf-System, weil man damit effektiv – optimalerweise im Zusammenspiel mit weiteren Lebensstilmaßnahmen wie gesunde Ernährung – den Risikokrankheiten für Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugt: allen voran Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht“, betont der Kardiologe Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender Deutschen Herzstiftung anlässlich der bundesweiten Herzwochen. Welche Sportarten für Patienten mit Bluthochdruck geeignet sind, wie oft man trainieren sollte und welche weiteren Maßnahmen und…
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Blutdruck auf natürliche Weise senken: in fünf Schritten
Ein nicht gut eingestellter Blutdruck erhöht das Risiko für Schäden an Herz und Gefäßen und somit auch für Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzschwäche. „Viele Hochdruckpatienten tun sich oftmals schwer damit, einen gesunden Lebensstil konsequent genug zu pflegen. Dabei ist ein gesunder Lebensstil aus Bewegung, Entspannung und gesunder Ernährung die Grundlage für die Hochdrucktherapie und ermöglicht es, die Zahl der Medikamente oder die Höhe der Dosierung der Medikamente zu verringern“, betont der Kardiologe Prof. Dr. med. Bernhard Schwaab vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung anlässlich der bundesweiten Herzwochen, die sich unter dem Motto „Herz unter Druck“ dem Thema Bluthochdruck widmen (Infos unter www.herzstiftung.de/herzwochen2021). Will man den Bluthochdruck auf natürliche Weise in den…