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Deutsche Herzstiftung stellt 1 Million Euro für Forschung zur Bekämpfung des SARS-CoV-2 Virus zur Verfügung
Angesichts der Pandemie durch das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) herrscht bei Menschen mit angeborenen und erworbenen Herz- und Kreislauf-Erkrankungen sowie bei Behandlern derzeit große Verunsicherung über Risiken und zu ergreifende Maßnahmen. Erste Analysen deuten darauf hin, dass eine Infektion mit SARS-CoV-2 bei vorbestehenden Herzschädigungen eine ungünstige Prognose hat, aber auch zu einer prognostisch bedeutsamen Schädigung des Herzens führen kann. Zur Erforschung der Zusammenhänge von COVID-19 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellt die Deutsche Herzstiftung Mittel in Höhe von 1 Million Euro zur Verfügung. Bewerbungen können ab sofort eingereicht werden. Dabei zielt der Fokus auf patientennahe Forschungsprojekte, die kurzfristig die speziellen Risiken der Virusinfektion gerade für Menschen mit Herz- und Kreislauferkrankungen adressieren und zeitnah zu…
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Warnung vor vorzeitigem Einsatz von Chloroquin-Azithromycin-Kombinationstherapie gegen COVID-19-Infektionen: Risiko durch bösartige Herzrhythmusstörungen
Nach Trump-Äußerung: Deutsche Herzstiftung und Herzspezialisten warnen vor voreiligem Einsatz beider Wirkstoffe in Kombination. Ihr Nutzen ist bis heute nicht bewiesen, zudem besteht ein Risiko durch lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen. Die Deutsche Herzstiftung und Herzspezialisten warmen vor den jüngsten Äußerungen des US-amerikanischen Präsidenten ein sofortiger versuchsweiser Einsatz des Anti-Malariamittels Chloroquin Kombination mit dem Antibiotikum Azithromycin könne bei COVID-19-Erkrankten einen Durchbruch bringen. Hierzu äußerte sich bereits in Medienberichten der Direktor des nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten der USA, Anthony Fauci: Es gebe bislang nur vereinzelte Berichte über eine Wirksamkeit des Medikaments (Chloroquin), aber keine ernsthaften klinischen Studien, so ein dpa-Bericht. „Erst recht gibt es keine ernstzunehmenden Berichte über die Kombinationstherapie von Chloroquin…
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Corona-Pandemie und Herznotfälle: Bei Herzinfarkt-Verdacht keine Scheu vor dem Notruf 112
Jedes Jahr sterben pro Jahr bundesweit fast 345.000 Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, davon rund 47.000 Menschen allein am Herzinfarkt. Unter den Herzinfarkt-Sterbefällen sind auch Menschen im mittleren Alter, was jüngst im Profifußball der tragische Tod eines 48-jährigen Spielerberaters zeigt. Etwa 30 Prozent der Herzinfarktpatienten versterben außerhalb der Klinik, auch weil sie zu spät oder gar nicht den Notarzt (112) alarmieren. „Bei Herzinfarkt-Verdacht zögern immer noch viele Betroffene davor, den lebensrettenden Notruf 112 abzusetzen, häufig aus Scheu vor dem Rettungswagen vor der eigenen Haustür oder weil die Symptome nicht richtig zugeordnet werden“, berichtet der Kardiologe Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. „Herzinfarkt, aber auch andere Herznotfälle wie eine…
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Vorhofflimmern: Sport und Ausdauertraining schützen vor lästigen Anfällen
Menschen mit Vorhofflimmern leiden oftmals sehr an den unangenehmen Anfällen aus dem linken Vorhof ihres Herzens. Das Herz rast dann bis zu einem Puls von bis zu 160 Schlägen pro Minute. „Wie aus dem Nichts kann das Herz bei solchen Flimmeranfällen bis zum Hals schlagen und beginnen zu rasen. Oftmals kommen Druckgefühl im Brustkorb, Luftnot, Schwindel und ein Angstgefühl hinzu“, beschreibt Herzspezialist Prof. Dr. med. Bernd Nowak vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung die Attacken dieser häufigsten Herzrhythmusstörung – fast zwei Millionen Menschen sind in Deutschland betroffen. Umso mehr Erleichterung bei Vorhofflimmerpatienten, wenn die lästigen Anfälle seltener werden oder gar nicht mehr auftreten. Was viele Betroffene nicht wissen: Sie können…
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Therapien gegen Herzinfarkt: Forscher nehmen Entzündungen ins Visier
Bei der koronaren Herzerkrankung spielen thrombozytäre Chemokine eine wichtige Rolle – womöglich auch für neue Therapien gegen diese gefährlichen Durchblutungsstörungen. Die Herzstiftung fördert ein Forschungsvorhaben auf diesem Gebiet Bei der koronaren Herzkrankheit (KHK) kommt es in einem langen schleichenden Prozess zu Gefäßwandveränderungen durch Plaques, die Verkalkungen, Bindegewebe und Cholesterin enthalten (Arteriosklerose). Dadurch verengen sich Herzkranzgefäße, so dass die Durchblutung des Herzens – je nach Schweregrad bis hin zum Herzinfarkt – behindert wird. Trotz enormer Therapiefortschritte in den vergangenen Jahrzehnten bei der Bekämpfung der KHK, ist die Zahl der Klinikeinlieferungen und Sterblichkeit im Vergleich zu anderen Erkrankungen weiterhin hoch. Bei der Entstehung der Arteriosklerose und nach einem erlittenen Herzinfarkt spielen Entzündungsprozesse…
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Digitale Diagnosehelfer: Nützen Smartwatches Herzpatienten wirklich?
Die als „Smartwatch“ oder „Wearable“ bekannten elektronischen Uhren gleichen kleinen Computern und können den Puls messen und einfache EKGs erstellen. Ganz neue Modelle können sogar den Blutdruck messen. Das Erstellen eines Mini-EKGs (z. B. 1-Kanal-EKG) kann den Träger des Geräts vor Rhythmusstörungen wie Vorhofflimmern warnen. Diese häufigste Rhythmusstörung mit rund zwei Millionen Betroffenen in Deutschland kann unbehandelt zu einem Schlaganfall führen. Herzspezialisten wie Prof. Dr. Thomas Meinertz vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung raten allerdings nur dann zu einem Wearable mit EKG-Funktion, „wenn das für die Diagnose oder die Kontrolle der Therapie sinnvoll ist“. Das kann jedoch nur der Arzt entscheiden, unterstreicht der Hamburger Kardiologe. „Wearables können die bisherigen Verfahren…
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Bedrohliche Herzschwäche: Kann Eisentherapie helfen?
Eisenmangel bei gesunden Menschen ist in der Regel gut behandelbar und bei ärztlicher Versorgung komplikationslos. Bei Menschen mit Herzschwäche hingegen ist der Mangel an Eisen im Blut ein häufiger Auslöser für einen Krankenhausaufenthalt. „Eisenmangel gilt heute als eine Begleitkrankheit der Herzschwäche und kann auch ohne jede Blutarmut vorliegen. Eine standardmäßige Überprüfung der Eisenwerte bei Herzschwäche ist deshalb wichtig“, sagt der Kardiologe Prof. Dr. med. Dietrich Andresen, Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung, und warnt: „Ein chronisch niedriger Eisenwert im Blut kann die Herzinsuffizienz sogar dramatisch verstärken.“ Eisenmangel führt insbesondere zu Müdigkeit, Leistungsabfall und Konzentrationsschwäche der meist ohnehin geschwächten Herzpatienten und beeinträchtigt deren Lebensqualität. Umgekehrt weiß man, dass eine intravenöse Eisenzufuhr zu einer…
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Stress für die Seele ist eine Strapaze fürs Herz
Stress und seelische Belastungen erhöhen den Blutdruck und langfristig auch das Risiko, eine Herzerkrankung zu bekommen. Umgekehrt können Herzerkrankungen die Seele stark belasten. Seit einigen Jahren widmet sich die Psychokardiologie verstärkt diesem Zusammenhang und bietet unterstützende Therapien und Gespräche für Herzpatienten an. „Das Erleben einer schweren organischen Herzkrankheit führt bei Betroffenen fast immer zu Todesängsten, auch wenn sie nicht immer bewusst wahrgenommen werden“, sagt Prof. Dr. med. Christoph Herrmann-Lingen vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen in der Titelgeschichte der aktuellen Ausgabe „HERZ heute“. Ausführliche Informationen über den Zusammenhang zwischen Herz und Psyche bietet die Herzstiftungs-Zeitschrift „HERZ heute“ 1/2020,…
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Jens Spahn im Interview: „Am Ende ist das Entscheidende: aufklären, aufklären, aufklären!“
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fordert eine bessere Prävention gegen Herz-Kreislauf-Krankheiten. „Dazu gehört zum Beispiel ein Tabakwerbeverbot“, sagt der Minister. „Und wir müssen dahin kommen, dass die Menschen weniger Salz, Zucker und Fett zu sich nehmen“, verlangt er in einem Exklusiv-Interview mit „HERZ heute“, der Zeitschrift der Deutschen Herzstiftung. Spahn wünscht sich eine bessere Kennzeichnung von Lebensmitteln, wie gesund oder ungesund diese sind. „Ich halte das für einen notwendigen Schritt, auch wenn sich Teile der Industrie immer noch dagegen wehren.“ Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, auch wegen fehlender körperlicher Aktivität und einer ungesunden Lebensführung mit schlechter Ernährung. Daneben erläutert Minister Spahn in der aktuellen Ausgabe von „HERZ heute“, wie wichtig…
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In die Sauna mit krankem Herz: Was ist ratsam, was ist tabu?
Winterzeit ist für viele Menschen zugleich die Zeit, in die Sauna zu gehen, um sich zu entspannen und den Kreislauf in Schwung zu bringen. Auf diese Vorzüge eines Saunagangs wollen auch Patienten mit Bluthochdruck, Rhythmusstörungen, Herzkranzgefäßerkrankungen oder Herzschwäche nur ungerne verzichten. Allerdings müssen sie sich vorher fragen, ob und unter welchen Bedingungen ein Saunagang für sie ratsam ist. „Damit sich Herzpatienten nicht gefährden, sollten sie nach einer diagnostizierten Herzerkrankung unbedingt mit ihrem Kardiologen besprechen, ob und bei welchen Temperaturen sie saunieren können“, rät der Kardiologe und Herzstiftungs-Experte Dr. med. Vinzenz von Kageneck (www.herzstiftung.de). Egal wie kalt oder heiß es ist, der Mensch muss seine Körpertemperatur immer auf 37 Grad Celsius…