• Software

    Nachvollziehbare Berechnungen als Fundament technischer Qualität

    Wenn ein Bauteil im Betrieb versagt, steht häufig eine zentrale Frage im Raum: Wurde die Berechnung korrekt durchgeführt – und lässt sie sich objektiv nachvollziehen? Genau hier beginnt das Thema Prüffähigkeit. Im Maschinenbau ist sie weit mehr als formale Dokumentationspflicht. Sie ist ein zentraler Bestandteil technischer Qualitätssicherung und entscheidet darüber, ob Konstruktionsentscheidungen auch Jahre später noch fachlich überprüft werden können. Prüfbarkeit entsteht durch Struktur Eine prüffähige Berechnung zeichnet sich durch vollständige, normgerechte und transparente Dokumentation aus. Dazu gehören: vollständig erfasste Eingabedaten und Randbedingungen klar dargestellte Berechnungsansätze eindeutige Normverweise (z. B. VDI 2230, FKM, DIN EN, AD 2000) nachvollziehbare Bewertung mit Sicherheitsbeiwerten Erst wenn diese Elemente konsistent dokumentiert sind, wird aus…

  • Maschinenbau

    Neue EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230

    Am 20. Januar 2027 tritt die neue EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 vollständig in Kraft. Sie ersetzt die bisherige Maschinenrichtlinie 2006/42/EG – und verändert damit die regulatorischen Rahmenbedingungen im Maschinenbau grundlegend. Im Unterschied zur bisherigen Richtlinie gilt die Verordnung unmittelbar und einheitlich in allen Mitgliedstaaten. Nationale Auslegungsspielräume entfallen. Was bisher „Stand der Technik“ oder „bewährte Praxis“ war, wird künftig verbindlicher Compliance-Maßstab. Mehr als eine Formalie: Neue Anforderungen an Sicherheit und Nachweisführung Während sich die alte Richtlinie stark auf mechanische Risiken konzentrierte, erweitert die neue Verordnung den Blickwinkel deutlich. Software-Komponenten, vernetzte Systeme und KI-gestützte Sicherheitsfunktionen werden ausdrücklich berücksichtigt. Die Sicherheit einer Maschine muss künftig über den gesamten Lebenszyklus gewährleistet sein – einschließlich Updates…

  • Maschinenbau

    Use Case – Wenn zwei Schrauben reichen, um eine Anlage stillzulegen

    In einer Chemieanlage führte der Bruch von lediglich zwei Schrauben zum ungeplanten Stillstand einer gesamten Antriebseinheit. Betroffen war die Kupplungsnabe einer Antriebswelle. Die M16-Schrauben der Festigkeitsklasse 8.8 wiesen typische Rastlinien auf – ein eindeutiges Indiz für einen Ermüdungsbruch. Für den Betreiber war schnell klar: Die Verbindung musste vollständig und normgerecht nachgerechnet werden. Ziel war es, die tatsächlichen Einflussfaktoren zu identifizieren, die Versagensursache technisch sauber zu belegen und die Schraubenverbindung dauerhaft betriebssicher auszulegen. Komplexe Randbedingungen – hohe Streuung der Vorspannkraft Die Verbindung arbeitete in einem anspruchsvollen Umfeld: Edelstahl-Schrauben in Kontakt mit Edelstahlbauteilen wechselnde Temperaturen variable Schmierbedingungen aggressive Medien Montage mit festem Drehmoment – ohne Kontrolle der realen Reibwerte Gerade bei Edelstahlverbindungen…

  • Software

    MDESIGN 2026 ist veröffentlicht

    Die neue Version MDESIGN 2026 steht ab sofort zur Verfügung. Das Release erweitert die etablierte Berechnungsplattform in mehreren zentralen Bereichen und setzt neue Impulse für normgerechte Auslegung, digitale Dokumentation und effiziente Entwicklungsprozesse. Mit weltweit über 35.000 Anwenderinnen und Anwendern und mehr als 40 Jahren industriellem Einsatz zählt MDESIGN zu den führenden Lösungen für die Berechnung von Maschinenelementen. Die Version 2026 knüpft an diese Entwicklung an und integriert zahlreiche Erweiterungen, die direkt aus Anforderungen aus Konstruktion, Fertigung und Qualitätssicherung hervorgegangen sind. Technische Highlights von MDESIGN 2026 Die neue Version umfasst unter anderem: einen erweiterten 3D-Assistenten für eine noch intuitivere Modellierung in MDESIGN mechanical und MDESIGN bolt einen KI-gestützten Assistenten zur Unterstützung…

  • Maschinenbau

    Sensorintegrierende Maschinenelemente und KI im Fokus

    Am 5. und 6. Mai 2026 trifft sich die Fachwelt zum Dresdner Maschinenelemente Kolloquium (DMK 2026) im HYPERION Hotel Dresden am Schloss. Die etablierte Veranstaltung gilt seit Jahren als wichtiger Treffpunkt für Wissenschaft und Industrie rund um Maschinenelemente, Antriebstechnik und konstruktive Innovation. Ein zentrales Thema des DMK 2026 ist die Integration von Sensortechnik in klassische Maschinenelemente. Sensorintegrierende Maschinenelemente stehen im Mittelpunkt mehrerer Vortragsreihen und sind Gegenstand eines groß angelegten Schwerpunktprogramms der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), an dem neben der TU Dresden neun weitere Universitäten beteiligt sind. Die Verbindung mechanischer Komponenten mit intelligenter Sensorik eröffnet neue Perspektiven: Zustandsüberwachung, adaptive Systeme und datenbasierte Optimierung rücken zunehmend in den Fokus moderner Konstruktion. KI und…

  • Software

    Live-Sessions mit VQWS-Experten erweitern das MDESIGN E-Learning zur VDI 2230

    Mit der Einführung regelmäßig stattfindender Live-Sessions erweitert MDESIGN sein ZFU-zugelassenes E-Learning „Schraubenverbindung: Auslegung, Auswahl & Optimierung nach VDI 2230“ um ein interaktives Element mit hoher Praxisrelevanz. Ziel ist es, Ingenieurinnen und Ingenieuren nicht nur normatives Wissen zu vermitteln, sondern auch die sichere Anwendung im Projektalltag zu stärken. Die neuen Sessions reagieren auf das Feedback zahlreicher Teilnehmender: Neben dem flexiblen Selbststudium wurde vor allem der Wunsch nach direktem fachlichem Austausch zu realen Konstruktions- und Berechnungsfragen geäußert. Normverständnis vertiefen – Praxisfragen klären In den Live-Sessions diskutieren Teilnehmende ihre individuellen Fragestellungen direkt mit VQWS-zertifizierten Schraubenexperten mit langjähriger Industrieerfahrung. Im Fokus steht die methodisch saubere Anwendung der VDI 2230 in realen Projekten – unabhängig…

  • Maschinenbau

    Wenn 300 Grad und hoher Druck auf eine Schraubenverbindung treffen

    Schraubenverbindungen an Turbinen gehören zu den sicherheitskritischsten Elementen eines Kraftwerks. Sie sichern Flanschverbindungen, halten Hochdruckgehäuse zusammen und müssen über viele Jahre hohen Innendrücken, thermischen Wechselbeanspruchungen und langen Betriebszeiten standhalten. Vorspannkraft, Werkstoffdehnungen, Setzverluste und Montageverfahren wirken unmittelbar auf die Betriebssicherheit ein. Bereits geringe Abweichungen können unter diesen Bedingungen zu schleichendem Klemmkraftverlust oder vorzeitigem Versagen führen. Ein Praxisfall aus einem Gaskraftwerk verdeutlicht, wie sich thermische Einflüsse, Setzvorgänge und Montageeffekte nach VDI 2230 präzise bewerten lassen – und wie daraus belastbare Aussagen zur Betriebssicherheit einer hochbeanspruchten Schraubenverbindung abgeleitet werden können. Ausgangssituation: Auffälligkeiten nach mehreren Betriebszyklen Nach mehreren Lastzyklen traten an der Flanschverbindung eines Hochdruckturbinengehäuses Auffälligkeiten auf. Einzelne Schrauben zeigten reduzierte Vorspannkräfte, in zwei…