• Maschinenbau

    Wenn 300 Grad und hoher Druck auf eine Schraubenverbindung treffen

    Schraubenverbindungen an Turbinen gehören zu den sicherheitskritischsten Elementen eines Kraftwerks. Sie sichern Flanschverbindungen, halten Hochdruckgehäuse zusammen und müssen über viele Jahre hohen Innendrücken, thermischen Wechselbeanspruchungen und langen Betriebszeiten standhalten. Vorspannkraft, Werkstoffdehnungen, Setzverluste und Montageverfahren wirken unmittelbar auf die Betriebssicherheit ein. Bereits geringe Abweichungen können unter diesen Bedingungen zu schleichendem Klemmkraftverlust oder vorzeitigem Versagen führen. Ein Praxisfall aus einem Gaskraftwerk verdeutlicht, wie sich thermische Einflüsse, Setzvorgänge und Montageeffekte nach VDI 2230 präzise bewerten lassen – und wie daraus belastbare Aussagen zur Betriebssicherheit einer hochbeanspruchten Schraubenverbindung abgeleitet werden können. Ausgangssituation: Auffälligkeiten nach mehreren Betriebszyklen Nach mehreren Lastzyklen traten an der Flanschverbindung eines Hochdruckturbinengehäuses Auffälligkeiten auf. Einzelne Schrauben zeigten reduzierte Vorspannkräfte, in zwei…