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Hülsenfrüchte auf Erfolgskurs: Eiweißpflanzenstrategie verhilft der Branche zum Aufschwung

Innerhalb von sechs Jahren ist die Zahl der Anbaubetriebe für Hülsenfrüchte um gut 7.000 gestiegen. Die Anbaufläche vergrößerte sich von 102.500 auf über 222.000 Hektar. Mit Forschung und Wissenstransfer hat die Eiweißpflanzenstrategie der Bundesregierung gefruchtet: Es gibt neue Sorten, mehr Aufbereitungsanlagen und neue Lebensmittel – ob Bohnenbrownies, Lupinensteaks oder Sojadrinks.

„Der Ruf der Bevölkerung nach heimischen Futtermitteln für die Landwirtschaft wird immer lauter. Insbesondere im Sojaanbau ist zwar noch Luft nach oben – es ist aber in den vergangenen Jahren viel passiert! Fehlten 2014 regionale, dezentrale Aufbereitungsanlagen, gibt es inzwischen bundesweit 33. Die Landwirtschaft kann auf fünfzehn neue Soja-Sorten zurückgreifen, die an unseren Standort angepasst sind und gleichzeitig hohen Ertrag bringen. Das ist nur einer von vielen Erfolgen der Eiweißpflanzenstrategie. Auch für Erbsen und Süßlupinen gibt es Zuwächse, bei der Fläche der Ackerbohnen sogar bis zu 200 Prozent“, resümiert Dr. Hanns-Christoph Eiden, Präsident der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, nach sechs Jahren Projektträgerschaft für die Eiweißpflanzenstrategie.

Steigende Anbauflächen als Indikator für gelungene Kommunikation

Landwirtschaftliche Betriebe nehmen Leguminosen vermehrt in ihre Fruchtfolge auf, dass zeigen die Anbauzahlen: Bauten 2014 noch etwa 12.000 Betriebe Körnerleguminosen an, sind es inzwischen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 19.430. Die Anbaufläche von Sojabohnen hat sich in Deutschland in sechs Jahren auf nahezu 33.000 Hektar verdreifacht. Die Flächen für Futtererbsen verdoppelten sich auf 82.600 Hektar, die für Ackerbohnen stiegen um fast 200 Prozent auf 59.500 Hektar. Süßlupinen haben es standortbedingt etwas schwerer – doch selbst hier liegt die Anbaufläche inzwischen bei 21.900 Hektar.

Diese beachtlichen Zuwächse sind das Ergebnis jahrelanger Forschung und der Vermittlung von Wissen. „Soja und andere Leguminosen baut man nicht einfach an – es braucht für unseren Standort richtige Sorten, Erfahrung im Anbau und schließlich Verarbeitungs- und Vermarktungsmöglichkeiten“, so Eiden. „Dies zu fördern, war und ist die Aufgabe der Eiweißpflanzenstrategie, die das Bundeslandwirtschaftsministerium 2012 ins Leben rief.“ Inzwischen ist die Nachfrage nach Leguminosen auch seitens der Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich gestiegen: Die Fleischersatzproduktion legt zu, viele Verarbeitungsbetriebe setzen auf vegetarische oder vegane Produktalternativen – zum Teil hergestellt aus Hülsenfrüchten. Internationale Unternehmensberatungen prognostizieren, dass der Markt für pflanzliches Eiweiß bis 2029 einen Umsatz von 140 Milliarden US-Dollar erreichen wird. 

Weitere Aktivitäten gestartet

Um den Trend auch künftig zu unterstützen, setzt die Eiweißpflanzenstrategie weitere Impulse: Bis Ende 2021 entwickeln die Akteure im Demonstrationsnetzwerk Erbse/Bohne die Wertschöpfungsketten für die Humanernährung weiter – beispielsweise für die Verwertung von Ackerbohnen in Brot (https://ble-digital.pageflow.io/demonstrationsnetzwerk-erbse-bohne#254435 ).

Das bundesweite Netzwerk feinsamige Leguminosen „KleeLuzPlus“ kümmert sich um kleinkörnige Leguminosen wie Rotklee und Luzerne. Es ist 2019 gestartet und verspricht Potenzial bei der Verwertung der Feinsamigen unter anderem in der Milchviehfütterung. Ein digitales Feldtagebuch gibt es bereits unter https://www.demonet-kleeluzplus.de/.

Mehrere Bundesländer haben inzwischen Anlaufstellen zur Koordinierung ihrer länderspezifischen Eiweißpflanzen-Strategien eingerichtet. In Mecklenburg-Vorpommern ist eine solche als Ergebnis aus dem Lupinen-Netzwerk der Eiweißpflanzenstrategie hervorgegangen.

Mit dem kürzlich gestarteten Forschungsaufruf zur Züchtung neuer Leguminosensorten wird die wichtige Züchtungsarbeit unterstützt, sodass weitere leistungsfähige Sorten in Aussicht stehen. Die Netzwerke werden von der Geschäftsstelle Eiweißpflanzenstrategie in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) begleitet.

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