Bildung & Karriere

Jüngstes Spitzenorchester Deutschlands brilliert im Konzerthaus Berlin

Es war ein denkwürdiges Konzert, das die 60 jungen Musikerinnen und Musiker der Deutschen Streicherphilharmonie (DSP) und ihr Chefdirigent Wolfgang Hentrich am 30. September 2020 den Besuchern im Konzerthaus Berlin boten: Rund acht Monate nach dem gefeierten Auftakt ihrer Deutschlandtournee im Dresdner Kulturpalast anlässlich des Jubiläumsjahres „30 Jahre Deutsche Einheit“ durften die Spitzentalente unter dem bundesweiten Streichernachwuchs erstmalig wieder gemeinsam in großer Besetzung ihr eindrucksvolles Können und ihre große Spielfreude unter Beweis stellen. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat die Schirmherrschaft über das große Vorhaben der gerade einmal 11- bis 20-jährigen Orchestermitglieder übernommen, im Jahr 2020 Konzerte in allen 16 Bundesländern zu geben und so mit der Sprache der Musik ein Zeichen für die Einheit zu setzen. Der weltweit renommierte Dirigent Marek Janowski steht diesem Vorhaben von Beginn an als musikalischer Ratgeber eng zur Seite.

Nachdem die Konzerte im Frühjahr und Sommer von den Veranstaltern abgesagt oder teils auf das kommende Jahr verschoben werden mussten, waren nun die Erwartungen an das Gastspiel im Konzerthaus Berlin bei Musizierenden und Publikum besonders hoch. Auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hatte ihren Besuch und eine Ansprache zugesagt. Zwar musste sie ihre Teilnahme leider kurzfristig absagen, der Abend konnte dennoch mit ihren Worten eröffnet werden. Der Bundesvorsitzende des Verbandes deutscher Musikschulen (VdM) als Träger des Orchesters, Ulrich Rademacher, verlas ihr Grußwort im Saal: „Lassen Sie sich von der Musik auf eine Reise mitnehmen. Denn Musik berührt unser Inneres. Deswegen ist musische und kulturelle Bildung für junge Menschen so wichtig. Es ist ein großer Schatz, wenn es gelingt, dass junge Menschen ihre Stärken und Begabungen leben können. Ich danke dem Verband deutscher Musikschulen, dem Deutschlandfunk als Medienpartner und dem Patenorchester, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin dafür, dass sie das möglich machen.“

Zu einem besonderen Höhepunkt des Abends geriet das Marimbaphonkonzert Nr. 1 von Ney Rosauro, mit dem der großartige Perkussionist Alexej Gerassimez nicht nur seine jungen Mitspieler beeindruckte und bezauberte, sondern auch die rund 320 Besucher – mehr Gäste waren aufgrund der Corona-Auflagen im rund 1.400 Zuschauer fassenden Saal an diesem Abend nicht zugelassen. Der anhaltende Schlussapplaus ließ eine solch reduzierte Besucherzahl indes nicht vermuten.

Eindrucksvoll präsentierten die jungen Orchestermitglieder an diesem Abend auch bei Dietrich Zöllners „Poco Insanimus“ (Komposition für die DSP zum Jubiläumsjahr „30 Jahre Deutsche Einheit“), Dmitri Schostakowitschs „Kammersymphonie op. 110a“ und Ludwig van Beethovens „Lento assai e cantante tranquillo, op. 135“ den außergewöhnlich homogenen Streicherklang, für den das junge Spitzenensemble der Musikschulen steht. Maßgeblich geprägt ist dieser durch das langjährige, bewährte Dozententeam des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin, des Patenorchesters der DSP.

Gemeinsam mit Alexej Gerassimez setzte die Deutsche Streicherphilharmonie ihre Deutschlandtournee gleich am nächsten Abend mit einem Gastspiel im Kieler Schloss fort – Solist und Orchester erhielten stehende Ovationen und durften hier auch jeweils eine frenetisch eingeforderte Zugabe geben. In Berlin war dies zum größten Bedauern des Publikums aufgrund des strengen Zeitplans leider nicht gestattet. Mit gleich zwei Konzerten beging das junge Spitzenorchester dann würdevoll den Einheitstag im renommierten Joseph-Keilberth-Saal in Bamberg. Der Erste Konzertmeister der Bamberger Symphoniker, Bart Vandenbogaerde, konnte hier als Solist des Violinkonzertes C-Dur von Joseph Haydn gewonnen werden und begeisterte gemeinsam mit den jungen Musikerinnen und Musikern nicht nur das Publikum, sondern auch die bayrische Gesundheitsministerin Melanie Huml, die ihrer Freude über diese besonderen Gastspiele und die eindrucksvolle Arbeit und Qualität der Deutschen Streicherphilharmonie in einer sehr persönlichen Ansprache Ausdruck verlieh.

Deutschlandfunk Kultur hat das Konzert im Konzerthaus Berlin mitgeschnitten und zeitversetzt am selben Abend gesendet, BR Klassik hat diese Aufzeichnung am 3. Oktober gesendet. In der Mediathek von Deutschlandradio kann diese Konzert nachgehört werden (https://www.deutschlandfunkkultur.de/deutsche-streicherphilharmonie-konzert-fuer-30-jahre.1091.de.html?dram:article_id=484704) .

Die Mitglieder der Deutschen Streicherphilharmonie haben sich über ein Probespiel für die Mitwirkung in dem Bundesauswahlorchester qualifiziert und treffen sich mehrmals im Jahr zu Probenphasen und Konzertreisen. Die hohe Qualität des einzigartig differenzierten Streicherklangs ist vor allem durch die kontinuierliche Arbeit mit dem langjährigen Dozententeam – allesamt Mitglieder des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin, dem Patenorchester der DSP – geprägt. 1973 in (Ost-)Berlin als Rundfunk-Musikschulorchester gegründet, ist das Ensemble seit 1991 in der Trägerschaft des Verbandes deutscher Musikschulen. Die Deutsche Streicherphilharmonie wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Das Grußwort von Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey ist abrufbar unter https://www.musikschulen.de/medien/doks/dsp/min-grusswort-konzert-30-jahre-einheit-der-deutsche-streicherphilharmonie.pdf.

Weitere Informationen unter www.deutsche-streicherphilharmonie.de

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