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Organoide – Technologie der Zukunft

Für die medizinische Forschung sind Organoide eine vielversprechende neue Technologie. Dreidimensionale, aus Stammzellen entwickelte Zellstrukturen bilden Organe nach: So ist es möglich, winzige Modelle innerer Organe oder auch Strukturen des Gehirns in vitro zu entwickeln, die den Originalen hinsichtlich ihrer Zellzusammensetzung und Funktion ähneln. Durch diese Ähnlichkeit sind Organoide u.a. nützlich für die Untersuchung des Zusammenwirkens verschiedener Zelltypen oder die Testung von (Neben-)Wirkungen neuer Arzneimittel. Zugleich werfen Organoide bislang in Deutschland wenig diskutierte philosophische, ethische und juristische Fragen auf. Die IAG Gentechnologiebericht der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften legt zwei neue Open-Access-Publikationen zu dieser hochspannenden Technologie vor.

Der Themenband „Organoide. Ihre Bedeutung für Forschung, Medizin und Gesellschaft“ (Nomos 2020) ist die erste umfassende deutschsprachige Publikation zum Thema und bietet eine Übersicht über aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen, ihre derzeitigen und potenziellen Anwendungsmöglichkeiten sowie wissenschaftstheoretische, ethische und juristische Reflexionen. Ein begleitendes gemeinsam mit dem German Stem Cell Network (GSCN) herausgegebenes White Paper „Organoide – von der Stammzelle zur zukunftsweisenden Technologie“ (engl. Version hier) referiert den aktuellen Stand der Forschung und gibt politische Handlungsempfehlungen zur Organoidtechnologie.

Bei der Online-Veranstaltung „Brain in a dish – Was genau sind Organoide?“ am 23. November 2020 (18:00–19:30 Uhr) diskutieren Sina Bartfeld (Universität Würzburg, IAG Gentechnologiebericht), Jürgen Knoblich (Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien), Silke Schicktanz (Universität Göttingen, IAG Gentechnologiebericht) und Jochen Taupitz (Universitäten Heidelberg und Mannheim, IAG Gentechnologiebericht), moderiert von Volker Stollorz (Science Media Center Germany, Köln) insbesondere über Hirnorganoide. Die Veranstaltung findet via Zoom statt; eine Anmeldung ist hier bis zum 22. November (24 Uhr) möglich.

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