Medien

Die Film- und Medienstiftung NRW wird 30!

  • Gegründet 1991, 9.555 Projekte mit über 930 Mio. Euro gefördert 
  • 2.600 Kino-, Fernsehfilme und Serien mit rund 775 Mio. Euro und über 1,5 Mrd. Euro Effekt
  • 169 Deutsche Filmpreise, 50 Europäische Filmpreise, 12 Bären, 9 Löwen, 2 Goldene Palmen, 1 Oscar, 15 Oscar-Nominierungen und 40 Besuchermillionäre
  • Preisgekröntes Fernsehen: 2 Emmys, 46 Grimme- und 30 Deutsche Fernsehpreise
  • 30 Jahre Kinoförderung, 20 Jahre Gerd Ruge- und 7 Jahre Wim Wenders-Stipendium
  • 10 Jahre Gamesförderung, seit 2019 mit eigener Richtlinie und jährlich 3 Mio. Euro
  • Seit 2012 Förderung Serienentwicklung, seit 2014 Webvideo-Stipendien
  • Auf der Agenda: Gender, Diversity, grünes Produzieren und Corona-Hilfsprogramme

Am 27. Februar 1991 gründete Nordrhein-Westfalen als erstes deutsches Bundesland gemeinsam mit dem WDR die Filmstiftung NRW mit dem Ziel der Förderung der Filmkultur und der Filmwirtschaft. Zu den Gesellschaftern gehörten bald auch das ZDF (1997) und RTL (2002), bis 2016 auch die Landesanstalt für Medien. In den 30 Jahren seit ihrer Gründung förderte die Filmstiftung 9.555 Projekte mit über 930 Mio. Euro, davon 2.600 Kino- und Fernsehfilme sowie Serien mit rund 775 Mio. Euro. Nordrhein-Westfalen wurde zu einem der führenden Film- und Medienstandorte Europas. Über den Regional-Effekt flossen bis heute über 1,5 Mrd. Euro in den Standort zurück und sorgen für Beschäftigung und Auslastung von Studios, Dienstleistern und Kreativen etc. 2011 wurde die Film- und Medienstiftung NRW medienübergreifendes Förderhaus und verantwortet seither auch Standortmarketing und Standortentwicklungsaufgaben. Seit der Öffnung für neue Medien fördert sie die Entwicklung von Games, innovativen Content und plattformunabhängige Serien, seit 2019 mit einer eigenen Förderleitlinie auch die Herstellung von Games.

Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW: „Die Film- und Medienstiftung NRW wird 30! Wir schauen zurück auf drei Jahrzehnte, in denen Nordrhein-Westfalen einer der führenden Film- und Medienstandorte in Deutschland und Europa wurde. Wir schauen zurück auf großartige Kinofilme, Fernsehfilme und Serien, wir freuen uns über Games und neue Medieninhalte, mit deren Förderung wir seit 10 Jahren zur innovativen Weiterentwicklung des Medienlandes beitragen. Dass wir das alles tun können, verdanken wir dem Vertrauen und dem Engagement unserer Gesellschafter und der verlässlichen politischen Unterstützung des Landes. Ganz sicher aber wäre diese Entwicklung nicht möglich gewesen ohne die Ideen und die Leidenschaft unserer Produzenten und Kreativen, ohne das Know-how und die Erfahrung unserer Dienstleister, Verleiher und Kinobetreiber*innen. Ihnen allen gebührt unser herzlichster Dank! Gemeinsam ist viel erreicht worden, die aktuellen Herausforderungen sind groß, aber wir schauen mit Zuversicht nach vorn!“

Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen: „Seit 30 Jahren kümmert sich die Film- und Medienstiftung NRW mit großem Einsatz und Herzblut um eines der schönsten und vielseitigsten Kulturgüter, die wir haben – Filme können zum Lachen anregen, zum Weinen bringen, sie bilden, sie klären auf, sie dokumentieren. Die wichtige Förderarbeit der Stiftung hat dazu beigetragen, dass Nordrhein-Westfalen zum Top-Standort für Film und Medien in Europa geworden ist. Gemeinsam arbeiten wir weiter daran, beste Bedingungen für Filmschaffende, aber auch für Entwickler und Kreative aus der Gamesbranche zu schaffen. Herzlichen Glückwunsch zu drei Jahrzehnten Erfolgsgeschichte.“

Tom Buhrow, WDR-Intendant und ARD-Vorsitzender: „30 Jahre Film-und Medienstiftung in Nordrhein-Westfalen – das sind 30 Jahre kreative und partnerschaftliche Zusammenarbeit und eine lange Liste gemeinsam finanzierter Kinofilme, Fernsehevents und Dokumentationen. Das erfolgreiche Engagement spannt den Bogen vom ersten Förderprojekt ‚Schtonk‘ bis zu aktuellen Kinofilmen wie ‚Enfant terrible‘ oder ‚Je suis Karl‘, umfasst Fernsehevents wie ‚Unsere wunderbaren Jahre‘ oder Dokumentationen wie ‚Loveparade – die Verhandlung‘. Und gerade in so schwierigen Zeiten können wir in den Bemühungen um den Medienstandort NRW nicht nachlassen. Gemeinsam werden wir weiter für Film und Fernsehen als Kultur- wie Wirtschaftsfaktor kämpfen, und wir freuen uns darauf genauso wie auf die ersten Premieren in wieder vollbesetzten Kinos.“

Dr. Thomas Bellut, Intendant des ZDF: „Ich gratuliere herzlich zu 30 Jahren Filmstiftung NRW. Eine Erfolgsstory, die als Kino-Spielfilm sicherlich in der Blockbuster-Kategorie landen würde. Was als wichtiger Baustein zum Medien-Standort-Aufbau begann, ist heute aus der deutschen Medienlandschaft nicht mehr wegzudenken. Gerade in diesen schwierigen Zeiten für die Kultur- und Medien-Branche ist die Filmstiftung NRW eine unverzichtbare Konstante. Wir sind froh, dass das ZDF seit Beginn an als Gesellschafter und kreativer Partner seinen Beitrag leisten kann und wir sind stolz auf unsere vielen gemeinsamen Erfolge, wie ‚Berlin Alexanderplatz‘, ‚Deutschstunde‘ oder ‚Undine‘. Einen großen Dank an Petra Müller und ihr hervorragendes Team.“

Jörg Graf, Geschäftsführer RTL Television: „Herzlichen Glückwunsch zum 30-jährigen Bestehen! Die Film- und Medienstiftung NRW hat die Entwicklung des Film- und Medienlandes NRW entscheidend vorangebracht. Gerade auch in diesen schwierigen Zeiten unterstützt die Stiftung die Kreativbranche gezielt, um die aktuellen Herausforderungen meistern zu können. Persönlich freue ich mich darüber, dass die Film- und Medienstiftung mit ihrer Tochtergesellschaft ifs Deutschlands ersten Studiengang für Entertainment anbietet. Dafür und für viele Förderungen von Stoffen, die bei RTL und den anderen Sendern der Mediengruppe ein großes Publikum gefunden haben, ein herzliches Dankeschön. Wir freuen uns, auch künftig gemeinsame Wege zu gehen.“

Förderung

Meilensteine aus 30 Jahren Filmförderung
Die erste Förderung ging 1991 an Helmut Dietls „Schtonk“, der gleich eine Oscar-Nominierung als bester ausländischer Film erhielt. Til Schweiger und Jan Josef Liefers reisten im Road-Movie „Knockin‘ on Heaven’s Door“ quer durch die Republik nach Wuppertal und lieferten einen der ersten deutschen Publikumserfolge. Tom Tykwers „Lola rennt“ setzte national und international neue Maßstäbe für junges deutsches Filmschaffen, und Sönke Wortmanns „Das Wunder von Bern“ steht wie kaum ein anderer Film für NRW. Jean-Pierre Jeunets „Die fabelhafte Welt der Amélie“ begründete die Tradition großer internationaler Koproduktionen in den Kölner MMC-Studios, einer der Höhepunkte war Philipp Stölzls „Der Medicus“ mit Sir Ben Kingsley. Barbara Sukowa unterrichtete als „Hannah Arendt“ für Margarethe von Trotta an der Universität Köln, Maren Ade erhielt eine Oscar-Nominierung für „Toni Erdmann“, den sie u.a. in Aachen drehte, Caroline Link wiederum verfilmte Hape Kerkelings Kindheitserinnerungen „Der Junge muss an die frische Luft“ in ganz NRW, und „Gundermann“ von Andreas Dresen räumte sechs Lolas ab. Für international erfolgreiche Dokumentarfilme stehen u.a. Wim Wenders‘ oscarnominierte „Pina“, „Gerhard Richter – Painting“ von Corinna Belz oder auch Sebastian Dehnhardts Porträt der Klitschko-Brüder.

Auszeichnungen und Publikumserfolge: 169 Lolas, 50 Europäische Filmpreise, 12 Bären, 9 Löwen, 2 Goldene Palmen, 1 Oscar, 15 Oscar-Nominierungen und 40 Besuchermillionäre
Die überzeugende kreative Bilanz spiegelt sich auch in Publikumserfolgen und Auszeichnungen. Darunter ein Oscar („Der Vorleser“), 15 Oscar-Nominierungen (u.a. „Die fabelhafte Welt der Amélie“, „Pina“, „Mustang“, „Toni Erdmann“ und zuletzt „Werk ohne Autor“), 12 Berlinale-Bären, 2 Goldene Palmen und 11 weitere Hauptpreise in Cannes, 2 Goldene Löwen und 7 weitere Hauptpreise in Venedig, 49 Europäische Filmpreise und 169 Deutsche Filmpreise. 40 filmstiftungsgeförderte Produktionen wurden zu Besuchermillionären, darunter der besucherstärkste deutsche Film „Der Schuh des Manitu“ (11,6 Mio. Besucher*innen) und Publikumserfolge wie „7 Zwerge – Männer allein im Wald“ (6,8 Mio.), „Good Bye, Lenin!“ (6,5 Mio.), „Der Medicus“ (3,6 Mio.) oder „Der Junge muss an die frische Luft“ (3,9 Mio.).
Mit 46 Grimme-Preisen, 30 Deutschen Fernsehpreisen und 2 International Emmys für „Die Manns“ und „Unsere Mütter, unsere Väter“, mit Spitzenquoten für „Contergan“ oder „Gladbeck“ waren auch die filmstiftungsgeförderten TV-Produktionen außerordentlich erfolgreich. 2012 wurde das Portfolio um die Entwicklungsförderung für serielle Formate erweitert und 2018 mit gezielter Mittelaufstockung für High-End-Serien, besonders erfolgreich dabei der Serienhit „Babylon Berlin“, der in 140 Ländern zu sehen ist.

Gamesförderung und innovative Medieninhalte
2011 startete das Förderprogramm für die Entwicklung digitaler Inhalte (Games, Apps, Webvideo). Mit der Verdopplung der Fördermittel auf 3 Mio. Euro pro Jahr und einer neuen Leitlinie 2019 wurden die Weichen für einen erfolgreichen Games-Standort gestellt. Zu den kreativen Entwicklungen aus NRW zählen preisgekrönte Spiele und Apps wie „Squirrel&Bär“ (the Good Evil), „Typoman“ (Brainseed Factory), die „Fiete“-Reihe (Ahoiii Entertainment) oder aktuell „OMNO“ (Studio Inkyfox). Veranstaltungen wie Clash of Realities, das Next Level Festival for Games, der Deutsche Entwicklerpreis oder auch der Gamesgipfel der Landesregierung bringen jedes Jahr die Branche in Köln zusammen.

Förderung der Kinovielfalt in NRW
Mit 893 Leinwänden (Gesamt-Deutschland: 4.929) ist NRW der deutsche Kinostandort Nummer 1. Seit 1991 hat die Filmstiftung insgesamt 474 Kinomodernisierungen und Neubauten mit 14,3 Mio. Euro gefördert. In den vergangenen 30 Jahren wurden engagierte Filmtheater-Betreiber*innen außerdem jährlich mit dem Kinoprogrammpreis NRW ausgezeichnet – seit 1991 insgesamt mit 1.611 Prämien in Höhe von insgesamt 12,4 Mio. Euro. Auch vor dem Hintergrund der Corona-Krise wird die Film- und Medienstiftung NRW ihre Bemühungen zur Erhaltung der Kinokultur weiter fortsetzen.

Standortmarketing und -entwicklung

Erfolgreiches Engagement für den Nachwuchs
Auf Initiative von Land NRW und der Filmstiftung wurde 2000 die ifs internationale filmschule köln als branchennahe Aus- und Weiterbildungsinstitution gegründet. Zuletzt initiierte die Filmstiftung dort Deutschlands ersten Masterstudiengang für Entertainment, der im Herbst 2021 startet. Mit einer jährlichen Förderung von bis zu 5 Mio. Euro, u.a. für Abschlussfilme und Debuts, engagiert sich die Filmstiftung in der Nachwuchsförderung, sie vergibt das Gerd Ruge-Stipendium für Dokumentarfilmer*innen, das Wim Wenders-Stipendium für innovatives Filmschaffen und seit 2016 auch den Baumi Script Development Award. An junge Kreateur*innen der digitalen Medienszene richten sich die Förderprogramme für digitale und interaktive Inhalte, das Webvideo-Stipendium und auch das Creator College NRW.

Sichtbarkeit für das Film- und Medienland im In- und Ausland
Zudem präsentiert die Film- und Medienstiftung NRW das Film- und Medienland national und international bei wichtigen Branchenevents wie den Filmfestspielen in Berlin, Cannes, Venedig und Toronto sowie bei internationalen Messen wie der MIP und der gamescom, sie unterstützt Festivals wie das Film Festival Cologne, das Kino Film Fest Lünen, das Internationale Frauen* Film Fest Dortmund + Köln oder den Deutschen Entwicklerpreis. Darüber hinaus verantwortet sie Veranstaltungen wie die FilmSchauPlätze NRW, den Film- und Kinokongress NRW, den NRW-Dokutag, den European Series Day, den Hörspielpreis der Kriegsblinden, den Siegfried Kracauer Preis u.v.a.m.

Auf der Agenda

Gender, Diversity und grünes Produzieren
Gendergerechtigkeit und Diversity stehen ganz oben auf der Agenda der Film- und Medienstiftung NRW. So unterstützt sie Forschungsprojekte zur „Audiovisuellen Diversität“, fördert Programme wie Into the Wild sowie die Aktionsplattform Womenize!, den „NRW-Förderpreis für junge Entwicklerinnen“ und den Call for Change Summit der Gamesbranche im Rahmen der devcom. Der für 2020 geplante große Diversity Summit soll alsbald nachgeholt werden. Ein wichtiges Anliegen ist zudem das grüne Produzieren. So werden die Mehrkosten für grünes Drehen in der Förderung mitgetragen, seit 2017 auch durch einen gemeinsamen Beschluss aller deutschen Filmförderungen bekräftigt. 2020 wurde gemeinsam mit allen Länder- und Bundesförderern, Sender- und Verbandsvertreter*innen eine gemeinsame Erklärung für nachhaltige Film- und Serienproduktion unterzeichnet. Im Mai 2020 starteten die German Film Commissions der Länderförderer gemeinsam die kostenlose Webinar-Reihe „Keen to be green“.

2020: Corona-Hilfsprogramme für Kinos, Produzenten und Verleiher
Mit einem Fördervolumen von 40 Mio. Euro war 2019 das bisher erfolgreichste Jahr in der Geschichte der Film- und Medienstiftung. 2020 stand dann ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Schon im März entwickelten die Bundes- und Länderförderer ein gemeinsames Hilfsprogramm für Produktion, Verleih und Kino mit einem Gesamtvolumen von 15 Mio. Euro. Ergänzend startete die Film- und Medienstiftung NRW eine Soforthilfemaßnahme für die mit dem Kinoprogrammpreis ausgezeichneten NRW-Kinos und ein Programm zur Entwicklungsförderung. Das Land NRW stellte darüber hinaus insgesamt 21 Mio. Euro für die Ausfallfonds I und II zur Absicherung von Film-, TV- und Streaming-Produktionen zur Verfügung. Mit dem Programm „Film ab NRW“ werden Kinos mit weiteren 15 Mio. Euro unterstützt.
 

Über die Film- und Medienstiftung NRW GmbH

Die Film- und Medienstiftung NRW fördert Kinofilme, Fernsehfilme und Serien, Games und Webcontent, die Modernisierung von Kinos, die Entwicklung von Hörspielen u.a.m. Standortmarketing und -entwicklung sowie die Präsentation des Medienlandes im In- und Ausland zählen seit 2011 ebenfalls zu ihren zentralen Aufgaben. In ihrer Verantwortung für das Film- und Medienland NRW hält sie standortrelevante Beteiligungen: u.a. an der ifs internationale filmschule köln, am Mediengründerzentrum NRW, am Mediencluster NRW/Mediennetzwerk.NRW. Förderpartner der Film- und Medienstiftung NRW sind ProSiebenSat.1, und seit 2020 MagentaTV und Sky. Low Budget-Produktionen werden mit einer vom Filmbüro NW benannten Jury gefördert. Gründungsgeschäftsführer war Frank Hübner (1991-1992), gefolgt von Dieter Kosslick (1992-2001) und Michael Schmid-Ospach (2001-2010). Seit Ende 2010 leitet Petra Müller die Geschäfte der Film- und Medienstiftung NRW.

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