Bildung & Karriere

Lehrreich, coronakonform und für kleines Budget: Warum Jugendliche auf virtuelle Sprachreise gehen sollten

Bildschirmzeit bei Schülern und Jugendlichen gibt es reichlich während Corona und Homeschooling. Der von Mutter Astrid gebuchte Online-Sprachkurs traf bei den beiden Schwestern Maxie (14) und Anne (17) daher auf wenig Zustimmung — noch mehr Zeit alleine vor dem Bildschirm und das in den Ferien. Mittlerweile haben beide begeistert einen zweiten Kurs abgeschlossen.

Englandflair geht auch virtuell                                              

Das Besondere: Eine Sprachschule in England führte die Kurse der beiden Mädchen durch. Maxie und Anne sind sich sicher: Es fühlt sich einfach anders an, wenn der Kursleiter in einem anderen Land sitzt. Außerdem hat Anne, die sich aufs Abitur in Englisch vorbereitet, besondere Ansprüche an die Aussprache: „Ich lege Wert darauf, den britischen Akzent zu lernen und meine Lehrer an der Schule sprechen eher amerikanisches Englisch. Mir war es wichtig, dass ich von englischen Muttersprachlern unterrichtet werde.“

Sprache und mehr

Insgesamt war Anne begeistert vom Lernklima zwischen ihr und ihren Lehrern, die sie in Einzelstunden unterrichteten: „Ich konnte ohne Druck und mit Spaß lernen.“ Als Bonus bekam sie Tipps für Lernfortschritte nach dem Kurs, zum Lösen von Verständigungsproblemen, viele kulturelle Infos und mehr: „Was ich besonders interessant fand — wir haben einen Vergleich gezogen zwischen dem britischen und dem deutschen Schulsystem.“ Auch Annes jüngere Schwester Maxie fühlte sich durch den Kurs motiviert: „Ich wurde einfach offener, Englisch zu sprechen als vorher. Die Sprache habe ich viel schneller gelernt als in der Schule. Das lief alles spielerisch.“

Online die Welt treffen

Obwohl in Maxies Gruppenkurs alle Teilnehmer an ihren heimischen Schreibtischen blieben, war sie beeindruckt vom Gemeinschaftsgefühl. „Aktuell trifft man einfach nicht so viele Menschen. Deswegen war es schön, online mal ganz neue Leute kennenzulernen.“ Auch das internationale Flair, das Sprachreisen vor Ort für gewöhnlich ausmacht, war da. Teilnehmer aus Polen, Frankreich, Italien und Japan schalteten sich dazu. Bei Übungen in kleinen Gruppen, in den sogenannten Breakout-Rooms, konnten die Jugendlichen ausgiebiger untereinander quatschen. „Anfangs war es komisch, sich nur auf dem Bildschirm zu sehen. Aber nach einer Zeit haben wir uns unterhalten und ich habe ein paar Freundschaften geschlossen.“ Mit einigen Teilnehmern schreibt Maxie noch immer — natürlich auf Englisch, ganz nebenbei.

Bingo im Breakout-Room

Beide Mädchen hatten fünf Tage lang vormittags eine Stunde Unterricht. Für Gruppenkursteilnehmerin Maxie ging es nachmittags mit einer Stunde Freizeitprogramm weiter. Dort spielte sie mit den anderen Schülern Bingo, ging auf Recherche für ein Quiz, es wurden Lieder gesungen und gemalt. „Es gab immer was zu lachen.“

Auch für kleines Budget

„Weil Kosten für Reise und Unterbringung entfallen, ist ein Onlinekurs deutlich günstiger als eine Sprachreise ins Land“, so Marion Wesener, Expertin für Schülersprachreisen bei den gemeinnützigen Carl Duisberg Centren. Außerdem sind die Kurse keine tagesfüllende Veranstaltung. Es bleibt in den Ferien noch reichlich Zeit für andere Freizeitaktivitäten.

Weitere Informationen bei den gemeinnützigen Carl Duisberg Centren, Tel. 0221/1626-209, sprachreisen@cdc.de, www.cdc.de/spr-kids-online   

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