Finanzen / Bilanzen

Whitepaper der PPI AG analysiert Marktlage und Einführungsaufwand von Request to Pay

Europäische Unternehmen sind zum ganz überwiegenden Teil bereit, Request to Pay (RTP) einzusetzen. Aber trotz kalkulierbarer Einführungskosten gibt es aktuell nahezu keine Finanzinstitute in Deutschland, die entsprechende Services anbieten. Die Banken laufen möglicherweise Gefahr, die Zukunft des europäischen Zahlungsverkehrsmarkts zu verschlafen. So lautet das Fazit des Whitepapers „Wie Request to Pay für Finanzdienstleister zur Erfolgsgeschichte wird“ des Hamburger Beratungs- und Softwarehauses PPI AG.

Hohe Nachfrage

In das Papier flossen auch die Ergebnisse eines RTP Survey der European Banking Association (EBA) bei Unternehmen in ganz Europa ein. Demnach besteht in sämtlichen abgefragten Anwendungsgebieten eine weit über 80-prozentige Bereitschaft, auf RTP basierende Bankprodukte einzusetzen. Angesichts dieser Nachfrage macht die Zurückhaltung der Institute für die Zahlungsverkehrsexperten der PPI AG keinen Sinn. „Zwar kann ich verstehen, dass Banken angesichts der aktuellen globalen Gesamtsituation bei Investitionen vorsichtig sind. Aber einleuchtend ist es angesichts des in RTP schlummernden Potenzials nicht“, sagt Eric Waller, Manager bei der PPI AG und Mitautor des Whitepapers.

Fortsetzung der Digitalisierung

Nach dem unlängst erfolgten Go-live von SEPA RTP am 15. Juni 2021 rechnen nahezu alle Zahlungsverkehrsexperten mit einem baldigen Anstieg der Nutzerzahlen. Denn RTP fügt sich nahtlos in die fortschreitende Digitalisierung von Staat und Gesellschaft ein und wird absehbar den Zahlungsverkehrsmarkt weitreichend verändern. Neben einer Nutzung im klassischen E-Commerce sind Verwendungen unter anderem bei wiederkehrenden Zahlungen, am Point of Sale oder für eBilling im B2B-Bereich vorstellbar. „Das ist ja gerade das Interessante: Dadurch, dass RTP ein IT-Standard und an keine besonderen Voraussetzungen gekoppelt ist, sind viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten denkbar“, sagt Anuschka Clasen, Managing Consultant bei der PPI AG und Mitautorin des Whitepapers.

RTP ist technisch machbar

Für die Finanzinstitute ist die Einführung von RTP keineswegs trivial. „Es sind viele einzelne Prozesse in der Zahlungsverkehrslandschaft einer Bank betroffen. Aber keine der in diesem Zusammenhang auftauchenden Fragestellungen sollte prohibitiv wirken“, erklärt Eric Waller. Schließlich ist RTP technisch kein Hexenwerk, sondern basiert viel mehr auf XML, das im Zuge der Umstellung von Target2 und Swift auf ISO 20022 ohnehin jede Bank in ihre Systeme integrieren muss und für SEPA-Zahlungen beherrscht.

Minimum Viable Products als Einstiegshilfe

Banken sollten möglichst bald Minimum Viable Products (MVP) definieren, um mit der Entwicklungsarbeit starten zu können. Denn schließlich vergehen vom Projektstart bis zur Marktreife zwischen 18 und 24 Monate, bei Anwendung moderner, agiler Entwicklungsmethoden kann es schneller gehen. Der Kostenaufwand für die Finanzinstitute dürfte sich im Bereich der Einführungskosten für SEPA Instant Payments bewegen. Haben Institute Letzteres bereits erledigt, so müssen sie 60 bis 70 Prozent weniger ausgeben, um bei RTP an den Start gehen zu können.

Der Markt ist noch frei

Die bisherige Zurückhaltung der Marktteilnehmer ist ein weiteres Argument für einen Einstieg ins Geschäft um RTP. Bislang hat noch kein großes Finanzinstitut öffentlichkeitswirksam einen Marktstart angekündigt. Das dürfte sich aber in absehbarer Zeit ändern. „Wer zum jetzigen Zeitpunkt Tempo macht, kann die Richtung bestimmen und die noch freie Überholspur nutzen. Später bleibt dann höchstens, im Verkehr mitzuschwimmen“, sagt Eric Waller. „Auch zukünftige Entwicklungen des Finanzsystems wie der digitale Euro werden sicherlich mit RTP eher mitzugehen sein als auf analogem Weg. Wer früher digitalisiert, kann später entspannter arbeiten!“

Das Whitepaper steht auf der Website der PPI AG kostenlos zum Download zur Verfügung: https://www.ppi.de/payments/request-to-pay/whitepaper-request-to-pay-teil-3/

Über die PPI AG

Die PPI AG ist seit über 30 Jahren als Beratungs- und Softwarehaus erfolgreich für Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister tätig. Als stabil wachsende Aktiengesellschaft in Familienbesitz verknüpfen wir Fach- und Technologie-Know-how, um Projekte kompetent und unkompliziert umzusetzen. Im Zahlungsverkehr nehmen wir in Europa mit unseren Standardprodukten eine marktführende Stellung ein. Rund 700 Mitarbeiter konzentrieren sich dabei ganz auf den Erfolg unserer Kunden.

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