Bautechnik

Sondereffekte beeinflussen das Geschäft

Die EUROBAUSTOFF schreibt die Erfolgsgeschichte 2020 fort und zeigt eine anhaltend positive Entwicklung im ersten Halbjahr 2021. Per Ende 30. Juni erzielte die Kooperation in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres ein Umsatzplus, das kumuliert um 16 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum Januar bis Juni 2020 ausfällt. Damit haben die 454 Gesellschafter ein Einkaufsvolumen von 4,2 Mrd. EUR abgerufen.

„Das ist für uns auf den ersten Blick ein tolles Ergebnis“, sagt Dr. Eckard Kern, Vorsitzender der EUROBAUSTOFF Geschäftsführung zu den Zahlen, „aber wir dürfen die externen Faktoren nicht unberücksichtigt lassen, die unser Geschäft und die dahinterstehenden Zahlen derzeit stark beeinflussen.“ Dazu zählen für den Vorsitzenden der Geschäftsführung die derzeitigen Lieferengpässe in vielen Warenbereichen und damit verbunden, steigende Preise.

„Das zweistellige Umsatzplus in den ersten sechs Monaten des Jahres ist daher in erster Linie getrieben durch die Preiserhöhungen anstatt durch den Mengenabsatz. Eine Situation, die sich im Verlauf des ersten Halbjahres immer weiter zugespitzt hat“, sagt Geschäftsführer Jörg Hoffmann, verantwortlich für den Bereich Finanzen.

Gründe dafür gibt es laut Hartmut Möller, Geschäftsführer sowohl für den Geschäftsbereich Gesellschafterbetreuung, Einkauf als auch für die Ländergesellschaften in Österreich und der Schweiz, viele: „Der Baustoffmarkt ist ein globaler. Wenn es an einer Stelle hakt, macht sich das in der Produktionskette bemerkbar. Und wenn es gleich mehrere Probleme gibt, die in vielerlei Hinsicht mit dem konjunkturellen Aufschwung nach der Corona-Delle zusammenhängen, schlägt sich das in Lieferengpässen für einen Großteil der Branche nieder.  Vor diesem Hintergrund verzeichnen wir auch in Österreich und der Schweiz eine ähnliche Entwicklung, wie in Deutschland.“ Ebenso sei ein gewisser Hamstereffekt feststellbar, da die Handwerker verstärkt Produkte auch auf ihr eigenes Lager legen, führt der Geschäftsführer aus. „Diese Lagereffekte sind nur schwer abzuschätzen, aber der Umsatz wird möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt fehlen“, sagt Möller.

Entwicklung der Warenbereiche im ersten Halbjahr 2021

Mit Blick auf den Geschäftsverlauf in den ersten sechs Monaten leisteten Holz und Bauelemente, Technischer Einkauf sowie Trockenbau/Dämmstoffe den größten Beitrag. Im Warenbereich Holz und Bauelemente (plus 34,8 %) spiegelt das Plus die anhaltend hohe Nachfrage an Holzbauprodukten wider. In vielen Holz-Sortimenten jedoch mit deutlichen Unterschieden zwischen Umsatz und Absatzentwicklung. Allerdings wird sich im zweiten Halbjahr die Lage beruhigen, da der Preiszenit in vielen Holzsortimenten überschritten sei.

Im Technischen Einkauf (plus 28,2 %) verzeichnete der Bereich Stapeln und Heben durch die Umrüstung vieler Staplerflotten von fossilen Brennstoffen auf Elektroantriebe den größten Wachstumsschub. Im Warenbereich Trockenbau/Dämmstoffe (plus 20,1 %) konnte der Trockenbau seine Position deutlich ausbauen. Aber auch hier waren erhebliche Preiserhöhungen zu verzeichnen. Beispiel Trockenbauprofile: Hier hat sich der Rohstoffpreis innerhalb der letzten neun Monate verdreifacht.

Eine hohe Dynamik gibt es ebenso im Warenbereich Dach & Fassade/Baumetalle mit einem Umsatzplus von 19,3 % zu verzeichnen. Dabei weisen das Steil- als auch das Flachdachsegment leichte Absatzsteigerungen, aber deutliche Preiserhöhungen aus.

Viel Schwung ist auch im Tiefbau und Galabau mit einem Umsatzplus von 16,5 Prozent zu vermelden. Erfreulich ist hier, dass die Verfügbarkeit in einzelnen Tiefbau-Sortimenten wie Kunststoffrohren wieder steigt. Der Galabau verzeichnet eine anhaltend gute Auftragslage und eine Auslastung der Galabaubetriebe, die bis weit in das kommende Jahr reicht.

Im Fliesensegment verbessert sich das Einkaufsvolumen um 10,6 %. Dabei ist die Warenverfügbarkeit bei Fliesen nach wie vor hoch, was im Gegensatz zu den anderen Warenbereichen dafür sorgt, dass die Preise ungebrochen unter Druck stehen.

Der Einzelhandel, der im ersten Halbjahr ein Plus von 8,4 Prozent erreichte, meldet für einige Sortimente eine spürbare Rohstoffverknappung. Insbesondere für Holzprodukte, wie Bodenbeläge und Gartenhäuser. Im Sortiment Farben, Lacke hat sich die Warenversorgung wieder stabilisiert.

Im Hochbau bleibt die Umsatzentwicklung mit einem Plus von 7 Prozent weiterhin positiv. Allerdings kommt es im Rohbau in Teilen zu Verzögerungen, da verschiedene Materialien zur Herstellung der Bodenplatte/Keller nicht zeitnah zur Verfügung stehen.

Stabile Mengen und Umsätze für das Gesamtjahr erwartet

„Es bleibt abzuwarten, wie sich die skizzierte Entwicklung rund um die Lieferfähigkeit und das Preisniveau auf das zweite Halbjahr auswirken“, sagt Dr. Eckard Kern. Für den weiteren Jahresverlauf rechne die EUROBAUSTOFF nach und nach mit einer Normalisierung der Lage.

„Unter dem Strich sind wir weiterhin sehr gut auf Kurs und die Baunachfrage bleibt bei einem gleichzeitig soliden Auftragspolster für die meisten Gewerke ungebrochen hoch.  Für das Gesamtjahr 2021 gehen wir daher für die EUROBAUSTOFF von einem Plus im oberen einstelligen Bereich aus. Entscheidend ist und bleibt, dass unsere Gesellschafter für die aktuellen Herausforderungen gerüstet sind und wir sie als Kooperationszentrale mit unserem Dienstleistungscampus bei vielen administrativen, vertrieblichen und zukunftsorientierten Aufgaben unterstützen können“, sagt Dr. Kern abschließend.

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