Sport

Golflehrer-DM wird am Hardenberg zur Familiensache

Ein Stechen im letzten Tageslicht, eine DM als reine Familienangelegenheit und drei Tage hervorragender Golfsport auf einem herausfordernden Platz: Die Deutsche Golflehrermeisterschaft 2021 hatte alles, was das Traditionsturnier ausmacht, und nach 54 Löchern drei strahlende Sieger. Während sich der Engländer Mark Stevenson vom GC Gut Rieden erstmals den Titel der Senioren sicherte und mit 4 unter Par einen brillanten Start-Ziel-Sieg feierte, stehen die Trophäen der Damen- und der Herrenkonkurrenz 2021 künftig nebeneinander auf einem Kaminsims: Christine Germershaus und Dennis Küpper, im privaten verlobt und beruflich auf der Golfanlage Düsseldorf-Grafenberg im Einsatz, sind die weiteren Gewinner der German PGA Teachers Championship.

Es war der Schlag des Turniers: Nach 54 Löchern der German PGA Championship 2021 hatten Dennis Küpper und Florian Jahn Rang 1 mit 3 über Par geteilt, Jahn seine Finalrunde mit Birdie und Bogey an 17 und 18 beendet, Küpper an selber Stelle Bogey und Birdie gespielt, womit sich beide im Mann-gegen-Mann-Duell wiederfanden, im Stechen um den Titel des Deutschen Golflehrermeisters 2021; Titelverteidiger Thomas Gögele hatten sie um einen Schlag distanziert und auf Rang 3 verwiesen.

Turnierdirektor Andy Duck ruft Bahn 18 als erstes Extra-Loch auf, wo beide Kontrahenten das Birdie um Haaresbreite verpassen. Da die Abenddämmerung auf den Fairways des Niedersachsen Course am Hardenberg das Kommando übernimmt, beordert Duck die Duellanten auf den Abschlag von Bahn 9, ein 208 Meter langes Par 3. Küpper hat die Ehre und schlägt seinen Ball mit dem 4er-Eisen zwar Pin-high, aber rechts auf einen Kiesweg über dem Grün. Das Turnier scheint gelaufen für den Deutschen Golflehrermeister des Jahres 2017, damals hatte er am Scharmützelsee in Bad Saarow gewonnen. Die Fahne steckt von hier aus kurz, der Ball liegt schlecht. Doch Florian Jahn pullt seinen Abschlag nach links ins Wasserhindernis neben dem Grün. Alles wieder offen!

Küpper entscheidet sich gegen einen Free-Drop und eine daraus resultierende Hanglage im Rough, zieht sein Lobwedge voll auf dem Kiesweg durch und zeigt seine ganze spielerische Klasse: Der Ball stoppt einen knappen Meter neben der Fahne, das Par ist nach diesem Weltklasse-Schlag Formsache. Jahns erstklassiger Chip verfehlt das Loch denkbar knapp, und wie schon 2017 wird der Golflehrer des GC zur Vahr Deutscher Vizemeister, wie damals geschlagen von Dennis Küpper. „Nächstes Jahr werde ich wieder angreifen“, versichert Florian Jahn, „es wird Zeit, dass ich mir diesen Titel endlich hole.“

Dennis Küpper kann sein Glück kaum fassen, als Töchterchen Leonie als erste Gratulantin über das Grün auf ihn zuläuft, denn es ist ein ganz besonderer Erfolg an diesem frühen Abend auf dem Niedersachsen Course des Golf Club Hardenberg: Wenige Minuten zuvor hat seine Verlobte Chrissy Germershaus zum ersten Mal den DM-Titel der Damen gewonnen, nach zuletzt zwei Vizemeisterschaften in Folge. „Es ist wirklich sensationell, dass wir beide parallel gewinnen. Wir haben uns zuhause noch unterhalten, dass es das Coolste auf der Welt wäre – nicht viele Paare können das von sich behaupten. Ich freue mich sehr für Chrissy, denn sie war in den letzten zwei Jahren immer nahe dran, heute hat sie es heimgebracht.“ Das letzte Mal, dass die DM zur Familiensache wurde, war 2008, als Nicole und Thomas Gögele in Bad Saarow siegten.

Hardenberg ein „gutes Pflaster“

Dass die Entscheidung in der Konkurrenz der Herren am Hardenberg erst im letzten Abendlicht fiel, lag zum einen am Stechen zwischen Küpper und Jahn, vor allem aber an einer fast vierstündigen Unterbrechung am Nachmittag wegen heftiger Gewitter und Regenschauer. Allerdings kam vor allem Küpper mit der Zwangspause bestens zurecht, die ihn am 11. Grün ereilte. „Nach der Unterbrechung habe ich viele gute Schläge gemacht, bin geduldig geblieben und letztlich belohnt worden. An der 17 habe ich mir ein Bogey gefangen, dann aber gesehen, dass Florian nur zwei Schläge vorne ist. Ich habe an meine Chance und an ein Birdie an der 18 geglaubt, denn ich kenne den Platz sehr gut, und Hardenberg ist immer ein gutes Pflaster für mich. Ich spiele hier immer gut und habe hier 2011 auch schon mal ein Turnier der Pro Golf Tour gewonnen. Es wird nicht so tief geschossen, und man muss gute Golfschläge machen, um vorne dabei zu sein.“

Das machte der 36-Jährige an allen drei Turniertagen, in den ersten beiden Runden funktionierte sein Putter exzellent, am Finaltag waren es vor allem sehr gute Wedges, „nicht viel Blödsinn vom Abschlag“ (Küpper) und einige starke Up & Downs, die ihn in der Erfolgsspur hielten – allen voran das Lobwedge im Stechen an Bahn 9. Küpper: „Den musst Du einfach gut treffen, sonst ist es vorbei.“ Wenn man ihn sogar perfekt trifft, macht man die Deutsche Golflehrermeisterschaft zur Familienangelegenheit.

Sieg im dritten Anlauf

Ein Doppelsieg, an dem freilich ebenso großen Anteil Christine Germershaus hat, die sich erstmals den Pokal der Damenkonkurrenz sichern kann. Mit Titelverteidigerin Jacqueline Dittrich vom Golfclub Düren und Victoria Seuwen vom Golf & Country Club Am Hockenberg liefert sich die 25-Jährige Erdingerin einen spannenden Schlagabtausch über drei Tage, bei dem die Führung ständig wechselt und Germershaus nach 54 Löchern schließlich mit drei Schlägen Vorsprung vor Victoria Seuwen und unter dem Applaus der Kolleginnen und Kollegen sowie von Gastgeber Stefan Quirmbach, Präsident der PGA of Germany und Inhaber der Golfschule am Hardenberg, ihren ersten DM-Titel unter Dach und Fach bringt. Die Vorentscheidung fällt dabei an Loch 17 der Finalrunde, an dem Germershaus und Seuwen schlaggleich aufteen – Dittrich ist bereits aussichtslos zurück: Während Germershaus am 17. Grün zum vierten Mal an diesem Tag zum Birdie einlocht, muss Seuwen ein Doppelbogey an diesem Par 4 hinnehmen und liegt nun drei Schläge zurück. Das letzte Loch absolvieren beide schlaggleich per Bogey, womit Christine Germershaus erstmals die German PGA Ladies Championship gewinnt.

„In den letzten beiden Jahren bin ich jeweils um einen Schlag gescheitert, deshalb freut es mich nun umso mehr, dass es diesmal geklappt hat und ich den Sieg eintüten konnte“, so die Championesse. „Der Golfplatz ist unfassbar schön, die Grüns waren sehr gut aber schwer, und die Fahnen teilweise sehr knackig gesteckt. Ich habe aber in der Schlussrunde ein paar richtig wichtige Putts gemacht und bin am Ende belohnt worden.“ Was sie wenig später gemeinsam mit ihrem Partner Dennis Küpper und beider Töchterchen Leonie umso mehr feiern kann, als auch der Herren-Titel der DM 2021 an einen PGA Golfprofessional des GC Düsseldorf-Grafenberg geht.

Triumph in zwei Kategorien

Und der Wettbewerb der Senioren? So wie Dennis Küpper sich den DM-Titel der spielstärksten Golflehrer unter den Mitgliedern der PGA of Germany zum zweiten Mal sichern kann, so wird ein weiterer Name zum zweiten Mal in den Sockel eines der mächtigen PGA Wanderpokale eingraviert werden – allerdings in einer anderen Kategorie: In der Saison 2013 setzte sich Mark Stevenson, Head-Professional des GC Gut Rieden am Starnberger See, schon einmal bei der Deutschen Golflehrermeisterschaft durch, ebenfalls auf dem Niedersachsen Course des GolfResort Hardenberg, damals aber in der Konkurrenz der Herren. „Es macht mich besonders stolz, dass ich diesen Titel jetzt auch bei den Senioren gewonnen habe“, so der neue Ü50-Champion, der sich mit gesamt 4 unter Par und zwei Schlägen Vorsprung durchsetzte. „Hardenberg ist ein super Golfplatz! 2013 habe ich hier das Herren-Turnier der Teachers-Championship gewonnen, jetzt das Turnier der Senioren – natürlich bin ich sehr, sehr glücklich. Der Platz gefällt und liegt mir, ich spiele hier immer ordentlich.“

Bei aller Bescheidenheit: Stevenson spielt nicht nur ordentlich, sondern größtenteils überragend und feiert deshalb am Ende einen souveränen Start-Ziel-Sieg: Nach dem ersten Turniertag auf Gut Levershausen hoch über Northeim unterschreibt der Mann aus Newcastle eine starke 69er-Runde, notiert fünf Birdies bei nur zwei Bogeys und übernimmt die Führung mit zwei Schlägen Vorsprung vor seinen Landsleuten David Geall vom Golf- & LandClub Gut Uhlenhorst und Robin James Welsby, Professional des Club zur Vahr. Nach 70 Schlägen im zweiten Durchgang liegt er fünf Schläge vor Nicholas Hubbard, ein weiterer Engländer und Professional des Essener GC Haus Oefte.

Dass es dann in der Finalrunde doch noch einmal ein bisschen spannend wird, liegt vor allem an David Geall: Während Nicholas Hubbard als erster Verfolger keinen guten Tag erwischt und Stevenson nicht unter Druck setzen kann, gelingt dies dem Hünen von Gut Uhlenhorst, der in der vorletzten Gruppe mit einem Birdie in seine Schlussrunde gestartet ist. Nach 36 Löchern hatte Geall noch sieben Schläge Rückstand auf Stevenson, doch dessen Vorsprung schmilzt durch vier Bogeys auf den ersten sechs Löchern schnell dahin. Vorentscheidend dann Bahn 9, als Geall an diesem kniffligen Par 3 sein einziges Doppelbogey im Turnier unterläuft; Stevenson kommt mit einem Bogey davon.

Fernduell mit David Geall

Auf dem Weg zurück zum Clubhaus entwickelt sich sodann ein spannendes Fernduell: Geall liefert fünf Birdies und bleibt fehlerfrei, locht an der 18 zur exzellenten 68er-Runde ein, dem besten Resultat des gesamten Senioren-Turniers. Stevenson gelingen auf den Back Nine bei nur einem Bogey allerdings auch vier Birdies, womit er die Deutsche Meisterschaft letztlich doch noch souverän mit zwei Schlägen Vorsprung ins Ziel bringt. Lohn der starken Vorstellung: Der mächtige Senioren-Pokal der Deutschen Golflehrermeisterschaft 2021 und ein Siegerscheck über 2500 Euro.

„Ich bin sehr froh, dass ich hier mitspielen konnte, dass mein Knie gehalten hat und mein Club einverstanden war, dass ich ein paar Tage nicht da bin. Wir alle hatten eine harte Saison, und der Titel der German PGA Seniors Championship ist auch eine kleine Belohnung für die Anstrengungen der letzten Wochen und Monate“, so der Senioren-Champion 2021.

In den vergangenen Jahren fand die Deutsche Golflehrermeisterschaft stets am Ende des Sommers statt und setzte den Schlusspunkt unter das Turnierjahr der PGA of Germany. In dieser Saison stehen nun noch zwei weitere Wettspiele auf dem Kalender der Mitglieder der PGA of Germany: Am 13. und 14. September schlagen die Professionals zum PGA Pro Day im GC Hohenstaufen im baden-württembergischen Donzdorf zum Vergleich über 36 Löcher ab, und am 4. Oktober markiert dann der PGA Pro Day im GC München-Riedhof im bayerischen Wolfratshausen das Finale des Turnierjahrs 2021.

Zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind bei beiden Events erwünscht, denn wie Christine Germershaus richtig sagt: „Jeder von uns lebt für diesen Sport und sollte ihn auch weiter für sich als Hobby haben!“

Alle Ergebnisse sowie eine Bildergalerie der German PGA Championship 2021 sind auf der Website des Berufsverbands unter www.pga.de abrufbar.

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