Kunst & Kultur

The Missed Seminar eröffnet am 27. Oktober im HKW

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The Missed Seminar
Nach Eslanda Robeson. Im Dialog mit Steve McQueens End Credits
28.10.–30.12.2022
Eröffnung: 27.10.2022
Ausstellung, Installation, Gespräche
Auditorium und Auditorium-Foyer
Eintritt frei
Akkreditierung: presse@hkw.de 
 
The Missed Seminar ist eine Begegnung mit der afroamerikanischen Fotografin, Anthropologin und Schriftstellerin Eslanda Robeson, die die Fortschreibungen der extremen Polarisierung des Kalten Krieges sichtbar macht und herausfordert. Eine Ausstellung aktiviert Archivmaterial zu Leben, Denken, Schriften und Beziehungen Robesons vor dem dem Hintergrund ihrer Aufenthalte im kommunistischen Europa sowie in Afrika und Lateinamerika. Die Installation End Credits von Steve McQueen macht das Ausmaß ihrer Überwachung durch das FBI deutlich. Zwei Gespräche entwerfen eine intersektionale Geopolitik der Erinnerung.

Ausgehend von Eslanda Robesons Freundschaft mit dem deutsch-jüdischen marxistischen Philosophen Franz Loeser und ihren Begegnungen in Ost-Berlin im Jahr 1963 fragt die kuratorische Studie: Was wäre, wenn ihr Austausch den Rahmen für ein Seminar gebildet hätte? Eine Ausstellung und zwei Gesprächsrunden entfalten die unvollendeten politischen Bestrebungen von Robeson und Loeser und schlagen einen intersektionalen Entwurf zu Antifaschismus, Black Feminismus und Technopolitiken vor.
 
In Verbindung mit der Ausstellung zeigt der Künstler und Filmemacher Steve McQueen erstmals die vollständige Version von End Credits (2012–2022): Als eindringliches Monument der Bedrohung durch den US-Antikommunismus dieser Zeit bringt die audiovisuelle Installation Tausende digitalisierter Akten zusammen, die das FBI während des Kalten Krieges und der jahrzehntelangen Überwachung Eslanda Robesons und ihres Ehemannes, dem Schauspieler, Sänger und Aktivisten Paul Robeson, gesammelt hat.
 
Diese Verstrickungen skizzieren die Vision dessen, was eine Dekolonisierung des Sozialismus von der Ideologie des globalen Kalten Krieges hätte sein können und noch immer werden kann.
 
Konzipiert von Doreen Mende in Zusammenarbeit mit Avery F. Gordon, Lama El Khatib, Aarti Sunder und Katharina Warda
 
Weitere Informationen: hkw.de/missedseminar

Steve McQueen: End Credits (2012–2022)

Audiovisuelle Installation
27.–31.10.2022
17.–21.11.2022
21.–30.12.2022
 
Aufgrund ihres Anti-Imperialismus und ihrer Verbindungen zum Kommunismus gerieten Eslanda und Paul Robeson ins Visier der antikommunistischen US-Regierung. Auf einer 9 x 6 Meter großen Filmleinwand zeigt der Filmemacher Steve McQueen Tausende digitalisierte Akten, die das FBI ab 1941 anlegte.
 
Die knapp dreizehn Stunden Film- und über 67 Stunden Audiomaterial sind das Ergebnis eines Projekts, an dem Steve McQueen zehn Jahre lang arbeitete, und das er hier erstmals in voller Länge der Öffentlichkeit vorstellt. Das in Dauerschleife gezeigte Material macht die Diskriminierung, Marginalisierung und Verfolgung, die die Karrieren der Robesons letztlich zerstörte, als eine explizit politische verstehbar.

Gespräche

29.10.2022
Pan-Africanism Communism Antifascism: A Radical Provocation
mit Charisse Burden-Stelly, Avery F. Gordon, Charlotte Misselwitz, Doreen Mende und Zoé Samudzi
Auf Englisch
 
19.11.2022
140.000.000 Women Can’t Be Wrong
mit Sagal Farah, Yulia Gradskova, Barbara Ransby u.a.
Auf Englisch
 
Forscher*innen und Denker*innen gehen den politischen Fragen nach, die Eslanda Robesons und Franz Loesers Begegnung in Ost-Berlin 1963 aufwirft. Damit setzen sie sich auf direkte Weise mit einem historischen Forschungsgegenstand auseinander, der in der Ausstellungspräsentation als transhistorisches Material auftaucht. Ein offizielles Foto Loesers und Robesons, das während des Schauprozesses gegen den NS-Juristen und damaligen Chef des Bundeskanzleramts Hans-Maria Globke vor dem Obersten Gericht der DDR aufgenommen wurde, dient als Ausgangspunkt für ein Nachdenken über die Schnittstellen zwischen Antifaschismus und Black Internationalism damals wie heute. Ausgehend von Eslanda Robesons unveröffentlichtem Manuskript 140.000.000 Women Can’t Be Wrong (1953/54) soll ein antikolonialer Feminismus skizziert werden, der geopolitische und geschichtliche Grenzen überbrückt.

Partner

The Missed Seminar. Nach Eslanda Robeson. Im Dialog mit Steve McQueens End Credits ist Teil des HKW-Projekts Das Neue Alphabet (2019–2022), das von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert und in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) realisiert wird. In dieser Konstellation artikuliert es eine weitere inter∞note des wissenschaftlichen Forschungsprojekts Decolonizing Socialism. Entangled Internationalism (2019–2024), finanziert vom Schweizerischen Nationalfonds und der HEAD Genève.
 
Ein erster Einblick in den Forschungsprozess fand bereits im Rahmen von Das ganze Leben. Ein Archiv-Projekt statt.
 
Das Projekt wird fortgesetzt in Form einer Print-Publikation mit einem Gespräch zwischen Steve McQueen und Doreen Mende zu End Credits, einem Dossier auf der digitalen Plattform VOICES und einer Vitrinen-Intervention in der ständigen Sammlung im Albertinum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD).
 
End Credits von Steve McQueen wurde ermöglicht mit der Unterstützung von: Holland Festival, Niederlande; Innsbruck International, Österreich; The OCC; Haus der Kulturen der Welt (HKW), Berlin; Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD).

Informationen zum Besuch

Aktuelle Informationen für Besucher*innen unter hkw.de/besuch
 
Das Restaurant Weltwirtschaft ist täglich ab 12h geöffnet. weltwirtschaft.berlin 

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