Kunst & Kultur

Eduard-von-Winterstein-Theater gewinnt Operettenpreis des Bayerischen Rundfunks

Der BR-KLASSIK Operettenpreis „Spielzeit-Frosch 2021/22“ geht an die Erzgebirgische Theater- und Orchester GmbH für „Der Reichste Mann der Welt“ von Ralph Benatzky, inszeniert von Christian von Götz und unter der musikalischen Leitung von Jens Georg Bachmann.

Das Eduard-von-Winterstein-Theater brachte im Oktober 2021 Ralph Benatzkys „Der reichste Mann der Welt“ aus dem Jahr 1936 als echte Operetten-Wiederentdeckung auf die Bühne, in der Inszenierung von Christian von Götz unter der musikalischen Leitung von Jens Georg Bachmann. Wegen des jüdischen Librettisten Hans Müller unter den Nationalsozialisten nicht mehr gespielt, hatte Intendant Moritz Gogg das Werk zurück auf den Spielplan geholt. Zuvor hatte er seine Intendanz bereits mit der deutschen Erstaufführung der Oper "Leonce und Lena" von Erich Zeisl eröffnet, welche die letzte Oper Zeisls vor seiner Emigration in die USA 1938 war, die in Österreich uraufgeführt wurde.

Regelmäßig vergibt die Redaktion der Sendung Operetten-Boulevard des Bayerischen Rundfunks einen Preis für außergewöhnliche Operetten-Produktionen in der internationalen Theaterlandschaft und verleiht die „Frosch-Urkunde“ für zeitgemäße, originelle und herausragende Operetten. Auch der Mut, unbekannte Werke zu spielen, oder Operette neu zu interpretieren wird mit dem Preis belohnt. Aus den Preisträgern wählt die Jury einen Spielzeit-Gewinner. Bekanntgegeben wurde der diesjährige Gewinner, das Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg-Buchholz, am Sonntag, 13. November 2022, 21.05 Uhr in der Sendung Operetten-Boulevard.

Zitat aus der Jurybegründung: „Erstaunlich, wie in Annaberg Operette auf hohem Niveau gemacht wird: mit jungen Sängern, einem gestandenen Ensemble und einem kleinen Orchester, das in der eigens neu instrumentierten Fassung von Wolfgang Böhmer seine solistischen Fähigkeiten zeigt und von Jens Georg Bachmann stilsicher und in engem Kontakt zum Bühnengeschehen geleitet wird. Mutig war nicht nur die Auswahl dieses längst vergessenen Stücks von 1936, sondern auch dessen Kontextualisierung, wenn am Ende daran erinnert wird, wie es den meisten Operettenkünstlern im Dritten Reich erging. Und trotzdem siegt schließlich die Vitalität der Operette als Utopie eines noch immer einzulösenden Happy-Ends.“ (Dr. Stefan Frey)

Die feierliche Preisverleihung findet im Rahmen des Philharmonieballs der Erzgebirgischen Theater- und Orchester GmbH im Kulturhaus Aue am 28.Januar 2023 statt.

Moritz Gogg, geschäftsführender Intendant der Erzgebirgischen Theater- und Orchester GmbH ist zu Gast in der Sendung Operetten-Boulevard am 29. Januar 2023 ab 21.05 Uhr.

www.br-klassik.de/themen/oper/operetten-boulevard-104.html

„Der reichste Mann der Welt“

Ein Stück mit Musik in fünf Bildern
Buch von Hans Müller
Musik von Ralph Benatzky
Neuorchestrierung von Wolfgang Böhmer

In „Der reichste Mann der Welt“ standen Madelaine Vogt und Richard Glöckner als Ilka und Schorsch auf der Bühne. In weiteren Rollen waren unter anderen Judith Christ-Küchenmeister, Nadine Dobbriner, Marvin George, Bettina Grothkopf, Leander de Marel, Stephanie Ritter, Jason-Nandor Tomory, László Varga und Christian Wincierz zu sehen. Christian von Götz hat auch das Bühnenbild und die Kostüme entworfen. Der Chor stand unter der Leitung von Jens Olaf Buhrow. Getanzt wurde nach der Choreografie von Leszek Kuligowski. Die Musikalische Leitung hatte GMD Jens Georg Bachmann. Es spielte die Erzgebirgische Philharmonie Aue.

 

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