Finanzen / Bilanzen

Monatlicher globaler Marktkommentar zu Stil-Faktoren – Dezember

.
Hintergrund

Faktoren bilden gewissermaßen die Grundlage von Anlageportfolios. Es sind breite, dauerhafte Kräfte, welche die Renditen von Aktien, Anleihen und anderen Vermögenswerten bestimmen. Faktorbasierte Anlagestrategien nutzen die Fortschritte der Datenverarbeitung und moderne Technologie, um diese historisch nachweisbaren Renditetreiber gezielt in Portfolios einzusetzen. Investoren, die die Funktionsweise von Faktoren verstehen, können damit Überrenditen erzielen und Risiken reduzieren.

Als Renditetreiber lassen sich zwei Haupttypen von Faktoren unterscheiden: zum einen makroökonomische Faktoren, die über Anlageklassen hinweg funktionieren. Zum anderen Stil-Faktoren, die Renditen und Risiken innerhalb von Anlageklassen erklären können. Die akademische Forschung zeigt, dass in Bezug auf Aktien fünf Stil-Faktoren im Vergleich zum breiten Markt langfristige Mehrrenditen erzielen können: geringere Unternehmensgröße (Size) und hohe Unternehmensqualität (Quality) sowie niedrige Bewertung (Value), geringe Schwankungsbreite (Minimum Volatility) und positive Kursdynamik (Momentum) von Aktien. Diese Faktoren wirken abhängig vom Marktzyklus nicht immer in gleichem Maße. Insofern ist die optimale Gewichtung auf Basis regelmäßiger, umfassender Analysen für den Anlageerfolg entscheidend.

Stil-Faktoren leisten nach Ansicht des Vermögensverwalters BlackRock einen entscheidenden Mehrwert zur Diversifizierung von Portfolios. Daher unterstützt BlackRock Investoren dabei, aktuelle Chancen und Risiken der einzelnen Stil-Faktoren noch besser einzuschätzen, um sie dementsprechend optimal im Portfolio zu berücksichtigen. Im Rahmen dessen kommentiert Hamed Mustafa, Head of Asset Manager Sales Germany bei BlackRock, monatlich die aktuelle Faktor-Sicht von BlackRock. Dabei stehen folgende drei Signale im Vordergrund:

• Konjunkturumfeld, verbunden mit der Frage: Hat der entsprechende Faktor in einem solchen Umfeld historisch betrachtet gute Renditen geliefert?
• Bewertung: Ist der Faktor im historischen Vergleich günstig oder hoch bewertet?
• Relative Stärke: Gibt es einen Trend, der die positive Entwicklung des Faktors unterstützt?

Je mehr dieser Signale in die Allokationsentscheidung einfließen, umso robuster fallen die Ergebnisse aus.

Hamed Mustafa, Head of Asset Manager Sales Germany bei BlackRock:

„Momentum-Aktien, also Titel im Aufwärtstrend, erzielten im November eine leicht unterdurchschnittliche Performance. Diese Underperformance war auf einen negativen Selektionseffekt bei Finanzwerten (AIA-Gruppe) zurückzuführen. Der Trendwert für Momentum-Aktien hat sich verbessert, bleibt aber schwach, und seine Bewertung erscheint günstig.

Der Stil-Faktor Quality, bei dem der Fokus auf Papieren qualitativ hochwertiger Unternehmen mit besonders gesunden Bilanzen liegt, schnitt im November aufgrund einer Übergewichtung von Pharmazie-Titeln unterdurchschnittlich ab. Quality- Aktien erscheinen in Bezug auf die Bewertungen immer noch teuer und weisen weiterhin einen starken Preistrend auf.

Value-Aktien, also Titel mit niedrigen Kurs-Gewinn- oder Kurs-Buchwert-Verhältnissen, entwickelten sich im zurückliegenden Monat ebenfalls unterdurchschnittlich. Grund hierfür war ein negativer Selektionseffekt bei Automobil-Titeln (Toyota, Honda). Value-Aktien erscheinen günstig mit einem sich verbessernden Preistrend.

Minimum-Volatility-Aktien, Werte mit relativ geringen Schwankungsbreiten, zeigten im November, aufgrund eines negativen Selektionseffekts bei IT-Titeln (Cisco), eine unterdurchschnittliche Performance. Die Entwicklung bleibt schwach, die Bewertungen bleiben aber attraktiv.

Size-Aktien, also Werte von Unternehmen mit geringerer Marktkapitalisierung, erzielten im November eine Outperformance, die auf eine Untergewichtung und eine positive Selektion im Gesundheitswesen zurückzuführen ist. Der Preistrend von Size- Aktien hat sich weiter verbessert und die Bewertung erscheint günstig.“

Weitere Informationen

Stil-Faktoren lassen sich wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge auf drei Ursachen zurückführen: Einige kompensieren Investoren für höhere Risiken. Andere beruhen auf strukturellen Ursachen, etwa Marktregeln oder Anlagebeschränkungen von Investoren. Aus der damit verbundenen Unzugänglichkeit gewisser Marktsegmente für bestimmte Gruppen ergeben sich Chancen für Investoren mit größeren Anlagefreiheiten. Und schließlich gibt es Stil-Faktoren, die auf dem Anlegerverhalten beruhen – zum Beispiel Herdentrieben oder Panikverkäufen. Dies schafft Opportunitäten für Investoren mit Sichtweisen abseits des Mainstreams.

Wie sich Stil-Faktoren idealerweise kombinieren lassen, wird in der akademischen Forschung lebhaft diskutiert. An den beiden äußeren Enden des Meinungsspektrums kristallisieren sich zwei Ansätze heraus: zum einen die statische Aufteilung des Vermögens, so dass jeder Faktor unabhängig vom Marktumfeld stets das gleiche Gewicht im Portfolio hat. Zum anderen der Versuch, Faktoren zu timen, also: entsprechend dem Marktumfeld den jeweils richtigen Zeitpunkt zum Ein- bzw. Ausstieg zu erwischen und so im Rahmen einer Faktor-Rotationsstrategie zu einer dynamischen Allokation zu gelangen.

BlackRock zufolge lässt sich die Effizienz dieser beiden Ansätze weiter optimieren, gewissermaßen durch einen Mittelweg. Dieser besteht aus einer strategischen Gleichgewichtung der einzelnen Faktoren und wird entsprechend der Marktsignale um taktische Schwerpunkte ergänzt, wobei zu jeder Zeit in alle Faktoren investiert wird. Solche Rotationsstrategien bieten zwei potenzielle Ertragsquellen: erstens langfristige statische Faktorprämien im Rahmen eines breit aufgestellten Portfolios und zweitens Erträge, die sich aus den taktischen Schwerpunkten ergeben. Aufgrund dieses Potenzials sind Faktor-Rotationsstrategien bei Investoren zunehmend gefragt.

Disclaimer
Alle Meinungen und Schätzungen in diesem Dokument, einschließlich Renditeprognosen, spiegeln unsere Beurteilung bei Redaktionsschluss wider, können ohne vorherige Ankündigung geändert werden und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise nicht als zutreffend erweisen.

In Ländern innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums herausgegeben von BlackRock (Netherlands) B.V., einem von der niederländischen Finanzdienstleistungsaufsicht zugelassenen und beaufsichtigten Unternehmen mit Geschäftssitz Amstelplein 1, 1096 HA, Amsterdam, Tel.: +31 020 549 – 5200, Handelsregister Nr. 17068311. Zu Ihrem Schutz werden Telefonate üblicherweise aufgezeichnet.

© 2023 BlackRock, Inc. BLACKROCK, iSHARES, BLACKROCK SOLUTIONS, BAUEN AUF BLACKROCK, WAS ALSO SOLL ICH MIT MEINEM GELD TUN und das stilisierte i Logo sind Handelsmarken von BlackRock, Inc. oder ihren Niederlassungen in den USA und anderen Ländern. Alle anderen Marken sind Eigentum der jeweiligen Rechteinhaber.

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

BlackRock Investment Management (UK) Limited
Neue Mainzer Straße 52
60311 Frankfurt
Telefon: +49 (89) 427295881
Telefax: +44 (20) 77431141
http://www.blackrockinvestments.de

Ansprechpartner:
Anette Weidner
Senior Consultant
Telefon: +49 (69) 944180-23
E-Mail: anette.weidner@newmark.de
Für die oben stehende Story ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton-, Video-, Medien- und Informationsmaterialien. Die United News Network GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die United News Network GmbH gestattet.

counterpixel