Abtauchen ins Land der Elfen und Trolle
„Gerade Sprachen aus dem nordischen Raum sind im Moment gefragt – auch bei Jüngeren“, beschreibt Monika Schenker, die Leiterin des Fachbereichs Sprachen, den aktuellen Trend an der Vogelsberger vhs. „Die meisten haben einen Bezug zu dem Land, sie fahren oft dorthin. Und sie bleiben länger in unseren Kursen, bauen auf und erreichen ein höheres Sprachniveau.“
Aus ihrer langjährigen Erfahrung weiß Monika Schenker, dass ein Land positiv besetzt sein muss, dass die politische Entwicklung ganz entscheidenden Einfluss darauf hat, ob in Alsfeld oder Lauterbach ein Kurs gebucht wird. „Mit der Wahl Michail Gorbatschows zum Staatspräsidenten der UdSSR boomte Russisch als Studienfach und als Kurs an der vhs“, erzählt sie. Silvio Berlusconi indes sorgte (indirekt) dafür, dass Italienisch plötzlich out war – genauso wie Recep Erdogan. „Türkisch war früher sehr gefragt, man wollte die Sprache lernen für den Urlaub oder für den Besuch bei Verwandten. Wir hatten allein drei Türkisch-Kurse in Lauterbach – heute haben wir keinen einzigen mehr“, erzählt Monika Schenker.
Ganz anders die nordischen Sprachen: Norwegisch kann man buchen, Schwedisch wurde angeboten und auch Färöisch im vergangenen Jahr. Das liegt auch ein wenig an Karolin Gornetzki, einer Linguistin, „die unheimlich breit aufgestellt ist“. 2021 konnte die vhs sie als Kursleiterin gewinnen, seitdem hat sie ganz ungewöhnliche und interessante Kurse angeboten – unter anderem zu Edda, der wohl wichtigsten Sammlung altnordischer Götter- und Heldensagen aus dem 13. Jahrhundert. „Mich interessieren Sprachen, Schriften, Musik, Kultur und eben auch mittelalterliche Texte“, schwärmt Karolin Gornetzki. „Ich hatte Lust das zu lernen“ und genau das hat sie gemacht an der Uni in Tübingen.
Ihre Kenntnisse, vor allem aber ihre große Begeisterung für den Norden, für die atemberaubende Natur Islands mit Gletschern, Vulkanen und Geysiren, für die tief verwurzelten Sagen über das verborgene Volk „Huldufólk“, die teilt sie mit Andrea, Roland, Katharina und Mario, die an diesem Abend ihren Kurs besuchen. Island – für Mario ist das ein interessantes Land mit einer spannenden und fortschrittlichen Gesellschaft und vor allem mit einer sehr interessanten Musikszene. „Wenn man da ein wenig recherchieren will, ist es gut, Grundkenntnisse in der Sprache zu haben“, sagt er. Schon zweimal war Mario in Island, hat das im November stattfindende Musikfest besucht, lobt dessen faszinierende Atmosphäre. „So etwas bekommt man hier nicht zu hören“, ist er überzeugt. Und das kalte und raue Wetter? „Bei 15 Grad laufen die Isländer in Shorts rum, für sie ist da Hochsommer“, lacht der Musikfan.
Im September war Katharina zum ersten Mal in Island – und total begeistert. „In dem Wissen, dass es dort wieder hingeht, habe ich den Kurs gebucht“, erzählt sie und freut sich schon darauf, wenn sie die ersten kleinen Sätze auf Isländisch sagen kann. Die junge Frau lebt in der Wetterau, kommt einmal pro Woche zum Kurs nach Alsfeld. „Ich finde es cool, dass der Kurs hier angeboten wird, denn ich bin kein Freund von Online-Angeboten.“ Also hat sie sich erkundigt, wo Präsenz-Kurs laufen. Nach ihrer Recherche an drei Orten in Deutschland: in Berlin, in Köln und eben in Alsfeld.
Andrea und Roland haben schon 2021 einen Isländisch-Kurs besucht, nun sind sie wieder mit von der Partie. Bislang haben sie das Land noch nicht besucht, „aber die Vorfreude auf den Besuch, der kommen könnte“, macht es für sie aus. Und so tauchen sie ab mit den anderen in die wunderbare Welt der nordischen Geschichten mit Zwergen, Feen und Elfen und sie lernen eine Sprache, die nur 300.000 bis 400.000 Menschen überhaupt sprechen.
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