LIS optimiert Lagerprozesse bei Kardex
Wachsender Platzbedarf
Die Wahl des Systems erfolgte im Zuge eines umfassenden Modernisierungsprojekts: Eine neue Lagerhalle, optimiert für den Einsatz von Kragarmregalen in Kombination mit Mehrwege-Seitenstaplern, sollte entstehen. Der Hallenneubau bot die ideale Gelegenheit, auch die IT-Systeme zu modernisieren und die Lagerprozesse neu zu strukturieren. Dominik Fischer, Application Owner bei Kardex, erklärt: „Mit dem steigenden Materialdurchsatz und einer wachsenden Artikelvielfalt war klar: Wir brauchen mehr Platz und modernere Strukturen. Die Erweiterung unserer Lagerfläche war für uns ein wichtiger Schritt, um langfristig wachsen zu können.“ In die Planung flossen von Anfang an auch spezielle Anforderungen für das Handling großformatiger Fertigprodukte ein: Dieser Aspekt bestimmte maßgeblich die Ausgestaltung der neuen Regalanlagen und Lagertechnik.
Kragarmregale und Maßarbeit
Daraus entstand ein Konzept, das auf größtmögliche Flexibilität und Tragkraft ausgelegt ist: Das multinationale Unternehmen nutzt heute eine Kombination aus Bodenlagerplätzen, Palettenregalen und neun Kragarmregalen von Längen von bis zu 48 Metern. Sieben der Regale sind beidseitig, zwei einseitig bestückt, was die nutzbare Lagerfläche pro Regalreihe deutlich erhöht. Die Anlagen verteilen sich auf vier Ebenen und erreichen eine Gesamthöhe von achteinhalb Metern. Diese Konstruktion ermöglicht die Lagerung von Packstücken von einer Länge von bis zu vier Metern und einem Gewicht von zwei Tonnen: Dimensionen, die besondere Anforderungen an die Lagerorganisation und Software stellen.
Das Lagerverwaltungssystem musste zudem auch auf die Lagertechnik abgestimmt werden: Kardex nutzt speziell ausgewählte Vier-Wege-Stapler, die je nach Lastschwerpunkt und Hubhöhe bis zu 3,85 Tonnen tragen können. Selbst bei einer Einlagerhöhe von achteinhalb Metern liegt die Tragfähigkeit bei bis zu 1,7 Tonnen – passend dimensioniert für die langen und schweren Packstücke. Ergänzt wird das System durch individuell abgestimmte Lagerplätze für übergroße Teile. Bei standardisierten Komponenten wurden die Regalsysteme zudem passgenau auf die entsprechenden Palettenformate zugeschnitten.
Software-Neustart mit vertrautem Partner
Zunächst wurde geprüft, ob das vorhandene System an die neuen Anforderungen angepasst werden könnte. Aber insbesondere die Einbindung von Kragarmregalen hätte hohe Kosten verursacht. Eine Alternative war gefragt. „Wir arbeiten seit Jahren mit LIS im Transportbereich zusammen, daher war das Vertrauen in die Kompetenz vorhanden“, so Fischer. Als der westfälische Softwareentwickler das neue Lagerverwaltungssystem vorstellte, fiel die Entscheidung leicht: Das System war funktional, optisch modern und in der Gesamtkalkulation deutlich wirtschaftlicher als die alte Software.
Systemeinführung mit Augenmaß
Der Systemwechsel erfolgte im März 2024 parallel zur Inbetriebnahme der neuen Halle. Die Projektplanung begann mehr als ein Jahr zuvor. „Wir hatten ausreichend Vorlauf und konnten die Einführung ohne Zeitdruck realisieren“, berichtet Fischer. Das LWM wurde mit dem Start der Halle vollständig übernommen – das alte Lagerverwaltungssystem ging gleichzeitig außer Betrieb.
Zusätzlich setze LIS in der Lagersoftware auch spezielle Anforderungen um: So hat Kardex etwa eine Überfahrwaage integriert, mit der das Gewicht der Packstücke direkt bei der Einlagerung erfasst wird. „Das war technisch eine kleine Herausforderung, aber sie hat sich gelohnt“, erinnert sich der Application Owner.
Auch bestehende Prozesslogiken wurden in das LWM überführt, etwa bei der Verladung: Das ERP-System meldet die Fertigstellung einzelner Packstücke. Erst wenn eine Lieferung komplett gemeldet ist, kann über das LWM die Tourenfreigabe erfolgen. Die Mitarbeitenden erhalten daraufhin systemgesteuert die Verladeanweisungen inklusive Reihenfolge. Die systemgestützte Steuerung sorgt für mehr Transparenz im Prozess und reduziert manuelle Abstimmungen bei dem Ladungsvorgang.
Von der Platzvergabe bis zur Verladung: Alles im System
Mit dem neuen LWM hat Kardex die Lagerplatzvergabe weiter automatisiert und an die Anforderungen der neuen Behllheimer Halle angepasst. Die Packstücke werden unter Berücksichtigung von Größe, Gewicht und Lagerzone systemgestützt auf freie Plätze verteilt. Auch die Kommissionierung erfolgt softwaregesteuert mit gezielter Zuweisung. Für Sonderformate wie übergroße Ersatzteile lassen sich individuelle Lagerplätze im System flexibel anlegen – ein praktischer Pluspunkt für den Alltagsbetrieb.
Zur Qualitätssicherung setzte Kardex zuvor zusätzlich auf eine durchgängige Fotodokumentation. Diese hat LIS nahtlos in das LWM für den neuen Lagerprozess integriert. Damit wird jede Lkw-Verladung über mobile Endgeräte fotografisch festgehalten – inklusive Spanngurtsicherung und Ladefläche. Die Bilder werden zentral gespeichert und dienen bei Reklamationen als Nachweis, da Schäden häufig erst beim Entladen entstehen. Selbst die Hardware für die mobile Datenerfassung wurde unter Berücksichtigung der Kameraleistung ausgewählt.
Schulung und Akzeptanz im Alltag
Die Einführung des neuen Lagerverwaltungssystems stellte für die Mitarbeitenden aufgrund veränderter Prozesse und zusätzlicher Funktionen eine spürbare Umstellung dar. „Die Abläufe haben sich verändert, aber nach kurzer Zeit haben sich alle gut zurechtgefunden“, so Fischer. Im Vorfeld führte LIS eine gezielte Schulung für das Projektteam durch. Auf dieser Basis organisierte Kardex eigenständig die operative Schulung der Mitarbeitenden. Dafür hat der Anbieter für automatisierte Materialflusssysteme zum Beispiel Leitfäden erstellt, um insbesondere Staplerfahrern und Leitstandsmitarbeitenden eine praxisnahe Einführung zu bieten.
Customizing mit Lerneffekt
„Wir nutzen keine Standardlösung, sondern eine stark angepasste LWM-Version mit individuell konfigurierten Masken und Menüführungen. Im Projektverlauf haben wir aber festgestellt, dass nicht jede technische Möglichkeit zwingend erforderlich ist. Gemeinsam mit LIS prüfen wir aktuell einzelne Funktionen auf ihre Praxistauglichkeit für unseren Betriebsalltag“, erklärt Fischer. Auch wenn die Bedienung des Systems anfangs eine Umstellung für die Kardex-Mitarbeitenden bedeutete, zeigt sich heute: Die klaren Abläufe, die strukturierte Zuweisung von Aufgaben und die Transparenz über Lagerorte und Packstückstatus machen sich im Alltag deutlich bemerkbar.
Systemintegration im Wandel
Von Beginn an war das LWM über eine Schnittstelle in die bestehende Systemlandschaft von Kardex eingebunden. Das ERP-System fungierte dabei als zentrales Bindeglied, auch für die Kommunikation mit dem Transportmanagementsystem WinSped. Diese Struktur ermöglichte eine stabile Prozessintegration in der Anfangsphase.
Inzwischen hat Kardex gemeinsam mit LIS eine erste direkte Schnittstelle zwischen LWM und WinSped realisiert. Diese befindet sich bereits im produktiven Einsatz und ermöglicht eine durchgängige Kommunikation zwischen Lagerverwaltung und Transportdisposition. Dies stellt einen wichtigen Schritt hin zu einer vollständig integrierten Systemlandschaft dar.
Partnerschaft auf Augenhöhe
Die Implementierung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit festen Consultants von LIS. Die Projektumsetzung beschreibt Fischer als durchweg positiv: „Wir hatten jederzeit einen kompetenten Ansprechpartner, der unsere Anforderungen ernst genommen hat. Auch individuelle Anpassungen wurden zügig umgesetzt. Die moderne Aufmachung des Systems ist ein echter Fortschritt gegenüber der alten Lösung.“
Mit der Einführung des LWM hat Kardex nicht nur seine Lagerprozesse modernisiert, sondern auch seine digitale Basis noch leistungsfähiger gemacht: von der Gewichtserfassung über individuell angepasste Lagerstrukturen bis hin zur systemgesteuerten Verladung inklusive Dokumentation. Für Fischer steht fest: „Die Entscheidung für LIS war richtig. Wir haben nicht nur eine Software eingeführt, sondern unsere Lagerlogik grundlegend erneuert.“
Eine Leidenschaft für die Logistik, ein ausgeprägtes Faible für die moderne Datenverarbeitung und ein wacher Blick für die Bedarfe der Branche – das sind seit ihrer Gründung vor 45 Jahren die Triebfeder und das Erfolgsrezept der LIS Logistische Informationssysteme GmbH (LIS). Mit ungebrochener Innovationsfreude ist das Software-Haus mit Sitz in Greven (Westfalen) zu einem der führenden Anbieter von Transport-Management-Systemen sowie seit neuestem auch zum Entwickler von Warehouse-Management-Systemen in Deutschland aufgestiegen. Mit WinSped, das eine optimale Disposition und einen reibungslosen automatisierten Ablauf der Geschäftsprozesse gewährleistet, vertreibt das zur DKV Mobility Group gehörende Unternehmen eine der heute hierzulande meistgenutzten Anwendungen für Speditionen. Flexibel konzipiert, individualisierbar und mit einer Vielzahl von Schnittstellen ausgestattet, lässt sich WinSped problemlos in nahezu jedes Umfeld integrieren. Hochflexibel und anpassbar präsentiert sich auch das LIS Warehouse Management (LWM), das in Kombination mit WinSped oder als Stand-alone-Lösung verfügbar ist. Das cloudbasierte System ist speziell auf europäische Anbieter von Third Party Logistics (3PL) zugeschnitten und organisiert und optimiert den gesamten innerbetrieblichen Materialfluss in Warenlagern und Distributionszentren.
Aktuell beschäftigt LIS über 260 Mitarbeitende und unterhält Standorte in Geldermalsen (Niederlande), Pszczyna (Polen), Périgny (Frankreich), Madrid (Spanien) sowie Allerød (Dänemark).
LIS Logistische Informationssysteme GmbH
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