Brandschutz in Galvaniken/Beschichtungsunternehmen
Die Schadenstatistik zeigt, dass Brände in galvanotechnische Anlagen häufig zu großflächigen Totalschäden und langandauernden Betriebsunterbrechungen führen. Hinzu kommen erhebliche Rauch‑ und Korrosionsschäden in nicht direkt betroffenen Bereichen, die das Schadensausmaß deutlich vergrößern.
Eine Projektgruppe mit Vertretern des ZVO und des GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V.) hat den gemeinsam erstellten Leitfaden VdS 3412 zur Schadenverhütung „Galvanotechnische Betriebe – Gefahren, Risiken, Schutzmaßnahmen“ im Jahr 2026 überarbeitet. Die vorgestellte Aktualisierung berücksichtigt neue Schadenerkenntnisse, technische Entwicklungen und regulatorische Anforderungen, um ein zeitgemäßes, wirksames und einheitliches Sicherheitsniveau in der Galvanotechnik sicherzustellen.
Der Produktionsbereich Galvano- und Oberflächentechnik ist tagtäglich mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert und Kostendruck beherrscht viele Prozesse. Gerade in diesem Umfeld spielen Wirkungsgrad, Effizienz und Anlagenverfügbarkeit eine große Rolle. Wird die Fertigung durch eine unplanmäßige Störung unterbrochen, summieren sich Unwägbarkeiten in der Kostenkalkulation. Ein Vortrag stellt daher die Vorteile regelmäßiger Anlagenwartung für das wichtige Thema des vorbeugenden Brandschutz dar.
Ein weiterer Vortrag beleuchtet praxisnah die besonderen Brand- und Gefahrenpotenziale in der Galvanotechnik und zeigt typische Ursachen sowie wiederkehrende Fehlerquellen in Planung, Betrieb und Wartung auf. Neben technischen Aspekten werden auch organisatorische und menschliche Faktoren betrachtet, die maßgeblich zur Entstehung oder Vermeidung von Schadensereignissen beitragen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Zusammenarbeit zwischen galvanotechnischen Unternehmen und den spezialisierten Einheiten der Feuerwehr, insbesondere im Bereich Gefahrgut- und ABC-Einsatz.
Der folgende Vortrag zeigt, wie sich Brandschutz in Galvaniken technisch und organisatorisch so aufbauen lässt, dass Risiken früh erkannt und Schäden vermieden werden. Im Zentrum stehen fest installierte Thermografie-Kameras an kritischen Anlagenteilen, Brandmeldesysteme in Schaltschränken, regelmäßige Thermografie-Messungen an elektrischen Komponenten sowie die Strömungsüberwachung in der Abluft zur Vermeidung einer Wasserstoffanreicherung.
Um optimierte Lüftungstechnik und ihren Beitrag zum Brandschutz geht es auch im Folgebeitrag.
Der Sach- und BU-Versicherungsmarkt für galvanotechnische und oberflächentechnische Betriebe bleibt aufgrund der hohen Brand- und Umweltrisiken schwierig. Nach einzelnen Großschäden steigen Prämien, Selbstbehalte und Auflagen (Ausschlüsse/Sublimits), Kapazitäten sinken – Unterdeckung und hoher Verhandlungsaufwand drohen. Der abschließende Vortrag zeigt einen innovativen modularen Ansatz für ZVO-Mitgliedsunternehmen mit gutem Risikoprofil: strukturierte Eigentragung, unternehmensindividuelle Risikomodellierung für Sach- und BU-Risiken und neue Deckungsstrukturen inklusive (virtueller) Captive-Lösungen.
Zentralverband Oberflächentechnik e.V.
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