Deutsche Alzheimer Gesellschaft zum Welttag gegen die Misshandlung älterer Menschen: Schutz statt Tabu!
„Auch wenn wir keine genauen Zahlen dazu haben, wie häufig Menschen mit Pflegebedarf und Demenz in Deutschland tatsächlich Opfer von Gewalt werden, hören wir davon immer wieder in der Beratung an unserem Alzheimer-Telefon“, sagt Saskia Weiß, Geschäftsführerin der DAlzG. „Wir müssen aber davon ausgehen, dass nur die wenigsten Fälle an die Öffentlichkeit gelangen. Das Thema darf aber nicht totgeschwiegen werden. Immer weiter steigender Druck in Pflegeeinrichtungen und für pflegende Angehörige erhöht das Risiko für Misshandlung und Vernachlässigung. Hier braucht es frühzeitig Aufmerksamkeit und präventive Maßnahmen.“
Die DAlzG hat im Qualitätsausschuss Pflege an der Entwicklung von Empfehlungen für die Gestaltung von Prozessen zur Förderung des Gewaltschutzes in stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen mitgewirkt. Diese Empfehlungen sind ein wichtiger Schritt. Darüber hinaus braucht es aber unbedingt eine bessere Unterstützung der pflegenden Angehörigen, um Überforderung durch eine oft jahrelange Pflege zu vermeiden. „Mit großer Sorge sehen wir, dass der aktuelle Entwurf zur Pflegereform deutliche Einschnitte für die pflegenden Angehörigen vorsieht“, so Weiß. „Vieles, was in den letzten Jahren und Jahrzehnten erreicht wurde, droht jetzt wieder verloren zu gehen. Wir rufen alle Verantwortlichen dazu auf, ihre Entscheidungen auch unter diesem Aspekt zu bedenken!“
Hintergrund
In Deutschland leben heute etwa 1,8 Millionen Menschen mit Demenzerkrankungen. Rund zwei Drittel davon werden in der häuslichen Umgebung von Angehörigen betreut und gepflegt. Jährlich erkranken etwa 400.000 Menschen neu. Ungefähr 60 Prozent davon haben eine Demenz vom Typ Alzheimer. Die Zahl der Demenzerkrankten wird bis 2050 auf 2,3 bis 2,7 Millionen steigen, sofern kein Durchbruch in Prävention und Therapie gelingt.
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft engagiert sich für ein besseres Leben mit Demenz. Sie unterstützt und berät Menschen mit Demenz und ihre Familien. Sie informiert die Öffentlichkeit über die Erkrankung und ist ein unabhängiger Ansprechpartner für Medien, Fachverbände und Forschung. In ihren Veröffentlichungen und in der Beratung bündelt sie das Erfahrungswissen der Angehörigen und das Expertenwissen aus Forschung und Praxis. Als Bundesverband von mehr als 130 Alzheimer-Gesellschaften unterstützt sie die Selbsthilfe vor Ort. Gegenüber der Politik vertritt sie die Interessen der Betroffenen und ihrer Angehörigen. Die DAlzG setzt sich ein für bessere Diagnose und Behandlung, mehr kompetente Beratung vor Ort, eine gute Betreuung und Pflege sowie eine demenzfreundliche Gesellschaft.
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft ist als Interessenvertreterin von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen im Lobbyregister des Deutschen Bundestags eingetragen und hat sich dem dafür geltenden Verhaltenskodex verpflichtet.
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz
Keithstraße 41
10787 Berlin
Telefon: +49 (30) 2593795-0
Telefax: +49 (30) 2593795-29
https://www.deutsche-alzheimer.de/
Stellv. Geschäftsführung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 (30) 2593795-12
Fax: +49 (30) 2593795-29
E-Mail: susanna.saxl@deutsche-alzheimer.de
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 (30) – 259 37 95 10
E-Mail: jessica.kortyla@deutsche-alzheimer.de
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 (30) 259379519
E-Mail: nora.landmann@deutsche-alzheimer.de
![]()


