Energie- / Umwelttechnik

AntsNature und Berliner Ökowerk lenken den Blick auf die Welt vor unseren Füßen

Ein langgestreckter Körper, zusammengesetzt aus drei kaum sichtbar verbundenen Segmenten, sechs mehrgliedrige Beine, die in Krallen enden, ein robustes Exoskelett, lange gegliederte Fühler, riesige Mundwerkzeuge und Facettenaugen – allein die Beschreibung der sichtbaren Merkmale lässt aufhorchen. Die Information, dass das so beschriebene Wesen das bis zu 40-fache seines eigenen Körpergewichts tragen kann und dabei selbst anspruchsvollste Hindernisse überwindet, sich an Pheromonen und Magnetfeldern orientiert, mit seinen Fühlern kommuniziert und selbst unter unwirtlichsten Bedingungen in Gruppen von mehreren Millionen Individuen lebt, legt den Gedanken nahe, dass es sich nur um außerirdische Superwesen oder kybernetische Science-Fiction-Geschöpfe handeln kann.

Die Realität ist nicht weniger spannend: Tatsächlich leben weltweit nach Schätzungen zwischen einer und zwanzig Billiarden (20.000 Billionen) Ameisen – sie sind es natürlich, die sich hinter der hollywoodreifen Beschreibung verbergen. In mehr als 16.000 Arten bilden sie damit nach Zahlen die häufigste Insektengruppe, übertreffen so alle anderen Landtiere zusammengenommen und begleiten die Erdgeschichte bereits seit etwa 120 Millionen Jahren.

Menschen und Ameisen: Ein Verhältnis zwischen Bewunderung und Ablehnung

Die Ameise zählt zweifellos zu den verbreitetsten und damit bekanntesten Insekten. Obwohl sie praktisch allgegenwärtig ist – selbst in Städten leben statistisch auf jeden Menschen 2,5 Millionen Ameisen – begegnen wir ihnen bewusst eher selten. Kommt es zum Aufeinandertreffen, dann meist unter schlechten Vorzeichen: Beim Picknick im Park, wenn sie als ungeladene Gäste erscheinen, auf Gartenwegen und Terrassen, wo sie sich ihren Weg zwischen Plattenfugen bahnen oder schlimmstenfalls als Eindringlinge im Haus, die zielstrebig den Weg zu unachtsam unverschlossenen Lebensmitteln finden. Im Ergebnis werden Ameisen nicht selten als Schädlinge behandelt. Dabei ist der Nutzen, den der Mensch aus dem Zusammenleben ziehen kann, beeindruckend: Ameisen sind nicht nur Forschungsobjekt für Sozialforschung, Evolutionsbiologie und Ökologie, sie liefern auch Inspiration für die Entwicklung neuer Technologien, von Algorithmen basierend auf der Beobachtung von Ameisenstraßen über Baustoffe, orientiert an biologischen Klebstoffen einiger Ameisenarten bis hin zu von Ameisen produzierten antibakteriellen Stoffen, die gegen gefürchtete MRSA-Bakterien wirken und klassische Antibiotika ergänzen könnten. Darüber hinaus sind Ameisen ein wichtiges Element eines gesunden Ökosystems: Sie lockern Böden auf und machen diese dadurch fruchtbar, sie bestäuben Pflanzen und halten als biologische Schädlingsbekämpfer das natürliche Gleichgewicht aufrecht. Im Gegenzug zerstört der Mensch zunehmend den Lebensraum der Ameise, rodet Wälder, versiegelt Flächen und bekämpft sie mit Pestiziden. Darüber hinaus werden im Zuge der Globalisierung immer häufiger fremde Arten eingeschleppt, die heimische Ameisen verdrängen und der menschengemachte Klimawandel und Extremwetter zerstören ganze Kolonien.

Ohne die Ameise wäre die Welt eine andere

„Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“

Diese Feststellung vom belgischen Insektenforscher Maurice Materlinck bewegt bis heute immer wieder Medien und Öffentlichkeit. Neben der berechtigten Sorge über das ökologische Gleichgewicht dokumentiert sie das Verhältnis zum laut NABU liebsten Insekt der Deutschen. Die Ameise dagegen wird in Umfragen meist als „interessant, aber nicht niedlich“ charakterisiert und genießt auch in Märchen und Fabeln eher Bewunderung für Zielstrebigkeit und Teamgeist, gleichzeitig aber auch Skepsis wegen einer fast schon bedrohlich militärisch anmutenden Effizienz. Dabei ließe sich das Zitat fast eins zu eins auf die Ameise übertragen: Ein Aussterben der Ameise zöge eine Kette von Katastrophen nach sich. Schädlingsplagen, Ernteausfälle, Waldsterben, Zusammenbruch von Nahrungsketten, Artensterben und eine insgesamt vollständige Umwälzung des Ökosystems finden in den Worten des Ökologen Edward O. Wilson Ausdruck:

"Wenn die Ameisen verschwinden, würde die Erde nicht untergehen – aber sie wäre ein viel langweiligerer, instabilerer und weniger fruchtbarer Planet."

Der Mensch gestaltet die Zukunft der Ameise

Auch wenn die Prognosen für die Ameise insgesamt besser ausfallen als für andere Insektenarten zeigen zumindest einzelne Arten einen deutlichen Rückgang der Populationen. Rund 50 Prozent aller Arten gelten laut Roter Liste in ihrem Bestand als gefährdet. Regionale Initiativen wie das Ameisenschutzprogramm des NABU oder das Bundesprogramm Biologische Vielfalt zielen deshalb vor allen Dingen darauf ab, die natürliche Artenvielfalt zu erhalten. Darüber hinaus ist die Ameise Gegenstand zahlreicher Forschungsprojekte und Langzeitstudien. Wie bei allen Artenschutzvorhaben zählt aber auch für die Ameise, dass sie zum gesunden Überleben auf die verbreitete Anerkennung ihrer Schutzwürdigkeit angewiesen ist. Diese wiederum entsteht durch individuelles Engagement und Interesse, kurz: Begeisterung für die Einzigartigkeit eines faszinierenden Geschöpfes.

AntsNature – Mission Faszination

„Um die Welt der Ameisen zu verstehen, bedarf es mehr als nur ein Menschenleben. Um ihrer Faszination zu erliegen, nur einen Augenblick.“

Unter diesem Motto gründeten die Lehrerin Bianca und der Diplom-Biologe Dirk Drenske 2004 die Initiative AntsNature. Mit lebendigen Bildungsangeboten, Vorträgen und Workshops zum Thema Ameisen und mit der Beratung, Planung und Realisierung von Ameisenprojekten wollen sie dem Menschen die faszinierende Welt der Ameisen zugänglich machen und zu deren Schutz beitragen. In ihrem Verlag Drenske Medien verlegen sie darüber hinaus eigene sowie Bücher gleichgesinnter Autoren, die das Leben der Ameise sowohl wissenschaftlich als auch literarisch kreativ in den Mittelpunkt stellen.

Audio-Walk im Berliner Ökowerk – mehr als ein Naturlehrpfad

Als Umweltbildungszentrum im Berliner Grunewald, einem der bekanntesten und größten Waldgebiete der Hauptstadt, kombiniert das Ökowerk ein Industriedenkmal mit einem breit gefächerten Angebot an Veranstaltungen und Lernangeboten zu Umweltthemen für Besucher aller Altersgruppen.

Gemeinsam mit AntsNature realisiert das Ökowerk aktuell einen Audio-Walk durch die Welt der Ameisen. Zwischen alten Bäumen, Totholz, Trockenrasen, Mauern, Teichbereiche und offene Sandflächen, die auf der Fläche des Ökowerks eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume abbilden, lassen sich mit viel Neugier und etwas Geduld zahlreiche Ameisenarten entdecken. Der Audio-Walk liefert hierzu Hinweise und Erklärungen, ohne zu belehren oder mit trockenem Schulwissen zu langweilen. Alle Inhalte sind so gestaltet, dass sie Kinder und Erwachsene gleichermaßen in ihren Bann ziehen und auch über den Besuch hinaus dazu motivieren, öfter einmal genauer hinzusehen. Damit will das Projekt Naturerlebnis mit Wissenschaft und Geschichte verbinden und ohne erhobenen Zeigefinger für den Naturschutz begeistern. Über den voraussichtlich im August startenden Audio-Walk hinaus sind weitere Bausteine der Initiative geplant, die zum aktiven Erleben und kreativen Mitmachen motivieren sollen.

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

AntsNature – Faszination Ameisen
Dahmestr. 84
12526 Berlin
Telefon: +49 (1577) 4663008
https://antsnature.de

Ansprechpartner:
Bianca Drenske
Inhaberin
E-Mail: b.drenske@antsnature.de
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