Altersgerechte Assistenzsysteme: Der Weltmarkt liegt 2026 bei über 13 Milliarden US-Dollar, und Reinigungsroboter zählen ausdrücklich dazu
Die Zuordnung ist bemerkenswert, weil Reinigungsroboter bislang vor allem als Komfortgerät verkauft wurden. In der Aufzählung des Verbands stehen sie zwischen Sturzsensoren im Bodenbelag, Notrufuhren und automatisierten Rollläden.
Wie groß der Markt für Assistenztechnik ausfällt
Die gfu stützt sich auf zwei Marktschätzungen. Das Analysehaus Mordor Intelligence ordnet den globalen Markt für Ambient Assisted Living im Jahr 2026 mit mehr als 13 Milliarden US-Dollar ein und erwartet bis 2035 über 35 Milliarden US-Dollar. Market Research Future rechnet für 2036 sogar mit mehr als 60 Milliarden US-Dollar.
Vier Größen umreißen das Feld:
- Mehr als 13 Milliarden US-Dollar beträgt das globale Marktvolumen im Jahr 2026 nach der von der gfu zitierten Schätzung.
- Über 35 Milliarden US-Dollar werden für das Jahr 2035 erwartet.
- Rund 19 Millionen Menschen in Deutschland sind 65 Jahre oder älter.
- Mehr als 22 Millionen Menschen zählt die stärkste Altersgruppe der 40- bis 59-Jährigen.
Welche Geräte im Haushalt zusammenwirken
Ein Assistenzsystem besteht selten aus einem einzelnen Gerät. Bewegungsmelder schalten nachts das Licht im Flur, Tür- und Fensterkontakte melden offene Öffnungen, Sensoren im Bodenbelag erkennen einen Sturz und lösen selbsttätig einen Notruf aus. Reinigungsroboter übernehmen in diesem Verbund die Aufgabe, die körperlich am meisten Mühe kostet.
Preisfragen entscheiden dabei häufig über die Anschaffung. Eine Einordnung, was ein Pflegeroboter finanziell bedeutet, zeigt die Spannbreite zwischen einfachen Haushaltsgeräten und Systemen mit Betreuungsfunktion.
Warum die Demografie den Ausschlag gibt
Steigende Lebenserwartung und niedrige Geburtenzahlen verschieben den Altersaufbau. Laut dem Demografieportal des Bundes, das die gfu zitiert, bilden Menschen ab 65 Jahren mit rund 19 Millionen die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe in Deutschland. Die 40- bis 59-Jährigen liegen mit mehr als 22 Millionen davor. Im Jahr 2035 soll jede vierte Person älter als 67 Jahre sein.
„Ein Saugroboter, der als Komfortgerät verkauft wird, landet in vielen Haushalten aus einem ganz anderen Grund: Bücken fällt schwer. Wer diese Zielgruppe ernst nimmt, muss Bedienung und Wartung entsprechend gestalten“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Was die Technik im Alltag leisten soll
Bedienbarkeit ohne Vorkenntnisse ist nach Darstellung der gfu das entscheidende Merkmal dieser Produktgruppe. Einrichtung und Nutzung sollen ohne technische oder medizinische Kenntnisse gelingen, auch für Angehörige und Pflegekräfte. Sprachsteuerung, Erinnerungsdienste an Medikamente und Termine sowie Telemonitoring von Vitalwerten gehören zum Spektrum.
Für Reinigungsroboter bedeutet das konkrete Anforderungen an die Basisstation: Ein Gerät, dessen Staubbehälter wöchentlich per Hand geleert werden muss, verfehlt in diesem Umfeld seinen Zweck. Die Branche zeigt ihre Antworten darauf im September 2026 auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin.
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