Heimwerken unter Druck: Der Bruttoumsatz der Baumärkte sinkt im ersten Quartal 2026 auf 4,53 Milliarden Euro bei nahezu unveränderter Fläche
Bemerkenswert ist, was sich dabei nicht verändert hat: Die Zahl der Märkte lag im Januar 2026 bei 2.004, die gewichtete Verkaufsfläche bei rund 13,03 Millionen Quadratmetern. Wo weniger Umsatz auf gleiche Fläche trifft, verschiebt sich das Gewicht zu langlebiger Ausrüstung — etwa zu Akku-Bohrschraubern für den professionellen Einsatz, die über Jahre gerechnet werden.
Für die Märkte selbst bedeutet das eine Verschiebung im Sortiment. Weniger Umsatz auf gleicher Fläche lässt sich nicht über die Menge ausgleichen, sondern nur über den Wert des einzelnen Verkaufs.
Bei härteren Untergründen greift ein anderes Werkzeug. Was einem Schrauber fehlt, ist nicht die Drehzahl, sondern die Schlagenergie.
Gleiche Fläche, weniger Umsatz — das ist die eigentliche Nachricht
Ein Umsatzrückgang von 0,9 Prozent wäre für sich genommen kaum eine Meldung wert. Interessant wird er im Verhältnis zur Fläche: Wenn 2.004 Märkte auf 13,03 Millionen Quadratmetern weniger umsetzen, sinkt die Flächenproduktivität.
Ein Handel, der Fläche hält und Umsatz verliert, steht vor zwei Wegen: Fläche abbauen oder Sortiment verändern. Die nahezu unveränderte Quadratmeterzahl deutet darauf hin, dass die Branche auf den zweiten Weg setzt und den Rückgang als vorübergehend einschätzt. Im Sortiment verschiebt sich das Gewicht damit zu Geräten für die härteren Fälle, etwa zum Bohrhammer mit variabler Geschwindigkeit.
„Wer in einem schrumpfenden Markt Fläche hält, wettet auf die Rückkehr der Nachfrage. Beim Werkzeug ist diese Wette nicht unvernünftig — es wird seltener gekauft, aber es wird gekauft“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Was der Handelsverband für 2026 ausweist
Dem Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten zufolge ergeben sich diese Werte:
- Der Bruttoumsatz im ersten Quartal 2026 lag bei 4,53 Milliarden Euro.
- Gegenüber dem Vorjahresquartal ist das ein Rückgang von 0,9 Prozent.
- Im Januar 2026 zählte der Verband 2.004 Bau- und Heimwerkermärkte in Deutschland.
- Die gewichtete Verkaufsfläche lag bei rund 13,03 Millionen Quadratmetern und blieb damit nahezu unverändert.
- Für den Kundenmonitor 2026 wurden im Januar 4.288 Verbraucherinnen und Verbraucher online befragt.
- Vorgestellt wurden die Zahlen auf der Jahrespressekonferenz am 3. März 2026 in Köln.
Milderer Rückgang ist noch keine Trendwende
Ein Minus von 0,9 Prozent nach stärkeren Einbrüchen beschreibt eine Verlangsamung, keine Erholung. Erst ein positives Quartal wäre eine Wende, und dafür liegt kein Wert vor.
Zu berücksichtigen ist außerdem die Preisentwicklung: Ein nominal fast stabiler Umsatz bedeutet bei gestiegenen Preisen real weniger verkaufte Ware. Der Verband weist Bruttoumsätze aus, keine Stückzahlen.
Was das für die Anschaffung bedeutet
Die Zahlen für das zweite Quartal legt der Verband im weiteren Jahresverlauf vor.
Für eine anstehende Anschaffung spricht die Marktlage eher für Geduld als für Eile: Bei rückläufigem Umsatz und gehaltener Fläche steigt der Druck auf die Preise, nicht umgekehrt. Wer ohnehin ersetzen muss, achtet sinnvollerweise auf das Akkusystem — es bindet länger an einen Hersteller als das einzelne Gerät, und genau dort entscheidet sich, was die nächste Anschaffung kostet.
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