Freizeit & Hobby

Fünf Raumflüge, zwei Raumstationen und ein Besuch bei „Apollo and Beyond“

Die ehemalige NASA-Astronautin Marsha Ivins besucht am Samstag, 24. Oktober 2026, das Technik Museum Speyer. Dort besichtigt sie die Ausstellung „Apollo and Beyond“ und berichtet anschließend bei einem englischsprachigen Vortrag über ihren außergewöhnlichen Werdegang und ihre fünf Raumfahrtmissionen. Die Veranstaltung findet von 14:00 bis 15:30 Uhr im FORUM Kino des Technik Museum Speyer statt und ist im regulären Museumseintritt enthalten. Im Anschluss haben Kinder bis 14 Jahre die Möglichkeit, sich mit Marsha Ivins fotografieren zu lassen und damit eine besondere Erinnerung an den Besuch mitzunehmen. Mehr Informationen und Tickets sind unter www.technik-museum.de/… zu finden.

Marsha Ivins wurde 1974 als Ingenieurin bei der NASA tätig und 1986 in die Astronautengruppe aufgenommen. Zwischen 1990 und 2001 absolvierte sie insgesamt fünf Raumflüge mit den Raumfähren „Columbia“ und „Atlantis“. Dabei war sie an Missionen mit unterschiedlichen Schwerpunkten beteiligt und besuchte sowohl die russische Raumstation Mir als auch die Internationale Raumstation ISS. Ihren ersten Flug absolvierte Ivins im Januar 1990 mit „Columbia“ bei der Mission STS-32. Im Juli 1992 folgte STS-46 mit „Atlantis“. Zwei Jahre später startete sie erneut mit „Columbia“ zur Mission STS-62. Bei STS-81 flog Ivins im Januar 1997 mit „Atlantis“ zur Mir. Ihre fünfte und letzte Mission führte sie im Februar 2001 mit STS-98 zur ISS. Insgesamt war Marsha Ivins 55 Tage, 21 Stunden, 47 Minuten und 42 Sekunden im Weltall und umrundete dabei die Erde 885 Mal.

Die fünf Missionen spiegeln unterschiedliche Phasen der bemannten Raumfahrt wider. Während ihrer Flüge arbeitete Ivins unter anderem mit Satellitentechnik, führte wissenschaftliche Experimente durch und war an Missionen im Zusammenhang mit den Raumstationen Mir und ISS beteiligt. Ihr Vortrag gibt einen persönlichen Einblick in die Arbeit einer Astronautin und die Abläufe hinter den Kulissen der Space-Shuttle-Missionen.

Ein passender Ort für diesen Besuch ist die Raumfahrtausstellung „Apollo and Beyond“ im Technik Museum Speyer. Die Ausstellung ist die größte Präsentation der astronautischen Raumfahrt in Europa und zeigt zahlreiche originale und authentische Exponate. Besucher können dort die Entwicklung der bemannten Raumfahrt von den frühen Mondmissionen über das Space-Shuttle-Programm bis zur Internationalen Raumstation nachvollziehen. Mit Marsha Ivins kommt eine Zeitzeugin dieser Raumfahrtära nach Speyer, die nicht nur über die Entwicklung der Programme berichten kann, sondern selbst an fünf Space-Shuttle-Missionen beteiligt war. Der Besuch verbindet damit die Exponate der Ausstellung mit persönlichen Erfahrungen aus dem aktiven Raumfahrtbetrieb.

Werdegang

Marsha Ivins wurde am 15. April 1951 in Baltimore im Bundesstaat Maryland geboren. Sie schloss 1969 die Nether Providence High School in Wallingford, Pennsylvania, ab. Im Jahr 1973 erwarb sie einen Bachelor of Science in Aerospace Engineering an der University of Colorado in Boulder. Von 1974 bis 1980 war Marsha Ivins als Ingenieurin im Johnson Space Center (JSC) der NASA in Houston, Texas, angestellt. Dort arbeitete sie unter anderem an der Entwicklung eines Displays für das Space-Shuttle-Cockpit. Ab 1980 wurde sie als Technikerin für das Shuttle Training Aircraft (STA) und als Copilotin einer Gulfstream 1 der NASA eingesetzt. Marsha Ivins wurde im Mai 1984 von der NASA für die 10. Astronautengruppe ausgewählt. Das einjährige Ausbildungsprogramm zur Missionsspezialistin schloss sie im Juli 1985 ab. Zwischen 1990 und 2001 flog Marsha Ivins fünf Mal ins Weltall.

Mission STS-32 „Columbia“

Bei ihrer ersten Mission gehörte Marsha Ivins zu einer fünfköpfigen Besatzung an Bord der Raumfähre „Columbia“. Die Mission STS-32 startete am 9. Januar 1990 von der Startrampe 39A im Kennedy Space Center (KSC) in Florida. Während der knapp elftägigen Mission wurde der Nachrichtensatellit Syncom IV-F5 erfolgreich ausgesetzt. Außerdem wurde die Forschungsplattform „Long Duration Exposure Facility“ (LDEF) mit dem Roboterarm der „Columbia“ geborgen und in der Nutzlastbucht verstaut. Die Raumfähre „Columbia“ landete am 20. Januar 1990 auf der Landebahn 22 der Edwards Air Force Base (EAFB) in Kalifornien. Marsha Ivins verbrachte bei ihrer ersten Mission 10 Tage, 21 Stunden und 37 Sekunden im Weltraum und absolvierte dabei 172 Erdorbits.

Mission STS-46 „Atlantis“

Mit der Raumfähre „Atlantis“ startete Marsha Ivins am 31. Juli 1992 im Rahmen der Mission STS-46 von der Startrampe 39B im Kennedy Space Center (KSC) in Florida zu ihrer zweiten Mission ins Weltall. Hauptaufgabe während der achttägigen Mission war das Aussetzen des europäischen Satelliten EURECA (European Retrievable Carrier) sowie der erste Test des Tethered Satellite System (TSS). EURECA war eine wiederverwendbare Plattform, die über 70 Experimente enthielt. Nach etwa einem Jahr im Freiflug in der Erdumlaufbahn wurde EURECA bei der Mission STS-57 wieder eingefangen und zur Erde zurückgebracht. Das originale PCF-Experiment (Protein Crystallisation Facility), das an Bord von EURECA geflogen wurde, ist heute in der Raumfahrtausstellung „Apollo and Beyond“ im Bereich „Space Shuttle“ ausgestellt. TSS war ein etwa 500 Kilogramm schwerer Fesselsatellit, der an einem 20 Kilometer langen Stahlkabel von „Atlantis“ entfernt im Weltraum schweben sollte. Der Test war aufgrund einiger Probleme nicht erfolgreich. Der Satellit konnte letztendlich nur 256 Meter ausgefahren werden.

Die Raumfähre „Atlantis“ landete am 8. August 1992 auf der Landebahn 33 der Shuttle Landing Facility (SLF) im Kennedy Space Center (KSC) in Florida. Marsha Ivins verbrachte bei ihrer zweiten Mission 7 Tage, 23 Stunden, 15 Minuten und 2 Sekunden im Weltraum und absolvierte dabei 127 Erdorbits.

Mission STS-62 „Columbia“

Ihre dritte Mission an Bord der Raumfähre „Columbia“, Mission STS-62, startete am 4. März 1994 von der Startrampe 39B im Kennedy Space Center (KSC) in Florida. An Bord dieser Mission zur Demonstration von Wissenschaft und Technologie in der Schwerelosigkeit befanden sich zwei große Nutzlasten: das United States Microgravity Payload (USMP-2) und das Office of Aeronautics and Space Technology (OAST-2).

Insgesamt wurden 60 Experimente und Untersuchungen in vielen wissenschaftlichen und technischen Disziplinen durchgeführt. Während der Untersuchung des Glühens des Raumfahrzeugs wurde die Umlaufhöhe der „Columbia“ auf 105 nautische Meilen (194 Kilometer) gesenkt. Dies war die niedrigste Höhe, die je ein Space Shuttle geflogen ist.

Die Raumfähre „Columbia“ landete am 18. März 1994 auf der Landebahn 33 der Shuttle Landing Facility (SLF) im Kennedy Space Center (KSC) in Florida. Marsha Ivins verbrachte bei ihrer dritten Mission 13 Tage, 23 Stunden, 16 Minuten und 40 Sekunden im Weltraum und absolvierte dabei 224 Erdorbits.

Mission STS-81 „Atlantis“

Marsha Ivins startete am 12. Januar 1997 von der Startrampe 39B des Kennedy Space Centers (KSC) in Florida als Missionsspezialistin 3 (MS-3) der Raumfähre „Atlantis“, Mission STS-81, zu ihrem vierten Raumflug. Diese Mission war die fünfte Kopplung einer US-Raumfähre an die russische Raumstation MIR und die zweite mit einem Besatzungsaustausch. NASA-Astronaut John Blaha, der etwas mehr als vier Monate an Bord der Raumstation MIR gelebt und gearbeitet hatte, wechselte in die Raumfähre „Atlantis“. NASA-Astronaut Jerry Linenger wechselte für etwa viereinhalb Monate in die Raumstation MIR. Während der fünftägigen Kopplung wurden 625 Liter Wasser, mehr als drei Tonnen wissenschaftliches Material und Ausrüstungsgegenstände zur Raumstation MIR sowie 1.181 Kilogramm Forschungsmaterial in die Raumfähre „Atlantis“ transportiert.

Die Raumfähre „Atlantis“ landete am 22. Januar 1997 auf der Shuttle Landing Facility (SLF), Runway 33, im Kennedy Space Center (KSC) in Florida. Marsha Ivins verbrachte bei ihrer vierten Mission 10 Tage, 4 Stunden, 55 Minuten und 21 Sekunden im Weltraum und absolvierte dabei 160 Erdorbits.

Mission STS-98 „Atlantis“

Ihre fünfte und letzte Mission an Bord der Raumfähre „Atlantis“, Mission STS-98, startete am 7. Februar 2001 von der Startrampe 39A im Kennedy Space Center (KSC) in Florida. Diese Mission setzte den Aufbau und die Erweiterung der Internationalen Raumstation ISS fort.

In der Nutzlastbucht von „Atlantis“ wurde das US-Wissenschaftslabor „Destiny“ zur ISS gebracht. Die Raumfähre „Atlantis“ blieb sieben Tage lang an der Station angedockt, während „Destiny“ an der ISS montiert wurde. Zur Fertigstellung und Aktivierung wurden drei Außenbordeinsätze (EVAs) durchgeführt. Die Besatzung verlegte außerdem einen Andockstutzen und lieferte Vorräte und Ausrüstung für die dort bereits stationierte Langzeitbesatzung der ISS-Expedition 1.

Die Raumfähre „Atlantis“ landete am 20. Februar 2001 auf der Landebahn 22 der Edwards Air Force Base (EAFB) in Kalifornien. Marsha Ivins verbrachte bei ihrer fünften und letzten Mission 12 Tage, 21 Stunden, 20 Minuten und 3 Sekunden im Weltraum und absolvierte dabei 202 Erdorbits.

Über Technik Museen Sinsheim Speyer

Vom gemeinnützigen Verein Auto + Technik Museum Sinsheim e. V. getragen und ganz nach dem Motto „für Fans von Fans“ gehören den Technik Museen Sinsheim Speyer weltweit rund 8.000 Mitglieder an. Im Jahr 2025 passierten ca. 1,3 Millionen Menschen die Türen der beiden Einrichtungen. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich durch Eintrittsgelder, Spenden sowie Mitgliedsbeiträge der Vereinsmitglieder. Alle Überschüsse werden zur Erhaltung und zum Ausbau der Museen verwendet.

An 365 Tagen im Jahr geöffnet, zeigen die Technik Museen Sinsheim Speyer zusammen auf mehr als 200.000 m² über 6.000 Exponate aus allen Bereichen der Technikgeschichte in einer weltweit einzigartigen Vielfalt. Vom U-Boot bis zum Oldtimer, von der Concorde bis zum Space Shuttle Buran ist alles vertreten. Neben den Dauer- und wechselnden Sonderausstellungen gibt es zahlreiche Fahrzeug- und Clubtreffen sowie Events. Eine wahre Sensation sind die beiden IMAX-Großformat-Kinos. Während in Sinsheim das IMAX 3D Kino – „das schärfste Kino der Welt“ – exklusive Dokumentationen und die neuesten Hollywood-Blockbuster präsentiert, werden im IMAX DOME Kino im Technik Museum Speyer die Filme auf eine gigantische Kuppel projiziert.

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