Heimkino und Kinosaal wachsen gemeinsam: Die Filmförderungsanstalt zählt 47,5 Millionen verkaufte Tickets im ersten Halbjahr 2026
Warum das Kinofest am 12. und 13. September für fünf Euro in die Säle lockt
Das Kinofest 2026 findet am 12. und 13. September statt. An beiden Tagen kostet jedes Ticket für alle Filme und alle Plätze 5 Euro. Getragen wird die Aktion von der deutschen Kino- und Verleihbranche, beteiligt sind unter anderem der Verband Filmverleih und Audiovisuelle Medien sowie der Hauptverband Deutscher Filmtheater.
Nach Angaben des Verbands Filmverleih und Audiovisuelle Medien vom 31. August 2026 zählte die Ausgabe des Vorjahres knapp 1,65 Millionen Besuche an zwei Tagen. Teilnehmende Häuser stehen in Städten wie im ländlichen Raum, vom kleinen Lichtspielhaus bis zum Multiplex mit mehreren Sälen. Christine Berg, Vorstandsvorsitzende des Hauptverbands Deutscher Filmtheater, verweist auf genau diese Spannbreite.
Was die Kinobilanz der Filmförderungsanstalt für das erste Halbjahr 2026 ausweist
Die Halbjahresbilanz erfasst die verkauften Eintrittskarten und die Einnahmen der Kinos in Deutschland von Januar bis Juni. Vorgelegt wird sie üblicherweise im Spätsommer, die Jahresbilanz folgt im Februar des Folgejahres.
- 47,5 Millionen verkaufte Tickets, ein Plus von 16,9 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025
- 502,2 Millionen Euro Umsatz, ein Plus von 24,5 Prozent
- 12,2 Millionen Tickets für deutsche Produktionen, ein Plus von 61 Prozent
- 26,5 Prozent Marktanteil deutscher Filme, sieben Prozentpunkte mehr als im Vorjahreszeitraum
- 18 Prozent mehr Tickets in Städten mit bis zu 50.000 Einwohnern
- 11 Prozent weniger Tickets als im ersten Halbjahr 2019, zugleich 9 Prozent mehr Umsatz
Vierzehn Filme kamen im ersten Halbjahr 2026 auf mehr als eine Million Besuche, darunter fünf deutsche Produktionen. Peter Dinges, Vorstand der Filmförderungsanstalt, nennt den deutschen Film den Gewinner dieses Halbjahres.
Woran sich der Sitzkomfort im Saal und im Wohnzimmer unterscheidet
Ein Klappsitz im Saal ist auf zwei Stunden Aufenthalt und auf schnelle Reinigung ausgelegt, ein Sessel im Heimkino dagegen auf tägliche Nutzung. Beide lösen dieselbe Aufgabe: Kopf, Rücken und Beine so zu halten, dass die Aufmerksamkeit beim Bild bleibt und nicht bei der Sitzhaltung landet.
Die Unterschiede beginnen beim Bezug. Glänzende Oberflächen im Sichtfeld werfen Streulicht auf die Leinwand zurück, matte Textilien tun das deutlich weniger, wie die Gegenüberstellung von Bezugsstoffen für Sessel im Heimkino beschreibt. Stoffbezüge dämpfen zudem Reflexionen im Hochtonbereich stärker als glatte Kunstlederflächen, was bei Dialogspuren hörbar wird.
„Ein starkes Kinojahr und ein gut eingerichtetes Wohnzimmer sind keine Gegensätze. Wer zwei Stunden bequem sitzt, schaut aufmerksamer – im Saal genauso wie zu Hause“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Die Kinostatistik zählt Eintrittskarten, keine Haushalte
Laut der Filmförderungsanstalt weist die Bilanz verkaufte Tickets und Einnahmen aus, nicht Personen. Aus dem Plus von 16,9 Prozent folgt deshalb nicht, dass ebenso viele Menschen zusätzlich ins Kino gegangen sind. Ein Teil des Zuwachses stammt von Zuschauern, die mehrfach gekommen sind.
Der Umsatzsprung erklärt sich ebenso wenig allein aus höheren Eintrittspreisen. Zuschläge für besondere Bildformate und größere Säle fließen in denselben Wert ein. Wie viele Haushalte in derselben Zeit eine Leinwand oder einen Projektor angeschafft haben, sagt die Kinostatistik nicht.
Wann die nächsten Zahlen zum Kinojahr 2026 vorliegen
Die Filmförderungsanstalt veröffentlicht monatliche Hitlisten und legt die Jahresbilanz üblicherweise im Februar vor. Für das Gesamtjahr 2026 hält sie nach dem Halbjahresergebnis wieder 100 Millionen verkaufte Tickets für möglich. Ob dieser Wert erreicht wird, entscheidet das Herbst- und Weihnachtsprogramm.
Für den September 2026 bleibt eine praktische Folgerung: Die Saison der langen Filme beginnt gerade. Zwei Stunden Sitzen entscheiden mit darüber, wie viel von einem Film beim Zuschauer ankommt – auf dem Klappsitz ebenso wie auf dem Sessel im eigenen Wohnzimmer.
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