Stadtnatur schafft neue Lebensräume und macht Städte klimaresilient
Parlamentarische Staatssekretärin Bettina Hagedorn: „Unsere Städte brauchen mehr Natur. Stadtnatur ist Lebensraum für Tiere und Pflanzen und verbessert für die Menschen das Stadtklima und schafft Orte für Erholung, Begegnung und Naturerfahrung. Mit den immer häufigeren Hitzephasen im Sommer erleben wir gerade, wie wichtig solche Orte sind. Bäume, Parks und Grünflächen senken die Umgebungstemperatur deutlich. Die heute ausgezeichneten Projekte zeigen dabei eindrucksvoll, dass Wiederherstellung mitten in der Stadt gelingen kann. Ob auf Blühflächen, einem Universitätscampus oder im eigenen Schulwald – überall in den Städten engagieren sich Menschen ganz konkret für mehr biologische Vielfalt und damit auch für das Wohlbefinden und die Gesundheit aller.“
Zu den ausgezeichneten Projekten gehören:
„Mehr Bienen für Berlin – Berlin blüht auf!“ der Deutschen Wildtierstiftung zeigt, wie auch in einer dicht besiedelten Großstadt neue Lebensräume für Insekten entstehen können. Seit 2018 wurden in allen zwölf Berliner Bezirken 93 Blühflächen mit insgesamt rund 56.000 Quadratmetern geschaffen und naturnah gepflegt. Auf den Flächen konnten bereits 170 von insgesamt 331 Berliner Wildbienenarten nachgewiesen werden.
Bei „Blühender Campus“ der FU Berlin engagieren sich seit 2019 Beschäftigte und Studierende auf dem Campus. Gemeinsam wollen sie Natur und Biodiversität auf dem Campus aktiv fördern und erlebbar machen. Besonders sichtbar ist die Veränderung des Campus inzwischen auf den vielen extensiv gepflegten Blühflächen.
„Schulwälder gegen Klimawandel“ der Stiftung Zukunft Wald verbindet die Wiederherstellung von Waldökosystemen mit Naturschutzbildung: Schüler*innen pflanzen in der Nähe der Schule ihren eigenen Wald und begleiten die Entwicklung. Das so entstehende grüne Klassenzimmer dient als Lernort, an dem sie die Natur beobachten, erforschen und erleben können. Für diesen Ansatz erhielt das Projekt zusätzlich den UN-Dekade Publikumspreis „Projekt des Jahres 2025“.
Stadtnatur erfüllt viele Funktionen zugleich. Parks und Grünflächen bieten Raum für Begegnung, Bewegung, Naturerfahrung, Erholung und Spiel. Sie bieten Lebensräume für Tiere und Pflanzen, fördern die biologische Vielfalt und können dazu beitragen, Städte besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Gleichzeitig stehen naturnahe Flächen in Städten und Kommunen häufig in Konkurrenz zu anderen Nutzungsansprüchen. Die ausgezeichneten Projekte zeigen, wie sich Naturschutz auch unter diesen Bedingungen mit unterschiedlichen gesellschaftlichen und städtebaulichen Anforderungen verbinden lässt.
Für die Wiederherstellung der Natur in der Europäischen Union gibt es seit August 2024 mit der EU-Wiederherstellungsverordnung (W-VO) erstmals ein rechtlich verbindliches Instrument. Das übergreifende Ziel der W-VO ist es, bis 2030 auf mindestens 20 Prozent der geschädigten Land- und Meeresfläche der EU entsprechende Maßnahmen zur Wiederherstellung der Natur zu ergreifen. Die Verordnung nimmt auch die Wiederherstellung von städtischen Ökosystemen in den Blick. Bis 2030 darf die nationale Gesamtfläche an städtischen Grünflächen und die Baumüberschirmung (also die Kronenfläche) nicht sinken. Ab 2031 muss es einen steigenden Trend an Stadtgrün geben.
Hintergrund
Das Bundesumweltministerium (BMUKN) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) zeichnen im Rahmen der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen jährlich herausragende Projekte zu wechselnden Schwerpunktthemen im Bereich Ökosystem-Wiederherstellung aus. Seit 2025 werden Projekte in den Kategorien „Renaturierung“ und „Aktivierung“ prämiert. In der Kategorie „Renaturierung“ steht die praktische Wiederherstellung von Ökosystemen im Mittelpunkt. Die Kategorie „Aktivierung“ würdigt Projekte, die durch Kommunikation und gesellschaftliche Beteiligung zur Wiederherstellung von Ökosystemen beitragen. Die Projekte erhalten ein Qualitätssiegel, das ihre Arbeit honoriert und ihre öffentliche Anerkennung stärkt. Die nächste Wettbewerbsrunde findet 2027 statt.
Weiterführende Informationen
Detaillierte Informationen zu den ausgezeichneten Projekten finden Sie hier:
https://www.undekade-restoration.de/…
https://www.undekade-restoration.de/projekte/bluehender-campus-3
https://www.undekade-restoration.de/projekte/berlin-blueht-auf/
Bundesamt für Naturschutz
Konstantinstr. 110
53179 Bonn
Telefon: +49 (228) 8491-0
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