Gesundheit & Medizin

Deutsche Alzheimer Gesellschaft zum Kabinettsentwurf für das Pflegeneuordnungsgesetz: Entäuschend!

Die Ergebnisse des zähen Ringens um Änderungen im ursprünglichen Gesetzentwurf bewertet die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) als völlig unzureichend.

Swen Staack, 1. Vorsitzender der DAlzG: „Nachdem die Diskussion über die Inhalte der Pflegereform noch einmal eröffnet wurde, hatten wir Hoffnung, dass es doch noch die dringend erforderlichen Änderungen am Entwurf geben würde. Das Ergebnis ist jedoch in höchstem Maß enttäuschend! Pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz werden damit ebenso alleine gelassen wie Menschen mit beginnender Demenz, die auf Unterstützung für ihre Selbstständigkeit im Alltag angewiesen sind. Dass die Kürzungen bei den Zuschlägen für die stationäre Pflege zurückgenommen wurden, ist zu begrüßen. Im Umkehrschluss heißt das aber wiederum, dass die Einsparungen in allererster Linie zulasten der 84 Prozent ambulant versorgten Pflegebedürftigen gehen.“

Die DAlzG begrüßt es, dass die Kürzungen bei den Rentenbeiträgen für pflegende Angehörige zurückgenommen wurden. Andere wichtige Forderungen wie der Erhalt des Entlastungsbetrags in Pflegegrad 1 – zumindest im Sinne des Bestandsschutzes, damit Unterstützungsstrukturen für die Familien weitergeführt werden können, – sowie der Verhinderungspflege als eigenständige und flexibel nutzbare Leistung bleiben jedoch unberücksichtigt.

„Jetzt so gravierend in die Versorgungslandschaft einzugreifen und bestehende Angebotsstrukturen damit zu zerstören ist völlig unverhältnismäßig, wenn heute schon klar ist, dass im nächsten Jahr ein neues Gesetz, eine neue Reform auf den Weg gebracht werden soll“, so Staack. „Die Zeit bis zu einer umfassenden und gut durchdachten strukturellen Reform der Pflegeversicherung ließe sich durch die Rückzahlung des Corona-Darlehens durch den Bund und aus Mitteln des Pflegevorsorgefonds problemlos überbrücken, ohne jetzt Tatsachen zu schaffen, die später schwer zurückzunehmen sind!“

Über Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft engagiert sich für ein besseres Leben mit Demenz. Sie unterstützt und berät Menschen mit Demenz und ihre Familien. Sie informiert die Öffentlichkeit über die Erkrankung und ist ein unabhängiger Ansprechpartner für Medien, Fachverbände und Forschung. In ihren Veröffentlichungen und in der Beratung bündelt sie das Erfahrungswissen der Angehörigen und das Expertenwissen aus Forschung und Praxis. Als Bundesverband von rund 130 Alzheimer-Gesellschaften unterstützt sie die Selbsthilfe vor Ort. Gegenüber der Politik vertritt sie die Interessen der Betroffenen und ihrer Angehörigen. Die DAlzG setzt sich ein für bessere Diagnose und Behandlung, mehr kompetente Beratung vor Ort, eine gute Betreuung und Pflege sowie eine demenzfreundliche Gesellschaft.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft ist als Interessenvertreterin von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen im Lobbyregister des Deutschen Bundestags eingetragen und hat sich dem dafür geltenden Verhaltenskodex verpflichtet.

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