Aufsichtsrat der Theater und Philharmonie Essen beruft Peter Theiler zum Interimsintendanten des Aalto Musiktheaters und der Essener Philharmoniker
Über seine anstehende Aufgabe sagt Peter Theiler: „Oper ist kein aussterbendes Format. Sie ist lebendiges Musiktheater von kulturpolitischer Bedeutung. Jede Zeit muss Oper neu hören, neu lesen und neu deuten, damit sie ihre künstlerische Kraft und ihre gesellschaftliche Relevanz behält. Ihre Magie entsteht im gemeinsamen Moment: viele Menschen, viele Emotionen, ein Raum, ein Klang, der uns verbindet. Das Aalto-Theater und sein Orchester, die Essener Philharmoniker, stehen exemplarisch für diese Kraft. Es ist nicht nur ein architektonisches Juwel, sondern ein künstlerisches Zentrum, das Bühnenkunst, Orchesterklang und ein vielfältiges Publikum zusammenführt. Für Essen und das Ruhrgebiet ist dieses Haus ein unverzichtbarer Ort kultureller Identität, künstlerischer Exzellenz und gemeinsamer Erfahrung.
Diese Bedeutung ist gewachsen, sie ist erarbeitet – und sie verdient Schutz und Respekt. Ich weiß, wie viel Professionalität, Leidenschaft und Kompetenz in diesem Haus stecken: auf der Bühne, im Orchestergraben und hinter den Kulissen. Wenn ich in dieser Übergangszeit zur zukünftigen Ausrichtung des Aalto-Theaters etwas beitragen kann, dann tue ich das im Dienst der Sache. Es geht um einen Beitrag zur Zukunft dieses Hauses, um die Menschen, die hier arbeiten – und um das Publikum, das es trägt.“
Der TUP-Aufsichtsratsvorsitzende, Oberbürgermeister Thomas Kufen, begrüßt die Entscheidung: „Ich freue mich, dass wir Peter Theiler für die Interimsintendanz des Aalto Musiktheaters und der Essener Philharmoniker gewinnen konnten. Seine bisherige Arbeit verspricht eine ausgewiesene Expertise und eine Exzellenz für unsere Häuser. Ich danke dem Aufsichtsrat für die schnelle und einstimmige Entscheidung. Nun gilt es den Übergang geordnet zu gestalten, den Spielplan für die Saison 2027/2028 auf den Weg zu bringen und gute Rahmenbedingungen für die zukünftige Intendanz zu schaffen. Auf diese gemeinsame Arbeit freue ich mich.“
Fritz Frömming, Geschäftsführer der Theater und Philharmonie Essen: „Ich freue mich sehr, mit Herrn Theiler eine Übergangsspielzeit zu gestalten, die eine Brücke in die Zukunft baut. Sein Renommee und seine Erfahrung kommen für das Aalto Musiktheater und die Essener Philharmoniker genau zur richtigen Zeit – und schaffen beste Voraussetzungen für die neue Intendanz ab der Spielzeit 2028/2029. Außerdem freue ich mich, bis zum Ende der Saison 2026/2027 weiter mit Dr. Merle Fahrholz zusammenzuarbeiten.“
Unabhängig von der Berufung einer Interimsintendanz führt der Aufsichtsrat das bereits begonnene Bewerbungsverfahren für die reguläre Intendanz für das Aalto Musiktheater und die Essener Philharmoniker ab der Spielzeit 2028/2029 fort.
Zur Person:
Peter Theiler, 1956 in Basel geboren, ist ein Schweizer Theaterleiter, der über mehrere Jahrzehnte hinweg die europäische Opernlandschaft an Bühnen in der Schweiz und in Deutschland maßgeblich geprägt hat. Er steht für eine Verbindung von künstlerischer Neugier und Innovationsfreude mit Respekt vor Tradition sowie für ein ausgeprägtes Gespür für gesellschaftliche Themen. Theiler zählt zu den langjährig erfahrenen Intendant*innen im deutschsprachigen Raum. Von 2018 bis 2024 war er Intendant der Sächsische Staatsoper Dresden. Zuvor leitete er das Staatstheater Nürnberg (2008–2018), das Musiktheater im Revier Gelsenkirchen (2001–2008) sowie das Städtebundtheater Biel/Bienne-Solothurn (1996–2001). Am Ende seiner Dresdner Amtszeit übergab Theiler das Haus mit einer durchschnittlichen Besucherauslastung von 92 % an seine Nachfolgerin. Nach 28 Jahren in leitenden Positionen an vier großen Häusern trat er 2024 in den Ruhestand.
Peter Theiler studierte Geschichte und Deutsche Literaturwissenschaft, hospitierte am Theater seiner Heimatstadt Basel und begann seine Laufbahn als Regieassistent am Grand Théâtre de Genève sowie als Spielleiter an der Oper Frankfurt (1982–1987). Die Zusammenarbeit mit prägenden Regiepersönlichkeiten wie Ruth Berghaus und Christof Nel sowie mit dem damaligen Chefdramaturgen Klaus Zehelein beeinflusste seine ästhetische Ausrichtung nachhaltig. Seit 1984 ist Theiler mit der Kostümbildnerin Gabriele Heimann verheiratet – eine künstlerische und private Partnerschaft, die viele seiner späteren Arbeiten begleitete. Sein festes Engagement als Regisseur erhielt er 1987/1988 am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen. Bereits ein Jahr später wechselte er als Betriebsdirektor und Regisseur an die Opéra de Nice. Ab 1991 leitete Theiler das französische Theaterfestival „Perspectives“. Parallel dazu übernahm er einen Lehrauftrag für szenischen Unterricht am Opernstudio der Musik-Akademie Basel. Von 1994 bis 1996 war er Oberspielleiter an der Oper des Nationaltheater Mannheim.
Peter Theiler ist regelmäßig Juror bei internationalen Gesangswettbewerben und engagiertes Mitglied im Deutschen Bühnenverein. Zudem war er Vorstandsmitglied des Opernnetzwerks „Chambre Professionnelle des Directions d’Opéra“ in Paris. Er ist freier Dozent an der Hochschule der Künste Bern und seit Juni 2025 ist er Präsident des Kuratoriums für den Friedenspreis Dresden – International Peace Prize.
Eine besondere Ehre wurde Peter Theiler 1991 in Frankreich mit der Ernennung zum „Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres“ sowie 2004 mit der Verleihung des Offiziersgrades desselben Ordens zuteil. 2012 ernannte ihn das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten zum Honorarkonsul der Schweiz in Nürnberg.
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