Energie- / Umwelttechnik

Der 22. März ist der Internationale Tag der Robben

Den Internationalen Tag der Robben gibt es seit 1982. Er geht auf eine Resolution des US-Kongresses zurück und ist in den USA als International Day of the Seal bekannt. Ursprünglich sollte damit Aufmerksamkeit auf die Grausamkeiten der Robbenjagd im US-Nachbarland Kanada auf Klappmützen- und Sattelrobben gelenkt werden.

„Die massiven Veränderungen in der Meeresumwelt, ausgelöst durch die Folgen des Klimawandels, Überfischung und Meeresverschmutzung, wirken sich auch auf die Überlebenssituation dieser semi-aquatischen Meeressäugetiere aus“, erklärt der Biologe Ulrich Karlowski von der Deutschen Stiftung Meeresschutz. Beispielhaft hierfür stehen Mittelmeer-Mönchsrobben, die einzigen im Mittelmeer heimischen Robben.

Die Art ist eine der am stärksten vom Aussterben bedrohten Meeressäugetierarten in Europa und die am stärksten gefährdete Robbenart. Der Bestand ist zwar seit einigen Jahren nicht weiter gesunken, liegt aber derzeit bei lediglich ca. 700 Tieren.

Die Deutsche Stiftung Meeresschutz unterstützt seit 2023 ein Projekt der israelischen Organisation Delphis. Hierbei sollen für Mittelmeer-Mönchsrobben unverzichtbare Rückzugs- und Wurfhöhlen und Grotten an der israelischen Küste wiederhergestellt und künstliche Höhlen und Grotten gebaut werden.

Auch Seehund & Co. stehen unter Druck
Wie alle marinen Top-Prädatoren finden Robben heutzutage weniger Nahrung, sterben als Beifang in Fischernetzen oder durch Verhedderung mit oder Verschlucken von verloren gegangenem Fischfanggerät wie Netzen, Seilen, Schnüren und Haken.

Eine Studie1 aus den Niederlanden zeigte, dass die Verhedderungsrate von Kegelrobben und Seehunden mit Fischereigerät im niederländischen Wattenmeer zwischen 2010 und 2020 um das Vierfache angestiegen ist.

„Verhedderungen mit herrenlosem Fischereigerät, Beifänge, Nahrungsmangel und die Folgen von Übertourismus sind wahrscheinlich dafür verantwortlich, dass die Population der Wattenmeer-Seehunde in der Nordsee seit fünf Jahren rückläufig ist“, erklärt Karlowski.

20 Prozent des Kegelrobben-Bestands von Mecklenburg-Vorpommern auf einen Schlag ausgelöscht
Im Oktober 2024 starben mindestens 44 Kegelrobben, in einer Fischreuse am „Thiessower Haken“ im Südosten von Rügen. Offensichtlich waren die Tiere ertrunken. Damit verlor Mecklenburg-Vorpommern auf einen Schlag mindestens 20 % seines auf etwa 200 Tiere geschätzten Kegelrobbenbestands. Erst als die Reuse an Land genommen wurde, hatte das Sterben ein Ende.

Im Februar 2026 erließ das Amtsgericht Stralsund Strafbefehle gegen zwei Fischer. Sie sollen je drei Monatseinkommen als Strafe für den Tod von fünf Kegelrobben zahlen. Das Amtsgericht sah es als erwiesen an, dass die beiden nach den ersten beobachteten Todesfällen nichts unternommen hätten, um weitere Robben daran zu hindern, in die Reuse zu schwimmen. Die Fischer legten Einspruch ein.

Lichtblick zum Internationalen Tag der Robben
Die Deutsche Stiftung Meeresschutz weist zum Internationalen Tag der Robben auch auf positive Entwicklungen hin.

So stieg laut der Fischereiabteilung der Wetter- und Ozeanografiebehörde der USA, NOAA Fisheries, der Bestand der Hawaii-Mönchsrobbe auf ca. 1.600 Tiere, nachdem er etwa sechs Jahrzehnte lang rückläufig gewesen war. Doch der heutige Bestand entspricht nur etwa einem Drittel seiner historischen Größe.

Im Nationalpark und UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer steigt die Zahl der hier lebenden Kegelrobben seit Jahren. Die jüngsten grenzübergreifenden Zählungen von 2024 bis 2025 im Wattenmeer und auf Helgoland zeigen mit insgesamt 3.051 neugeborenen und 12.064 erwachsenen Kegelrobben einen anhaltend positiven Trend in der südlichen Nordsee.

Abstand halten: Appell zum Internationalen Tag der Robben
Eine für Robben gleichfalls problematische Entwicklung ist Übertourismus wie an der deutschen Nordseeküste und im Nationalpark Wattenmeer. Immer wieder respektieren Urlauber nicht die Bedürfnisse an Land ruhender Seehunde und Kegelrobben oder unterlassen es, ihre Hunde fernzuhalten.

„Dadurch zwingt man die erschöpften Tiere, ins Meer zurückzukehren. In der Wurfsaison verlieren Robbenwelpen den Kontakt zu ihren Müttern. Auf sich allein gestellt haben sie keine Überlebenschance. Es sei denn, sie werden gerettet“, erklärt Karlowski.

Eine von der Deutschen Stiftung Meeresschutz unterstützte Robben-Rettungsstation befindet sich in Wyk auf der Insel Föhr.

1Salazar-Casals, A.; de Reus, K.; Greskewitz, N.; Havermans, J.; Geut, M.; Villanueva, S.; Rubio-Garcia, A. Increased Incidence of Entanglements and Ingested Marine Debris in Dutch Seals from 2010 to 2020. Oceans 2022, 3, 389–400. https://doi.org/10.3390/oceans3030026

Über Deutsche Stiftung Meeresschutz (DSM)

Die Deutsche Stiftung Meeresschutz (DSM) ist eine Treuhandstiftung, die 2007 gegründet wurde. Ziel unserer Arbeit ist es, der Ausbeutung der Weltmeere und der Vernichtung ihrer Bewohner etwas entgegenzusetzen. In Kooperation mit engagierten Forschern und Organisationen rund um den Globus fördern und verwirklichen wir Projekte und Aktionen zum Erhalt des Lebens in den Meeren. Ermöglicht wird dies durch Spenden.

Wir sind Mitglied im europäischen Meeresschutzbündnis Seas At Risk (SAR / seas-at-risk.org), in der Deep Sea Conservation Coalition (DSCC / deep-sea-conservation.org) und sind Netzwerkpartner der UN-Dekade der Meeresforschung für nachhaltige Entwicklung (2021 – 2030) in Deutschland (Ozeandekade / ozeandekade.de).

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