Ohne Fachkräfte keine Zukunft: VdM fordert Kurswechsel für Musikschulen
Pressegespräch zur Hauptarbeitstagung mit Bundesversammlung des Verbandes deutscher Musikschulen am 24. und 25. April 2026 in Erfurt
Am 24. und 25. April 2026 findet unter dem Titel „Musikschule stärkt, was uns verbindet!“ im Kaisersaal Erfurt die Hauptarbeitstagung und Bundesversammlung des Verbandes deutscher Musikschulen (VdM) statt.
In dem heutigen Pressegespräch am Vortag der Bundesversammlung hat sich der Verband zu den zentralen Themen Nachwuchsgewinnung und Berufsbild, Finanzierung und politische Verantwortlichkeiten sowie die gesellschaftliche Rolle der öffentlichen Musikschulen positioniert. Diese werden auch in dem neuen Leitbild und Grundsatzprogramm der öffentlichen Musikschulen Bestandteil sein, die in der Bundesversammlung verabschiedet werden.
Dazu sagte der Bundesvorsitzender des VdM, Friedrich-Koh Dolge: „Der Fachkräftemangel an öffentlichen Musikschulen ist bereits heute deutlich spürbar und wird sich weiter verschärfen: Bis 2035 scheiden rund 14.000 Lehrkräfte aus, während nur etwa 4.000 neue Absolventinnen und Absolventen nachrücken. Dabei tragen Musikschullehrkräfte eine außerordentlich verantwortungsvolle Aufgabe: Sie verbinden künstlerische Exzellenz mit hoher pädagogischer Qualität und gestalten individuelle Förderung ebenso wie Ensemblearbeit, Bildungskooperationen mit Schulen und Kitas, Inklusion, Begabtenförderung und kulturelle Teilhabe. Um dem Mangel wirksam zu begegnen, braucht es attraktivere Beschäftigungsbedingungen, angemessene Vergütung, soziale Absicherung und mehr Sichtbarkeit des Berufs.“ Dazu ergänzte er: „Wenn öffentliche Musikschulen einen öffentlichen Bildungsauftrag erfüllen, muss sich dieser auch in einer verlässlichen Finanzierungsarchitektur abbilden mit einer Drittelfinanzierung durch Kommunen, Länder und Eltern in gemeinsamer Verantwortung für eine tragfähige musikalische Bildung.“
Marcus Kuhn, Leiter Musikschule der Stadt Erfurt, betonte: „Musikschule und die Rahmenbedingungen für unsere gelingende Arbeit verändert sich gefühlt so schnell wie nie. Gleichzeitig sind beteiligte Akteure ebenfalls unter Druck und klärende Entscheidungen verzögern sich. Um den auflaufenden heterogenen Problemstellungen unserer Zeit angemessen mit ‚Schwarmintelligenz‘ zu begegnen, sich zu vernetzen, zu inspirieren und fachlich auszutauschen bietet Erfurt zur Bundesversammlung und Hauptarbeitstagung des VdM 2026 den Trägervertretern die nötige Bühne.“
Yvonne Krüger, Vorsitzende des Landesverbandes der Thüringer Musikschulen und Leiterin der Musik- und Kunstschule Jena, erklärte: „Ich freue mich über den bundesweiten Austausch in Erfurt. Grundsätzlich stehen wir in Thüringen vor denselben Herausforderungen wie die anderen Bundesländer. Angesichts der angespannten Finanzlage vieler Kommunen sind wir dankbar, über das 2022 eingeführte Musik- und Jugendkunstschulgesetz, welches die institutionellen Rahmenbedingungen stärkt. Mit dem geplanten KPA-Studiengang an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar soll dem Fachkräftemangel positiv entgegengewirkt werden.“
Eingeleitet wird die Bundesversammlung am Freitag, 24. April 2026, um 13.00 Uhr durch den Bundesvorsitzenden des VdM Friedrich-Koh Dolge und den Thüringer Staatssekretär für Bildung, Wissenschaft und Kultur Bernd Uwe Althaus. Daran anschließend folgt eine Podiumsdiskussion im Kontext der „MIKDAO-Musik“-Studie zu „Allianz für musikalische Bildung – Was macht „MiKADO“ mit uns?“ mit Vertretern des Deutschen Musikrates, der Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen, des Deutschen Städtetages und des VdM.
In Erfurt werden Vertreter aus den rund 930 öffentlichen Musikschulen im VdM über aktuelle Themen der Musikschularbeit beraten und diskutieren. Im Fokus stehen dabei die Themen Nachwuchsgewinnung und Berufsbild, Finanzierung und politische Verantwortlichkeiten sowie die gesellschaftliche Rolle der öffentlichen Musikschulen.
Die Hauptarbeitstagung mit Bundesversammlung wird vom VdM in Zusammenarbeit mit der Stadt Erfurt, der Musikschule der Stadt Erfurt und dem Landesverband der Musikschulen in Thüringen veranstaltet. Sie wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Stadt Erfurt und das das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.
Der VdM ist der Fach- und Trägerverband der rund 930 öffentlichen, zumeist kommunalen Musikschulen, in denen in bundesweit rund 21.000 Unterrichtsstätten über 1,4 Millionen Kinder, Jugendliche und Erwachsene von 37.000 Fachlehrkräften im gesamten Spektrum des Musizierens unterrichtet werden. Er engagiert sich als Fachpartner für die bundesweite Entwicklung und Umsetzung musikalischer Jugend- und Erwachsenbildung.
Weitere Informationen unter www.musikschulen.de.
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