Natur & Garten

Naturschutzgroßprojekt Mittelelbe–Schwarze Elster startet in die zweite Phase

Bundesumweltminister Carsten Schneider hat heute das Naturschutzgroßprojekt „Mittelelbe-Schwarze Elster II“ bei Bad Schmiedeberg in Sachsen-Anhalt besucht. In dem Auengebiet soll in den kommenden zehn Jahren unter anderem der Altarm „Alte Elbe Bösewig“ wieder an die Elbe angebunden werden. So kann der Auenzustand verbessert und artenreiches Auengrünland wiederhergestellt werden, der Biotopverbund wird gefördert und der Wasserrückhalt in den Auen wird gestärkt. Außerdem bieten naturnahe Auen ein besonderes Naturerlebnis. Die zweite Phase des Projekts wird über das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) mit rund 56 Millionen Euro gefördert.

Bundesumweltminister Carsten Schneider: „Intakte Auen sind überlebenswichtig für viele Tierarten, aber sie tun auch uns Menschen gut. Hier kann man die Schönheit der Natur unmittelbar erleben. Zugleich sind intakte Auen ein wirksamer Schutz für uns Menschen vor den Folgen des Klimawandels. Sie speichern Wasser, binden Kohlenstoff und wirken ausgleichend auf extreme Wetterereignisse wie Hochwasser und Dürre. Die Wiederherstellung der Flussauen entlang der Mittelelbe und der Schwarzen Elster ist ein zentraler Baustein für die naturnahe Entwicklung der Elbaue. Damit stärken wir das große Netz der natürlichen Infrastruktur, das wir erhalten und für den Klimawandel fit machen wollen.“

BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm: „Mit den geplanten Maßnahmen des Projekts „Mittelelbe-Schwarze Elster“ wird die natürliche Dynamik zwischen Fluss und Aue wiederhergestellt. Dadurch verbessern sich die Lebensbedingungen für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Darüber hinaus wird auch die Fähigkeit der Landschaft gestärkt, Wasser zu speichern und Kohlenstoff langfristig zu binden. Gerade im Hinblick auf den Klimawandel ist das ein entscheidender Beitrag zum natürlichen Klimaschutz.“

Das Fördergebiet umfasst rund 4.452 Hektar zwischen Pretzsch, Jessen und Gallin im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt und ist Teil des Biosphärenreservats Mittelelbe. Ziel des Vorhabens ist es, den Wasserrückhalt in der Region zu verbessern, wertvolle Lebensräume zu sichern und eine klimaresilientere Landschaft zu entwickeln.

Intakte Flussauen und auetypische Lebensräume sind die artenreichsten Ökosysteme Europas. Sie beugen Überschwemmungen vor und helfen bei Dürren. Die naturnahe Entwicklung der Elbaue ermöglicht außerdem, dass feuchte Böden große Mengen an Kohlenstoff aus der Luft aufnehmen und langfristig speichern, anstatt ihn – wie das bei ausgetrockneten Auen der Fall ist – als CO2 in die Luft abzugeben. Ein weiterer Mehrwert dieses Projekts: Die Begradigung der Elbe in früheren Zeiten hatte dazu geführt, dass das Wasser schneller fließt, das Flussbett vertieft und der Wasserspiegel insgesamt abgesenkt wird. Durch die seitliche Wiederanbindung der Auen wird der Eintiefung entgegengearbeitet, gemeinsam mit dem Pilotprojekt Klöden der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes.

Die geplanten Maßnahmen des Naturschutzgroßprojekts basieren auf einem umfassenden Pflege- und Entwicklungsplan, der in der ersten, etwa dreijährigen Projektphase unter Beteiligung von landwirtschaftlichen Betrieben, lokalen Akteurinnen und Akteuren sowie der Bevölkerung erarbeitet wurde. Kern der Maßnahmen ist die Revitalisierung der Fluss- und Auenlandschaften. So werden unter anderem abgeschnittene Altarme wieder an die Elbe und die Schwarze Elster angebunden, verlandete Gewässer entschlammt und neue Kleingewässer geschaffen. Zudem soll die Schwarze Elster in Teilen wieder ihren ursprünglichen, geschwungenen Verlauf einnehmen.

Das Bundesumweltministerium fördert die zweite Phase des Projekts „Mittelelbe-Schwarze Elster“ mit rund 56 Millionen Euro aus dem "Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz". Weitere Finanzmittel stellen das Land Sachsen-Anhalt in Höhe von rund 9 Millionen Euro und die Heinz Sielmann Stiftung in Höhe von etwa 6 Millionen Euro bereit, die das Projekt auch vor Ort betreut. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) begleitet das Projekt fachlich und administrativ. Weitere Partner sind unter anderem das Biosphärenreservat Mittelelbe, die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) und der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW).

Hintergrund

Das Bundesumweltministerium (BMUKN) unterstützt mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) Maßnahmen, die Klimaschutz mit der Schaffung und Stärkung vielfältiger Ökosysteme verbinden. Wälder und Auen, Böden und Moore, Meere und Gewässer wie auch naturnahe Grünflächen in besiedelten Gebieten binden Kohlenstoff aus der Atmosphäre und speichern ihn langfristig. Sie wirken zudem als Puffer gegen Folgen der Klimakrise, indem sie Starkregen und Hochwasser aufnehmen und bei Hitze für Abkühlung sorgen. Zugleich erhalten sie unsere Lebensgrundlagen, bieten wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen, speichern Wasser und sind Rückzugsorte für Menschen.

Weiterführende Informationen

http://www.bfn.de/projektsteckbriefe/naturschutzgrossprojekt-mittelelbe-schwarze-elster-ii

https://www.bfn.de/…

https://www.bfn.de/thema/naturschutzgrossprojekte

https://www.ngp-mese.de/

 

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

Bundesamt für Naturschutz
Konstantinstr. 110
53179 Bonn
Telefon: +49 (228) 8491-0
Telefax: +49 (228) 8491-9999
http://www.bfn.de

Ansprechpartner:
Sören Dürr
Pressesprecher
Telefon: +49 (228) 8491-4444
E-Mail: presse@bfn.de
Für die oben stehende Story ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton-, Video-, Medien- und Informationsmaterialien. Die United News Network GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die United News Network GmbH gestattet.

counterpixel