Bautechnik

Kleinfeuerungsanlagen verursachen rund 16.300 Tonnen Feinstaub im Jahr – gut 15.000 Tonnen davon entfallen auf Holzfeuerungen

Holzfeuerungen sind die mit Abstand größte Quelle für Feinstaub aus kleinen Feuerungsanlagen in Deutschland. Nach Angaben des Umweltbundesamts entfielen im Jahr 2024 rund 15.000 der insgesamt rund 16.300 Tonnen Feinstaub der Größenklasse PM10 auf Holzkessel und Einzelraumfeuerungen. Die Werte stammen aus der nationalen Emissionsberichterstattung in der Fassung Submission 2026 und wurden am 21. April 2026 aktualisiert. Für eine Zusatzwärmequelle ohne Verbrennung im Wohnraum kommen unter anderem Elektrokamine mit Thermostatsteuerung in Betracht. Für Eigentümer und Mieter wird damit die Frage nach der Wärmequelle im Wohnzimmer auch zu einer Frage der Luftqualität vor der eigenen Haustür.

Wie sich die Feinstaubfracht auf die Größenklassen verteilt

Das Umweltbundesamt weist zwei Größenklassen getrennt aus. PM10 umfasst Partikel mit einem Durchmesser bis zehn Mikrometer, PM2,5 die feinere Fraktion bis 2,5 Mikrometer, die tiefer in die Atemwege gelangt. Beide Klassen werden für alle Kleinfeuerungsanlagen zusammen erhoben, also für Öl, Gas, Kohle und Holz.

  • PM10 aus allen kleinen Feuerungsanlagen: rund 16.300 Tonnen im Jahr 2024.
  • PM10 allein aus Holzfeuerungen: rund 15.000 Tonnen.
  • PM2,5 aus allen kleinen Feuerungsanlagen: rund 15.400 Tonnen.
  • PM2,5 allein aus Holzfeuerungen: rund 14.200 Tonnen.

Warum die Werte nur noch etwa halb so hoch ausfallen wie 1997

Die Feinstaubemissionen aus kleinen Feuerungsanlagen haben sich laut Umweltbundesamt seit 1997 ungefähr halbiert. Der Anteil der Holzfeuerung an der verbliebenen Menge ist im selben Zeitraum jedoch gestiegen, weil Öl- und Gasgeräte im Betrieb kaum Staub freisetzen.

Elektrische Wandgeräte mit Speichermasse verfolgen einen anderen Ansatz als eine Feuerstätte: Sie nehmen Wärme auf und geben sie nach dem Abschalten weiter ab. Ein Ratgeber zu Wandkaminen mit Speicherfunktion beschreibt Keramik und Stein als die üblichen Speichermaterialien und ordnet ein, wie sich die Wärmeabgabe über die Zeit verteilt.

Was die Zahlen für die Wahl einer Zusatzheizung bedeuten

Eine Feuerstätte im Wohnraum braucht Schornsteinzug, Verbrennungsluft und regelmäßige Ascheentsorgung. Ein elektrisch betriebenes Gerät verbrennt am Aufstellort nichts und setzt dort entsprechend keinen Staub frei. Die Emissionen verschieben sich in diesem Fall in die Stromerzeugung und hängen damit vom jeweiligen Kraftwerkspark ab.

„Ein Elektrokamin ist keine Antwort auf die Heizkostenfrage, sondern auf die Frage, was im Wohnraum passieren soll. Wer nur an wenigen Abenden im Jahr zusätzliche Wärme und Feuerbild möchte, wählt eine andere Technik als jemand, der eine Etage beheizen muss“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Woran sich der Betrieb im Alltag unterscheidet

Eine elektrische Wärmequelle setzt die aufgenommene Leistung am Aufstellort vollständig in Raumwärme um. Eine Holzfeuerung gibt dagegen einen Teil der Energie über den Schornstein ab. Über die Gesamtbilanz entscheiden trotzdem der Strompreis und die Herkunft des Stroms.

Für die Heizsaison ab Herbst 2026 stellt sich die Abwägung damit weniger als Grundsatzfrage. Sie stellt sich als Frage nach der Nutzungsdauer, der beheizten Fläche und der Bereitschaft, für ein Feuerbild eine Feuerstätte zu betreiben.

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