Katastrophe trifft Menschen mitten in der Monsunzeit
Nach aktuellem Stand sind Hunderte Menschen ums Leben gekommen, mehr als tausend werden bislang noch vermisst. Das tatsächliche Ausmaß der Katastrophe ist weiterhin unklar. Rund 40 Kilometer Straße und etwa 60 Brücken wurden zerstört oder schwer beschädigt. Strom und Telekommunikation sind teilweise ausgefallen. Einige Orte in der abgelegenen Himalaya-Region sind derzeit nur mit Hubschraubern erreichbar. Das erschwert die Suche nach Vermissten und die Versorgung der Bevölkerung erheblich.
Tabea Seiz, Programmleiterin der Welthungerhilfe in Nepal, erklärt: „Nepal steht unter Schock. Viele Menschen suchen noch nach Angehörigen, ganze Dörfer wurden weggespült und einige Orte sind nahezu von der Außenwelt abgeschnitten. Gleichzeitig erleben wir eine enorme Solidarität. Gemeinden, lokale Organisationen und Freiwillige schließen sich zusammen und versuchen gemeinsam, die Betroffenen zu erreichen. Jetzt werden vor allem sauberes Trinkwasser, Lebensmittel, Hygieneartikel und sichere Unterkünfte gebraucht.“
Nach ersten Schätzungen benötigen mindestens 10.000 Haushalte direkte Unterstützung. Die Welthungerhilfe stellt 100.000 Euro aus ihrem Nothilfefonds bereit. Zwei Teammitglieder unserer Partner im Land brechen gemeinsam mit den zuständigen staatlichen Stellen in die betroffene Region auf, um Schäden, Versorgungslücken und den konkreten Bedarf zu ermitteln. Als erste Hilfsmaßnahmen werden derzeit insbesondere Lebensmittelpakete, Hygienekits und Materialien für Notunterkünfte vorbereitet. Die Welthungerhilfe stimmt ihre Unterstützung eng mit den nepalesischen Behörden und Partnerorganisationen sowie anderen internationalen Hilfsorganisationen vor Ort ab.
Die Welthungerhilfe ist mit Unterbrechung seit 1972 in Nepal gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen vor Ort tätig. Mit einem Landesbüro in der Hauptstadt und nepalesischen Partnern werden insbesondere Projekte zur Ernährungssicherung durchgeführt. Im Mittelpunkt stehen außerdem Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge, humanitären Hilfe sowie zur Stärkung der Zivilgesellschaft.
Die Welthungerhilfe bittet unter dem Stichwort „Sturzflut Nepal“ um Spenden. Weitere Informationen auch unter www.welthungerhilfe.de/presse
Für Interviews aus Kathmandu steht Tabea Seiz, Programmleiterin der Welthungerhilfe in Nepal (deutschsprachig), zur Verfügung.
Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie setzt sich mutig und entschlossen für eine Welt ohne Hunger ein. Seit ihrer Gründung am 14.12.1962 wurden 13.424 Auslandsprojekte in rund 72 Ländern und Gebieten mit 5,76 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.
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