Hunger gefährdet globale Sicherheit
„Die Kriege sind längst nicht mehr nur dort zu spüren, wo gekämpft wird. Was als regionaler Konflikt beginnt, kann über Energie-, Handels- und Ernährungssysteme zu einem globalen Sicherheitsrisiko werden und verheerende Kettenreaktionen auslösen: Treibstoff und Düngemittel werden teurer, Engpässe bei Getreideimporten lassen die Preise für Grundnahrungsmittel in die Höhe schnellen. Für Millionen arme Familien bedeutet dies, dass sie sich nicht mehr ausreichend ernähren können. In Syrien etwa führten Preissteigerungen von bis zu 40 Prozent bei Diesel und Benzin zu großen Protesten, denn 90 Prozent der Bevölkerung lebt bereits unter der Armutsgrenze. Ernährungsunsicherheit führt nicht automatisch zu Konflikten, kann aber bestehende Krisen und gesellschaftliche Spannungen verschärfen. Deshalb sollte die internationale Staatengemeinschaft in New York das Thema Sicherheit nicht nur unter militärischen Aspekten diskutieren. Sicherheit beginnt damit, dass Menschen ihre grundlegendsten Bedürfnisse befriedigen können. Ernährungssicherheit ist deshalb nicht einfach eines von vielen Themen. Sie ist eine grundlegende Voraussetzung für Gesundheit, ein selbstbestimmtes Leben und Zukunftschancen und damit entscheidend für die Widerstandsfähigkeit und Stabilität von Gemeinschaften und Gesellschaften. Die Wechselwirkung zwischen gewaltsamen Konflikten und Hunger sollte deshalb auch oben auf der Agenda stehen“, fordert Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe.
Vor diesem Hintergrund fordert die Welthungerhilfe die Bundesregierung auf, die UN-Generalversammlung in New York zu nutzen, um ein klares Signal für Krisenvorsorge und internationale Zusammenarbeit zu setzen und die übermäßigen Kürzungen im Bundeshaushalt zurückzunehmen. Gerade jetzt müssten besonders gefährdete Länder dabei unterstützt werden, ihre Landwirtschaft und Ernährungssysteme widerstandsfähiger gegen internationale Preis- und Versorgungsschocks zu machen. Wer Prävention fordert und gleichzeitig die dafür notwendigen Mittel kürzt, handelt politisch inkonsistent.
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