Familienresilienz im digitalen Zeitalter
Unter dem Thema „Familienresilienz im digitalen Zeitalter“ tauschten sich die Teilnehmenden über ihre kulturellen und gesellschaftlichen Erfahrungen aus. Im Mittelpunkt standen unter anderem Kinderrechte, soziale Medien, Online-Glücksspiele, künstliche Intelligenz, psychosoziale Unterstützung und die Frage, welche Rolle Kirchen bei der Stärkung von Familien spielen können.
Statement mit acht Empfehlungen
Ein zentrales Ergebnis der GES ist ein gemeinsames Statement mit acht Empfehlungen zur Stärkung der Familienresilienz. Darin sprechen sich die Teilnehmenden unter anderem dafür aus, Kinderrechte und Kinderschutz stärker in theologischer Ausbildung und kirchlicher Arbeit zu verankern, Familien durch relationale und kontextbezogene Ansätze zu stärken sowie präventive pastorale und psychosoziale Unterstützungsangebote auszubauen.
Auch der Umgang mit digitalen Technologien und künstlicher Intelligenz nimmt das Statement ausdrücklich in den Blick. Es fordert, Familien, Kinder, junge Menschen und pädagogisch Tätige darin zu unterstützen, digitale Technologien kritisch, verantwortungsvoll und menschenzentriert zu nutzen. Datenschutz, ethische Verantwortung, gerechter Zugang und die menschliche Entscheidungsfähigkeit sollen dabei eine zentrale Rolle spielen.
Weitere Empfehlungen betreffen intergenerationelles Lernen, krisenfeste und traumasensible Bildungsangebote sowie eine stärkere Zusammenarbeit von Kirchen, Bildungseinrichtungen, Fachkräften, Zivilgesellschaft, Regierungen und anderen Partner*innen. Erfahrungen aus Krisenregionen wie Goma in der Demokratischen Republik Kongo sowie aus Katastrophensituationen in Indonesien und auf den Philippinen flossen dabei in den Austausch ein.
Kein universelles Modell für Familienresilienz
Die Teilnehmenden betonten zugleich, dass es kein universelles Modell für Familienresilienz gebe. Lösungen müssten sich an die jeweiligen kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und kirchlichen Kontexte anpassen. Resilienz entstehe nicht durch individuelle Anstrengung oder Technologie allein, sondern durch Beziehungen, Vertrauen, Schutz, Fürsorge, Gerechtigkeit, Glauben und Hoffnung.
„Die internationalen Diskussionen während der GES haben mir gezeigt, dass Familienresilienz viel tiefer reicht: Sie gründet auf Kommunikation, Empathie und Anpassungsfähigkeit“, berichtet eine Teilnehmerin aus Asien. Eine Teilnehmerin aus Afrika betont die Bedeutung gemeinsamer Verantwortung: „Ich habe gelernt, dass Familienresilienz durch Zuhören, Vertrauen, Glauben, gegenseitige Unterstützung und die gemeinsame Bewältigung von Schwierigkeiten wächst.“ Die Diskussionen über das afrikanische Konzept von Ubuntu hätten ihr Verständnis von Gemeinschaft vertieft. Gleichzeitig müsse Solidarität Raum für die Stimmen aller schaffen, „insbesondere für Frauen und Kinder“. Eine Teilnehmerin aus Deutschland meint: „Besonders beeindruckt hat mich, wie Kirchen weltweit Familien stärken und auf die Lebensrealität der Menschen eingehen. Zugleich hat die Erfahrung mein Bewusstsein für Friedensbildung und die ethischen Fragen rund um digitale Medien und KI geschärft.“
Die Global Education School (GES) verband theologische Reflexion, praxisorientiertes Lernen, die Beteiligung junger Menschen und interkulturellen Austausch, um kontextbezogene Ansätze zur Stärkung von Familien und Gemeinschaften zu entwickeln. Dabei ging es um mehr als die Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der Digitalisierung: Im Mittelpunkt stand auch die Frage, wie Kirchen zu Orten werden können, an denen Familien, Kinder und Jugendliche Unterstützung und Gehör finden und darin gestärkt werden, die Herausforderungen des digitalen Zeitalters resilient zu bewältigen.
Das gemeinsame Statement mit den Empfehlungen der Teilnehmenden ist hier in der englischen Originalversion herunterladbar.
Die Vereinte Evangelische Mission (VEM) mit Büros in Wuppertal, Indonesien und Tansania ist eine internationale, gleichberechtigte Gemeinschaft von 39 Mitgliedern, darunter 32 evangelische Kirchen in Afrika und Asien sowie sechs deutsche EKD-Kirchen und den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Die VEM verfolgt konsequent ein ganzheitliches Missionsverständnis. Dazu gehört, die Lebensumstände notleidender und benachteiligter Menschen unter Achtung ihrer persönlichen Würde und Berücksichtigung ihres kulturellen Kontexts zu verbessern.
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