Energie- / Umwelttechnik

Gesunde Innenraumluft – Gesunde Atemluft für jedes Kind

Unsere Kinder verbringen bis zu 90 % ihres Tages in Innenräumen – in Schulen, Kitas, zu Hause und an Orten, an denen sie lernen, spielen und ihre Zukunft gestalten.

Doch ist die Luft, die sie dort atmen, wirklich sicher?
Diese Frage dürfen wir nicht länger aufschieben.
Wir haben Gebäude jahrzehntelang effizienter gemacht. Jetzt müssen wir sie auch gesünder und resilienter machen.

Gesunde Innenraumluft ist kein Luxus. Sie ist eine Voraussetzung für Gesundheit, Lernen und Entwicklung. Sie kann dazu beitragen, Infektionsrisiken zu reduzieren, Kinder bei extremer Hitze zu schützen und ihnen auch dann einen sicheren Raum zu geben, wenn die Außenluft belastet ist.

Jeder Atemzug zählt.
Kinder atmen jeden Tag tausende Liter Luft und trinken im Vergleich dazu etwa einen Liter Flüssigkeit.

Das Atmen können wir für eine gewisse Zeit bewusst stoppen, indem wir die Luft anhalten.
Unser Gehirn sorgt jedoch nach kurzer Zeit automatisch dafür, dass wir wieder atmen. Der zunehmende Kohlendioxidgehalt im Blut löst dabei einen immer stärkeren Atemreiz aus.

Hauptquellen von unsichtbaren Innenraumluftbelastungen

Deshalb müssen wir wissen, was in dieser Luft enthalten ist.

  • Partikel und Feinstaub: Feinstaub (PM2,5/PM10), Rauch (Tabakrauch) sowie ultrafeine Partikel. Quelle BMUKN
    Ergänzung: relevante, unterschätzte und unsichtbare Quelle ultrafeiner Partikel
  • Laserdrucker, die in nahezu allen Innenräumen vorhanden sind, belasten die Raumluft mit Milliarden sekundären ultrafeinen Partikeln (UFP), schon bei einer gedruckten Seite. Die Emissionen sind ein gefährlicher Mix aus ultrafeinen Stäuben, Mikro- und Nanoplastik-Partikeln, Metallen und Chemikalien, wie PFAS – ungefiltert!
    Quelle nano-Control, Internationale Stiftung
  • Biologische Faktoren: Schimmelpilzsporen, Bakterien und Viren, die oft durch zu hohe Feuchtigkeit oder mangelnde Lüftung begünstigt werden.
    Quelle European Commission
  • Gase und Verbrennungsprodukte: Dazu gehören Kohlenmonoxid (CO), Kohlendioxid (CO₂), Stickstoffoxide (NO₂ – z. B. durch Gasherde) und Ozon (O₃). Quelle BMUKN
  • Flüchtige organische Verbindungen (VOC & TVOC): Stoffe wie Formaldehyd, Lösungsmittel oder Terpene gasen aus Holzwerkstoffen (z. B. Spanplatten), Bodenbelägen, Farben, Lacken und Möbeln aus. Quelle Verbraucherzentrale NRW
  • Anorganische Altlasten & Schwermetalle: Asbest, künstliche Mineralfasern, Radon (radioaktives Edelgas aus dem Boden) und
  • Nervenschädigende Holzschutzmittel
    Dazu gehören Substanzen wie PCP (Pentachlorphenol), Naphthalin, Formaldehyd und Lindan. Diese können in Holzprodukten vorkommen und die Raumluftqualität beeinträchtigen.
    Kontaminierte Holzkonstruktionen sanieren
    "In Deutschland gibt es etwa drei Millionen Gebäude, die mit den giftigen Holzschutzmitteln Lindan und Pentachlorphenol (PCP) belastet sind." Quelle Fraunhofer.de)
  • Krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs)
    Diese können aus Verbrennungsprozessen, Tabakrauch und anderen Quellen stammen.
  • Asbestfasern, KFM-haltige Dämmung
    Asbest ist ein gefährlicher Schadstoff, der in älteren Gebäuden in Dämmmaterialien, Bodenbelägen, Putzen, Spachtelmassen, Klebern, Dachverkleidung und anderen Baustoffen vorkommen kann. Quelle Bauing-Gerdom.de

Akute gesundheitliche Folgen (Sofortreaktionen)

  • Reizungen der Schleimhäute: Brennende Augen, Juckreiz in der Nase, Trockenheitsgefühl im Rachen und Hustenreiz.
  • Nervensystem-Beschwerden: Häufige Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Veränderungen Kurzzeitgedächtnis, neuronale Degenerationen (Zittern), Empfindungsstörungen, Abstumpfung der Sinne, depressive Verstimmungen, Schwindelgefühl und anhaltende Müdigkeit.
  • Hautreaktionen: Plötzlicher Juckreiz, Rötungen oder trockene Hautstellen.
  • Geruchsbelästigung: Unangenehme Gerüche, die zu Unwohlsein oder Übelkeit führen können.

Chronische gesundheitliche Folgen (Langzeitschäden)

Diese Schäden entstehen schleichend durch eine dauerhafte Belastung über Monate oder Jahre hinweg:

  • Atemwegserkrankungen: Erhöhtes Risiko für Asthma, chronische Bronchitis und COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) – insbesondere durch Feinstaub, Schimmelsporen oder Biomasse-Brennstoffe.
  • Herz-Kreislauf-Probleme: Dauerhafte Feinstaub- und Schadstoffbelastung wirkt sich negativ auf das Gefäßsystem und das Herz aus.
  • Allergien und Sensibilisierungen: Verstärkte Reaktion auf Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmelpilze.
  • Erhöhtes Krebsrisiko: Bedingt durch Feinstaub sowie ausgasende Stoffe wie Formaldehyd, Benzol oder Radon.
  • Spezifische Syndrome: Entstehung von Multisystemerkrankungen
    Theorie von Dr. Martin Pall Pathophysiologische Prozesse führen zu chronischen Entzündungen, mitochondrialer Schwäche mit starkem Energiemangel sowie oxidativem Stress. Klinische Folge Multisystemerkrankungen wie dem Chronischen Erschöpfungssyndrom (ME/CFS), Fibromyalgie und Multipler Chemikalien-Sensitivität (MCS). Quelle: me-pedia.org/wiki/Martin_Pall

Saubere Räume schaffen, auf die wir uns verlassen können
Schadstoffe sichtbar machen und wirksame Lösungen umsetzen

Die gute Nachricht: Wir müssen nicht bei null anfangen. Die Technologien sind vorhanden. Zuallererst: Quellen von Schadstoffen identifizieren
Technische Umsetzung: Sensoren, Lüftungssysteme, Filter und Luftreiniger können dazu beitragen, die Innenraumluft deutlich zu verbessern.
Was fehlt, ist nicht allein die technische Möglichkeit. – Es fehlt vor allem die konsequente Umsetzung.

Relevante Schadstoffquelle: Nutzung von tonerbasierten Laserdruckgeräten und Kopierern

Die Technik ist ubiquitär mit etwa 20 Millionen Laserdruckern in Deutschland und 1 Milliarde Geräte weltweit. Sie finden sich in allen öffentlichen Räumen, in Krankenhäusern, Arztpraxen, Behörden, Einkaufszentren, Kindergärten, Schulen, Universitäten und auch vermehrt in Privaträumen.

Berichte betroffener Menschen durch Laserdrucker-Emissionen

4.000 Menschen haben sich an nano-Control, Internationale Stiftung gewandt und über Symptome und Arbeitsplatzumgebungen berichtet. Viele von ihnen leiden unter oft schweren chronischen Erkrankungen nach jahrelanger Exposition mit den ultrafeinen Plastik-Partikeln, gemischt mit Metallen und Chemikalien.

Unter den Meldungen betroffener, sensibilisierter Menschen befinden sich auch Kinder, die in Räumen mit diesen technischen Geräten ständig krank werden.

Das jüngste Kind war 5 Jahre alt und konnte den Kindergarten nicht mehr besuchen, denn es wurde immer wieder krank. Fraglich war für die Mutter der Schulbesuch, der kurz bevor stand.

Einem 16-jährigen Schüler wurde empfohlen, die Schule nach der 9. Klasse zu verlassen und eine Ausbildung zu beginnen. Er war auf dem guten Weg ein hervorragendes Abitur zu erreichen. Mit der Hilfe der Stiftung und einer Bundestagsabgeordneten zog die Familie in ein anderes Bundesland und erhielt dort die Möglichkeit, per Homeoffice am Unterricht teilzunehmen, um seinen Abschluss dort zu erreichen.

Eine junge Auszubildende konnte sich ihren Traumberuf zur Fotografin nicht erfüllen. Nach kurzer Zeit im Büro mit einem Arbeitsplatzdrucker konnte sie nicht mehr gehen. Sie wurde im Rollstuhl ins Krankenhaus eingeliefert. Die dortigen Ärzte hatten gleich den Laserdrucker in Verdacht, da sie mit diesen Geräten vorher keinen Kontakt hatte.
Sie brach die Ausbildung ab und entschied sich, Krankenschwester zu werden. Heute geht es ihr gut. Denn in der Klinik achtete man auf saubere Innenraumluft für die Patienten und auch für das Personal, sodass sie den Emissionen nicht mehr ausgesetzt war.

Sicher drucken

  • Separate Räume: Aufstellen und Betrieb der Geräte mit autarker Zu- und Abluft. Maßnahmen wie Zwangslüftung oder auch Luftreinigung können zu möglichen, zwingenden Vorgaben werden, wenn dies aus wissenschaftlicher Sicht angeraten ist. Keine Kopplung mit zentraler Klimaanlage.
  • Nachrüstfilter: Laserdrucker nie ohne Filter betreiben! Nachweislich können mit Filtern innen oder außen über 90 % der Partikelemissionen aufgefangen werden, ein effektiver Schutz für die Gesundheit der Menschen.
  • Messgeräte: regelmäßige Messungen der Raumluft (mind. jährlich) mittels Zählung der ultrafeinen Partikel (max. Particle number concentrations (PNC) 
    < 1.000 Partikel/cm3 (Empfehlung WHO Luftgüteleitlinien 2021 für die Innenraumluft)
    < 10.000 Partikel/cm3 (24 Stundenmittel)
  • Luftreinigungsgeräte: einsetzen
  • Gerätetausch: Sicher drucken mit Tinte statt Toner – ein Muss im Home-Office!

Wir müssen auch fragen: Was kostet es uns, nichts zu tun?

Wir sollten nicht nur fragen, was eine Transformation kostet. Krankheiten, Fehlzeiten, überlastete Gesundheitssysteme und wiederkehrende Infektionswellen haben einen hohen menschlichen und gesellschaftlichen Preis. Investitionen in gesunde Innenraumluft sind deshalb Investitionen in Gesundheit, Bildung, wirtschaftliche Stabilität und die Widerstandsfähigkeit unserer Gesellschaft.

Wir haben Gebäude jahrzehntelang effizienter gemacht. Jetzt müssen wir sie auch gesünder und resilienter machen.

Denn ein nachhaltiges Gebäude darf nicht nur Energie sparen. Es muss die Menschen schützen, die darin leben, lernen und arbeiten.

Und es gibt Grund zur Hoffnung:
Weltweit wächst eine Bewegung für gesunde Innenraumluft.
Der vom Air Club initiierte Aufruf mit 300 Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern aus 57 Ländern zeigt: Das Bewusstsein wächst. Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft beginnen, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.

Das Jahrhundert der gesunden Innenraumluft.

Nach dem Jahrhundert des sauberen Wassers könnte jetzt die Zeit für ein neues globales Ziel gekommen sein:

  • Kein Kind sollte schlechtere Bildungschancen haben, weil die Luft in seiner Schule nicht gesund ist.
  • Kein Kind sollte einem vermeidbaren Gesundheitsrisiko ausgesetzt sein, nur weil es einen Raum betritt.
  • Und kein Kind sollte durch schlechte Luft sein Leben verlieren.

Wir haben das Wissen.
Wir haben die Technologie.
Wir haben die Möglichkeit.

Jetzt brauchen wir den gemeinsamen Willen, zu handeln.

Für jedes Kind.
In jeder Schule.
In jedem Land.

Lassen wir unsere Kinder gesund lernen, gesund leben und frei atmen.

Denn jeder Atemzug zählt.

Autor:
Heike Krüger, Vorstands-Vorsitzende
nano-Control, Internationale Stiftung

Unterzeichner des "Global Pledge for Healthy Indoor Air"
GO AQS Botschafter für ultrafeine Partikel

Text ist inspiriert durch die Redner des United Nations High-Level Side Event vom 24.09.2026 in New York "Healthy Indoor Air in Schools: Every Breath Shapes Learning".

Referenzen

  • OSHWIKI European Agency for Safety and Health at Work updated 2024 Indoor air quality (IAQ)
  • BMUKN 04.11.2022 Feinstaub
  • Fraunhofer.de 02.01.2024 Kontaminierte Holzkonstruktionen sanieren
  • Bauing-Gerdom.de Feststellung von Schadstoffen in der Raumluft
  • raumluft.org – Mensch – Umwelt – Gesundheit
  • MEpedia 2023 Martin Pall
  • Airclub.org for Healthy Indoor Air
  • GO AQS – Global Open Air Quality Standards
Über nano-Control

Wir verbringen 90 % der Zeit im Innenraum, 20 Stunden am Tag. Die Medien berichten über die Gefahr durch Feinstaub im Straßenverkehr.
Im Innenraum gibt es kaum gesetzliche Regelungen, keine Grenzwerte. Das wollen wir ändern. Es darf nur eine Luft zum Atmen geben, auf die wir uns verlassen können.
Über eine Milliarde Laserdrucker und Kopierer belasten weltweit die Atemluft von Menschen mit einem unsichtbaren, aber gefährlichen Mix aus Feinstäuben, Nanopartikeln und Schadstoffen – ungefiltert! Das kann schlimme Folgen haben. nano-Control liegen Tausende Meldungen über Erkrankungen vor, vor allen Dingen der Atemweg, Herz-Kreislauferkrankungen, immunologische Störungen, Nerven- und Hautschädigungen. Der ganze Körper ist betroffen
Internationale Studien bestätigen die gesundheitsschädigenden Wirkungen, auch für gesunde Menschen. Sogar DNA-Schäden wurden nachgewiesen. – Das bedeutet Krebsgefahr!
Nahezu 4.000 Menschen haben sich bei nano-Control gemeldet. Sie haben oft viele Jahre nach der Ursache ihrer Erkrankungen gesucht und sind zum Teil schwer krank. Wir sind ein tolles Team von über 200 Stiftern, Förderern, Paten und ehrenamtlich aktiven Menschen in Europa. Begleitet werden wir durch unseren Schirmherrn Prof. Dr. Michael Braungart, Hamburger Umwelt Institut und Professor an der Leuphana Universität Lüneburg und seit kurzem durch unsere Botschafterin, die Schauspielerin Inez Bjørg David, die sich seit Jahren für Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Bildung einsetzt.
Lesen Sie mir über unsere Ziele auf https://www.nano-control.org/die-stiftung.

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

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Zum Hägerdorn 13
27318 Hoya
Telefon: +49 (4251) 7119
http://www.nano-control.org

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Telefon: +49 (4251) 7119
E-Mail: heike.krueger@nano-control.org
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