Blutdruck ohne Gerät messen: Der Puls ist tastbar, der Druck nicht
Der erste Versuch läuft meist über Beschwerden – Kopfschmerz, Schwindel, ein roter Kopf, Nasenbluten. Die Deutsche Hochdruckliga nennt genau das tückisch: Spürbar sei Bluthochdruck in der Regel gar nicht. Beschwerden können auftreten, müssen es aber nicht, und ihr Ausbleiben sagt nichts über die Werte. Wie verbreitet die Lücke ist, zeigen die Zahlen der Fachgesellschaft: Fast jeder dritte Mensch in Deutschland hat Bluthochdruck, das sind etwa 20 bis 30 Millionen. Nach einer Auswertung, auf die sich die Hochdruckliga beruft, wissen 71 Prozent der betroffenen Frauen und 72 Prozent der betroffenen Männer von ihrer Erkrankung – knapp drei von zehn also nicht. Was sich ohne Messgerät über den Blutdruck sagen lässt, ordnet BPER im Ratgeber ein.
Der zweite Versuch ist der Griff ans Handgelenk. Er ist nicht sinnlos, nur beantwortet er eine andere Frage. Tasten zeigt, wie oft das Herz in einer Minute schlägt und ob der Takt regelmäßig bleibt – genau darauf zielt die Empfehlung der Herzwochen, denn Vorhofflimmern bleibt häufig unbemerkt und betrifft nach Angaben der Herzstiftung rund 1,5 bis 2 Millionen Menschen in Deutschland. Über die Höhe des Drucks, mit dem das Blut dabei auf die Gefäßwand trifft, gibt das Tasten keine Auskunft. Dafür wäre ein Gegendruck nötig, gegen den gemessen wird – das leistet die Manschette, nicht der Finger. Wie Puls, Druck und Rhythmus zusammenhängen, erklärt BPER gesondert.
Der dritte Versuch ist die App, die ohne zusätzliche Hardware auskommen will. Dafür gibt es eine veröffentlichte Prüfung: Ein Team der Johns Hopkins University untersuchte eine Smartphone-App, bei der Nutzerinnen und Nutzer das Telefon an die Brust halten und einen Finger auf die Kamera legen, und verglich deren Anzeige bei 85 Erwachsenen mit der eines geprüften Messgeräts. Veröffentlicht wurde das Ergebnis im Fachjournal JAMA Internal Medicine. Im Mittel wich die App beim oberen Wert um 12,4 mmHg ab, beim unteren um 10,1 mmHg. Entscheidender ist die Richtung des Fehlers: 78 Prozent der Messungen, die im Bluthochdruckbereich lagen, zeigte die App als unauffällig an. Ein Nischenprodukt war die App nicht: An 156 von 421 Tagen stand sie unter den fünfzig meistgeladenen Anwendungen im App Store.
„Jede Zahl, die in einem Arztgespräch etwas bewirken soll, braucht ein nachvollziehbares Messverfahren dahinter", sagt P. Lu, Geschäftsführer von BPER.
Wer den Blutdruck ohne Gerät messen möchte, findet damit kein Verfahren, das eine belastbare Zahl liefert. Praktisch bleibt ein einfacher Weg: messen lassen oder selbst messen. Die Deutsche Hochdruckliga hält fest, dass am Ende nur die Blutdruckmessung Aufschluss gibt und dass eine einzelne Messung dafür nicht genügt. Blutdruck wird zu Hause als Reihe erfasst, nicht als Einzelwert; wie eine Messreihe zu Hause aufgebaut sein sollte, beschreibt der Ratgeber. BPER zeichnet den Blutdruck manschettenbasiert über 60 Sekunden kontinuierlich auf und erfasst dabei bis zu 14.400 Datenpunkte je Messung: systolische und diastolische Werte in mmHg sowie Auffälligkeiten des Herzrhythmus. Das Gerät ist ein CE-zertifiziertes Medizinprodukt der Klasse IIa, das Messverfahren wurde in Deutschland entwickelt.
Zur Verfügbarkeit: Der BPER Blutdruck-Ereignisrekorder ist über bper.health erhältlich, die App für iOS und Android ist kostenfrei, ebenso der Versand innerhalb Deutschlands; es gilt ein Rückgaberecht von 30 Tagen. Messwerte ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Beratung. Als Grenze für die häusliche Selbstmessung gelten 135/85 mmHg; bei stark erhöhten Werten zusammen mit Beschwerden wie Brustschmerz, Atemnot oder Sehstörungen ist der Notruf 112 zu wählen. Bestehende Medikation sollte nie eigenmächtig auf Grundlage von Heimmessungen verändert werden.
Die Brandsstock GmbH mit Sitz in Hamburg entwickelt und vertreibt unter der Marke BPER Medizintechnik für die häusliche Blutdruckbeobachtung. Kernprodukt ist der BPER Blutdruck-Ereignisrekorder, ein CE-zertifiziertes Medizinprodukt der Klasse IIa, das den Blutdruck manschettenbasiert über 60 Sekunden kontinuierlich aufzeichnet und neben den Druckwerten auch Herzrhythmus-Auffälligkeiten erfasst. Das Messverfahren wurde in Deutschland entwickelt. Ergänzend betreibt BPER unter bper.health einen redaktionellen Ratgeber zu Blutdruck, Messmethodik und Herz-Kreislauf-Gesundheit.
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