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Erst vergessen, dann rückwärts: Was aus dem Barrierefreiheitsgesetz wurde, als alle wegschauten
Am 22. Juni 2025, kurz vor Inkrafttreten des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG), erreichte das öffentliche Interesse seinen Höhepunkt. Das Gesetz war in aller Munde, das Suchinteresse auf dem Maximalwert. Knapp ein Jahr später ist davon fast nichts geblieben. Das Suchinteresse ist um 96 Prozent eingebrochen, in mehreren Wochen war es nicht einmal mehr messbar. Das Gesetz gilt weiter. Die Barrieren bestehen weiter. Nur hinsehen will niemand mehr. Genau das ist das Problem. Der Index für digitale Barrierefreiheit (IfDB) hat über die vergangenen Monate die Startseiten von 7.085 deutschen Unternehmen verfolgt. Das Ergebnis: In dem Moment, in dem die Aufmerksamkeit verschwand, verschwand auch der Fortschritt. Der Durchschnitt steht nahezu still. Und mehrere Hundert…
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„Zwei Klicks, dann scheitert man.“ — Was 5.588 deutsche Online-Auftritte über digitale Teilhabe verraten
Eine sehbehinderte Frau möchte online Schuhe für ihren Sohn bestellen. Die Sprachausgabe ihres Computers, die ihr die Seite vorliest, sagt nur: „Bild, Bild, Bild, Bild." Die Produktfotos haben keine Bildbeschreibung. Der Größenfilter ist nur per Maus bedienbar. Sie gibt auf und bittet ihre Tochter, den Kauf zu übernehmen. So sieht digitale Teilhabe in Deutschland im Mai 2026 aus, fast ein Jahr nach Inkrafttreten des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes. Das Gesetz Seit dem 28. Juni 2025 gilt in Deutschland das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Unternehmen müssen ihre digitalen Angebote so gestalten, dass auch Menschen mit Behinderungen sie selbstständig nutzen können. Das betrifft Menschen, die blind sind, eine Sehbehinderung haben, gehörlos sind oder nur eingeschränkt motorisch arbeiten können.…
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0 Prozent Compliance: Große KI-Analyse deckt das Barrierefreiheits-Desaster im deutschen Web auf
Neun Monate nach Inkrafttreten des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG) hat die accessibleAI SmartCompliance GmbH den ersten „Index für digitale Barrierefreiheit" (IfDB) veröffentlicht. Das unabhängige Ranking erfasst die digitale Barrierefreiheit der meistbesuchten deutschen Websites und macht sie erstmals branchenübergreifend vergleichbar. Das Ergebnis ist ein massives regulatorisches und gesellschaftliches Warnsignal. Die Kernergebnisse: 5.432 Websites aus 30 Branchen wurden anhand der vom Gesetzgeber definierten 55 WCAG-2.2-AA-Kriterien automatisiert geprüft. Keine einzige der 5.432 Websites (0 %) erreicht die gesetzlich geforderte volle Punktzahl von 100 – der gemessene Bestwert liegt bei 98 Punkten. 4.231 Websites (78 %) liegen unterhalb der 90-Punkte-Marke und verfehlen die gesetzlichen Mindestanforderungen fundamental. Der Durchschnitts-Score über alle Branchen hinweg liegt bei lediglich 85…