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Herztod-Risiko durch Erbkrankheit ARVC: Welcher Sport ist erlaubt?
Wer Risiko-Gene für lebensgefährliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen in sich trägt, soll trotzdem sicher Sport treiben und von den vielen positiven Effekten für die Gesundheit profitieren können. Darauf zielt ein neues Trainingskonzept ab, das Münchner Herzspezialisten derzeit mit Unterstützung der Deutschen Herzstiftung entwickeln. Mehr Lebensqualität dank Sport: Die allermeisten Menschen mit Herzproblemen profitieren von regelmäßiger Bewegung. Doch wer an der Erbkrankheit ARVC leidet, der steckt in einem großen Dilemma: Denn falsches Training kann tödlich enden. „Im schlimmsten Fall kann es zu heftigen Herzrhythmusstörungen kommen, die zum plötzlichen Herztod führen können. Doch zugleich haben insbesondere viele junge ARVC-Patienten das Bedürfnis, sich sportlich zu betätigen. Sie möchten nicht darauf verzichten“, weiß Professor Dr. Martin Halle,…
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Hitzewelle: Vorsichtsmaßnahmen für Herzkranke
Deutschland steht vor einer Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius. Aus diesem Anlass weist die Deutsche Herzstiftung auf wichtige Vorkehrungen für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen hin. Denn sehr hohe Temperaturen von 30 Grad Celsius und mehr können zur Herausforderung besonders für ältere Menschen und diejenigen werden, die bereits wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie einer Herzschwäche, einer koronaren Herzkrankheit (KHK), Niereninsuffizienz oder wegen Blutdruckproblemen in Behandlung sind. „Wenn das Herz erkrankt ist, dann schränkt das auch die Leistung des körpereigenen Kühlsystems, das übermäßige Wärme aus dem Blut über die kleinen Hautgefäße abgibt, meist deutlich ein. Die Wärme kann vom Kreislauf nur unter erheblicher Anstrengung aus dem Körper transportiert werden“, erklärt der Kardiologe…
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Künstliche Intelligenz: Wie sie in die Herzmedizin integriert wird – auf dem Weg zur Präzisionsherzmedizin
In Zeiten begrenzter Ressourcen an medizinischem Fachpersonal bei gleichzeitig hoher Krankheitslast hilft der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in der Herzmedizin Ärzten in der Diagnostik und Therapie. „Der Zeitfaktor spielt insbesondere in der Akutversorgung von kardiologischen Patienten eine enorm wichtige Rolle, hier zeigt sich ein besonders hohes Potenzial durch die KI“, betont der Kardiologe Prof. Dr. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Beispiel: Diagnose von Herzrhythmusstörungen. Das Auswerten eines Elektrokardiogramms (EKG) ist eine komplexe Angelegenheit, die Zeit und Erfahrung erfordert. Das liegt nicht nur an den komplexen Ursachen der verschiedenen, teils parallel vorliegenden Herzerkrankungen, sondern auch an den riesigen Datenmengen, die bei der Aufzeichnung von EKGs entstehen. Zwölf Kanäle (Ableitungen)…
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Herzinfarkt-Verdacht: Bei akuten Brustschmerzen den Rettungsdienst (112) alarmieren
Bei akuten Brustschmerzen besteht ein Verdacht auf Herzinfarkt, so dass sofort der Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 zu alarmieren ist. Zeitverluste beim Herzinfarkt, etwa durch zögerliches Verhalten der Betroffenen und Angehörigen, sind fatal. Jede Minute zählt: Zum einen führt der Infarkt im Herzmuskelareal des verschlossenen Herzkranzgefäßes zum Absterben von Herzmuskelgewebe. Wenn der Infarkt nicht unverzüglich behandelt wird („Time is Muscle“) und viel Gewebe zerstört ist, droht eine ausgeprägte Herzschwäche. Zum anderen kann der Infarkt jederzeit in bösartige Herzrhythmusstörungen übergehen. Dieses Kammerflimmern (über 300 Schläge/Minute) führt innerhalb weniger Sekunden zum Herzstillstand. „Diese Situation – Herzinfarkt und als Komplikation Kammerflimmern – ereignet sich auch häufig zu Hause. Dann muss unmittelbar nach Feststellen…
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Schwimmen ist gut fürs Herz: Was Herzkranke beachten sollten
Regelmäßige Bewegung ist das ideale „Medikament“ zur Besserung der Herzgesundheit. Als Ausdaueraktivität ist Schwimmen wie andere Ausdauersportarten (Radfahren, Laufen, Schnelles Gehen) auch zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie beispielsweise Bluthochdruck sehr gut geeignet und kann Patienten vor einer Verschlechterung ihrer Herz- oder Kreislauferkrankung schützen. Jedoch gibt es ein paar Punkte für Herzpatienten vor dem Schwimmengehen zu beachten. Die Deutsche Herzstiftung informiert unter https://herzstiftung.de/schwimmen mit Experten-Tipps, was Betroffene beachten sollten, um keine Kreislaufprobleme zu riskieren. Schwimmen ist für die meisten Herzpatienten zu empfehlen – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. „Wer schwimmen will, sollte das vorab mit dem Arzt oder der Ärztin besprechen. Auch sollten sich Herzpatienten und insbesondere ältere Menschen bewusst sein,…
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Herzklappenerkrankungen: Welche Therapieverfahren gibt es heute?
Herzklappenerkrankungen können für die Betroffenen mit schwerwiegenden Symptomen wie Atemnot und Brustschmerzen einhergehen. Gerade im höheren Lebensalter sind Herzklappenerkrankungen oft der Grund für Einschränkungen von Leistungsfähigkeit, Lebensqualität und Lebenserwartung. In Deutschland werden laut „Deutschem Herzbericht – Update 2024“ pro Jahr rund 104.000 Patienten mit Herzklappenerkrankungen stationär in Kliniken versorgt, 22.000 Menschen sterben an Herzklappendefekten. Mit dem Anstieg der Lebenserwartung nimmt auch die Häufigkeit von Herzklappenerkrankungen weiter zu. Bei etwa 10 bis 20 Prozent der Menschen über 75 Jahre liegt laut klinischen Studien eine Herzklappenerkrankung vor. Herzklappenerkrankung: An welchen Symptomen bemerkt man sie? Herzklappenfehler machen sich je nach Schwere der Herzklappenerkrankung und Art der betroffenen Klappe unterschiedlich bemerkbar, z. B. als…
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Vor Gefäßkiller schützen: Schon den Cholesterin-Wert kontrolliert?
Zum Tag des Cholesterins am 6. Juni 2025– Ein hoher Cholesterinspiegel zählt zu den größten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Als „stiller Gefäßkiller“ schädigt hohes Cholesterin – wie Bluthochdruck und Diabetes mellitus – über die Dauer die Gefäße ohne merkliche Beschwerden für die Betroffenen, bis es im Zuge von Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose) zu Herzinfarkt, Schlaganfall oder gar Tod kommt. „Um diese Gefahr besonders für Herz und Gehirn zu vermeiden, kommt es darauf an, den Cholesterinwert im Blut regelmäßig zu kontrollieren, um bei erhöhtem LDL-Cholesterin möglichst früh durch Lebensstilmaßnahmen und mit Medikamenten gegensteuern zu können, damit es gar nicht erst zu Ablagerungen in den Gefäßen und deren Schädigung kommt“, betont der Kardiologe und Lipidspezialist…
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Stille Gefahr Bluthochdruck: Wie Herz und Hirn schützen?
Über 20 Millionen Menschen haben in Deutschland einen hohen Blutdruck – etwa jeder dritte Erwachsene (1). Allerdings wissen sehr viele nichts von ihrem Bluthochdruck. Dabei kann ein nur unzureichend oder nicht behandelter Bluthochdruck über 140/90 mmHg (mmHg: Millimeter-Quecksilbersäule) auf lange Sicht zu Herzerkrankungen wie Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und Vorhofflimmern oder zu Komplikationen wie Gehirnblutung, Schlaganfall, Herzinfarkt oder Nierenversagen führen. Wie Studien zeigen, kann auch das Risiko für eine Demenz durch einen unbehandelten Bluthochdruck begünstigt werden. „Jede noch so geringe Erhöhung des Blutdrucks schädigt Gefäße und auf Dauer Organe wie Herz, Gehirn Nieren oder Augen. Umgekehrt ist man nicht machtlos dem Bluthochdruck und seinen gravierenden Folgen ausgeliefert, wenn man nur frühzeitig aktiv…
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Beinschmerzen? Können Warnhinweis für Herzschäden und Infarktgefahr sein
Jedes Jahr bekommen Tausende Menschen in Deutschland einen Beininfarkt. Dahinter verbirgt sich die sogenannte periphere Arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), auch als „Schaufensterkrankheit“ bekannt. Die pAVK ist eine Erkrankung des höheren Lebensalts mit immer enger und steifer werdenden Arterien in Beinen und Füßen, manchmal auch Armen, weil nicht mehr genügend Sauerstoff und Nährstoffe dorthin gelangen. In Deutschland sind Schätzungen zufolge zweieinhalb bis acht Millionen Bürger von der Volkskrankheit pAVK, eine Durchblutungsstörung der Becken- und Beinarterien betroffen. Etwa drei bis zehn Prozent der Bevölkerung sind in Deutschland von einer pAVK betroffen, im höheren Alter ab 70 Jahren schätzungsweise sogar 15-20 Prozent (1). Zu etwa 90 Prozent ist die Ursache der pAVK eine Gefäßverkalkung…
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Angeborene Herzfehler: Psychokardiologie kommt viel zu kurz
Jährlich kommen 8.700 Kinder mit einem angeborenen Herzfehler in Deutschland zur Welt. Über 95 Prozent von ihnen erreichen heute Dank der Fortschritte in der Kinderherzchirurgie und Pädiatrischen Kardiologie das Erwachsenenalter. Sie bilden mit den schon heute in Deutschland lebenden über 350.000 Erwachsenen mit angeborenem Herzfehler (EMAH) eine stetig wachsende Patientengruppe. Ein Großteil von ihnen benötigt lebenslang eine sorgfältige regelmäßige medizinische Nachsorge. Für einen Menschen mit angeborenem Herzfehler kann je nach Komplexität des Herzfehlers der damit verbundene Eingriff oder die Eingriffe traumatische Folgen haben. Und auch im weiteren Krankheitsverlauf können Menschen mit angeborenem Herzfehler neben den körperlichen Auswirkungen ihres Herzfehlers mit vielfältigen seelischen Belastungen und Ängsten konfrontiert sein: mit der Angst…