• Energie- / Umwelttechnik

    Wie belastet ist die Elbe?

    Deutschlands Fließgewässer wie beispielsweise die Elbe sind durch Einträge von außen etwa aus Industrie, Landwirtschaft oder Kläranlagen belastet. Doch diese Belastung verändert sich im Flussverlauf – durch viele Belastungsquellen und weil Abbauprozesse die Stoffe verändern. Forscher:innen mehrerer Helmholtz-Zentren wollen nun in einer gemeinsamen Messkampagne genauer analysieren, wie Umweltchemikalien, Nano- und Mikroplastikpartikel sowie Nährstoffe in welcher Konzentration und Größe in die Elbe und dann ins Meer gelangen und wie sie auf dem Weg dahin abgebaut und verändert werden. Die diesjährige Elbe-Fahrt im Rahmen der Forschungsinitiative MOSES beginnt Ende Juni in Tschechien und endet Mitte September in der Deutschen Bucht. Vom 3. bis 11. Juli wird das Forschungsschiff "Albis" des Helmholtz-Zentrums für…

  • Energie- / Umwelttechnik

    Unterschätzter Wärmespeicher

    Der Klimawandel hat viele Effekte – der bekannteste davon ist die globale Erwärmung. Die überschüssige Wärme wird zu 89 Prozent in den Ozeanen gespeichert, der Rest von Eis und Gletschern, der Atmosphäre und von Landmassen. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) hat nun die gespeicherte Wärmemenge an Land (inklusive der Binnengewässer) untersucht und deren Verteilung aufgezeigt. Die im Fachjournal Earth System Dynamics veröffentlichten Berechnungen zeigen, dass dort im Jahr 2020 mehr als das 20-fache im Vergleich zu 1960 gespeichert wurde, wobei der stärkste Anstieg unter der Erde stattfand.  Die Zunahme der menschgemachten Treibhausgase in der Atmosphäre verhindert, dass Wärme ins All abgegeben wird. Folglich nimmt die Erde stetig…

  • Forschung und Entwicklung

    Falter im Sinkflug

    Wiesen-Schmetterlinge werden in der Naturschutz-Gesetzgebung der EU künftig eine größere Rolle spielen als bisher. Denn anhand ihrer Vorkommen und Bestandsentwicklungen sollen die Mitgliedsstaaten dokumentieren, welche Fortschritte sie bei der Umsetzung der geplanten "Verordnung zur Wiederherstellung der Natur" gemacht haben. Zum Einsatz kommen soll dabei der sogenannte Tagfalter-Grünland-Indikator, den die Naturschutzorganisation Butterfly Conservation Europe kürzlich zum achten Mal berechnet hat. Diese Analyse, in die auch Daten und Expertise vieler Ehrenamtlicher in Deutschland unter Koordination von Fachleuten des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Halle eingeflossen sind, zeigt einen dringenden Handlungsbedarf. Denn seit den ersten Berechnungen im Jahr 1990 hat sich die Situation der Grünland-Falter in Europa deutlich verschlechtert. Die Diagnose klingt besorgniserregend:…

  • Energie- / Umwelttechnik

    Bioindikator für das Vorkommen von PFAS

    PFAS (per-/polyfluorierte Alkylsubstanzen) gelten als Ewigkeitschemikalien: Viele sind toxisch, andere wiederum sehr mobil oder akkumulieren sich in der Nahrungskette. Allerdings sind alle extrem langlebig und verteilen sich in der gesamten Umwelt. Wo dort die Belastungspunkte der PFAS liegen, ist nur mit sehr hohem Aufwand nachzuweisen. Deshalb braucht es Indikatoren. Wie ein Forschungsteam, das am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) koordiniert wird, nun im Fachmagazin Science of the Total Environment schreibt, kann die Leber von Wildschweinen als Bioindikator für diesen Zweck genutzt werden: Sie zeigt an, wie hoch die PFAS-Belastung vor Ort ist. Die Forscherinnen und Forscher hatten für ihre Studie 66 PFAS-Verbindungen in den Fokus genommen, die sich in drei Kategorien einordnen lassen:…

  • Forschung und Entwicklung

    „3 Grad mehr“ – oder warum wir eine drohende Heißzeit verhindern müssen

    Die Leipziger Buchmesse und das Lesefest "Leipzig liest" werfen ihre Schatten – auch auf die nächste Helmholtz Environmental Lecture (HEL), die am 28. April im UFZ stattfinden wird. Im Fokus steht das Buch "3 Grad mehr", das im Juli 2022 im oekom-Verlag erschienen ist. Mit Prof. Dr. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Dr. Bernhard Kegel (Wissenschaftler und freier Autor) sowie Prof. Dr. Ralf Seppelt vom UFZ diskutieren drei renommierte Wissenschaftler und Mitautoren des Buches über die globalen Auswirkungen des Klimawandels und Möglichkeiten des Umsteuerns. Die 21. Ausgabe der Helmholtz-Environmental Lecture (HEL), die am Buchmesse-Freitag im UFZ in Leipzig stattfinden wird, ist inspiriert vom Buch "3 Grad mehr", das…

  • Energie- / Umwelttechnik

    Natürliche Hochwasservorsorge: mehr Zustimmung durch bessere Kommunikation

    Vielerorts werden heute Deiche rückverlegt und Auenlandschaften wiederbelebt, um dem Fluss mehr Raum zu geben, sich bei Hochwasser auszubreiten. Auf diese Weise soll der Hochwasserschutz effektiver, und das Risiko von Überflutungen bewohnter Gebiete gesenkt werden. Dennoch stoßen Vorhaben der natürlichen Hochwasservorsorge häufig auf Widerstände in der Bevölkerung. Warum ist das so? Dieser Frage sind Forscherinnen und Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und der Universität Potsdam in einer sozialwissenschaftlichen Studie nachgegangen. Sie fanden heraus, dass Ängste, Fluterfahrungen und ein Mangel an Information dabei eine besondere Rolle spielen. Bei der Planung von Hochwasserschutzmaßnahmen sollte die Bevölkerung deshalb möglichst frühzeitig eingebunden und umfassend informiert werden, empfiehlt das Forschungsteam. Die Studie ist kürzlich…

  • Energie- / Umwelttechnik

    Paradigma der Limnologie infrage gestellt

    Flache Seen können zwei alternative stabile Zustände annehmen – das besagt eine Theorie zum ökologischen Gleichgewicht in der Binnengewässerkunde (Limnologie). Dieses Paradigma stellt nun eine im Fachjournal Nature Communications erschienene Studie infrage, die das  Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) und die Universität Aarhus (Dänemark) durchführten. Im Rahmen einer Datenanalyse von 902 Flachwasserseen konnte das Forschungsteam keine Hinweise auf die Existenz zweier alternativer stabiler Zustände finden. Auf dieser Theorie basierende Maßnahmen zum Seenmanagement sehen die Autoren und Autorinnen kritisch. Sie empfehlen, die Reduktion von Nährstoffeinträgen künftig noch stärker in den Blick zu nehmen, um das ökologische Gleichgewicht flacher Seen zu sichern. Weltweit gehören etwa 42 Prozent der Seen zu den sogenannten Flachwasserseen…

  • Forschung und Entwicklung

    Am Ende zählt der individuelle Vorteil

    Fressen und gefressen werden ist ein normaler Vorgang in der Natur. Diese Räuber-Beute-Beziehung stabilisiert die Ökosysteme: Sie sorgt dafür, dass einzelne Arten nicht überhandnehmen, kontrolliert deren Bestände und vermeidet Schaden durch Überpopulation wie zum Beispiel im Wald der Verbiss durch Rehe oder der Schaden an Nutzpflanzen durch Raupen. Wie aber funktioniert es, dass die Räuber nicht einfach alle Beute wegfressen und so das System zusammenbricht? Ein Forschungsteam des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) hat das gemeinsam mit Wissenschaftler:innen der Technischen Universität (TU) Dresden und der Universität Potsdam anhand von Bakterien und Einzellern untersucht, die in Gewässern leben, und Erstaunliches festgestellt: Bakterien wehren sich mit kooperativem Verhalten und der Evolution gegen räuberische…

  • Energie- / Umwelttechnik

    Wie naturverträglich ist die Energiewende?

    Die Energiewende ist politischer Wille der Bundesregierung. Doch die gesellschaftlichen Diskussionen ebben nicht ab, weil der zunehmende Ausbau der erneuerbaren Energien auch negative Folgen für die Natur haben kann: Sollen Windkraftanlagen in Wäldern gebaut werden? Sind Photovoltaikanlagen auf landwirtschaftlich wertvollen Nutzflächen notwendig? Wie ökologisch sind kleine Wasserkraftanlagen an Fließgewässern im Mittelgebirge? Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) hat nun eine Web-Anwendung veröffentlicht, die anhand von 41 Kennzahlen den aktuellen Stand des Ausbaus der erneuerbaren Energien (EE) in Deutschland auf Ebene der Bundesländer und der Landkreise beschreibt. Die Kernbotschaft: Die naturverträgliche Energiewende kann gelingen, allerdings müssen hierfür die Anlagen technologisch effizienter und die dafür bereitgestellten Flächen effektiver genutzt werden. Für die Web-Anwendung…

  • Energie- / Umwelttechnik

    Zur geplanten Novelle des Bundeswaldgesetzes: „Wir brauchen ökologische Mindestanforderungen als gute forstliche Praxis“

    Die Bundesregierung will das Bundeswaldgesetz noch in dieser Legislaturperiode umsetzen und im Frühjahr 2024 eine Novelle ins Kabinett bringen. Derzeit wertet das zuständige Bundeslandwirtschaftsministerium mehr als 50 Stellungnahmen aus den Ländern und von Verbänden aus. Auf dieser Basis wird dann der Referentenentwurf erarbeitet – und mit anderen betroffenen Bundesressorts sowie den Ländern abgestimmt, vermeldet das Bundeslandwirtschaftsministerium. Der Umweltjurist Prof. Dr. Wolfgang Köck vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), Vorstandsmitglied des Deutschen Naturschutzrechtstags und Mitglied des Sachverständigenrats für Umweltfragen, erklärt, wie eine umweltgerechte Reform des Waldgesetzes aussehen sollte. Herr Köck, was spricht aus Ihrer Sicht für eine Novelle? Die Novelle ist aus verfassungsrechtlicher Sicht zu begrüßen: Das Bundeswaldgesetz stammt aus dem Jahr…